Mittwoch, 13. Dezember 2017

Finale: Bombay Lounge #12restaurants2017 #12

Kennt ihr das - mit den guten Vorsätzen? Manche halten drei Tage - manche sogar drei Wochen - aber meistens ist das doch nur heiße Luft und wenig dahinter. Angeblich brauchen Gewohnheiten ja etwa sechs Wochen bis sie sich richtig etabliert haben ... wie dem auch sei - wir haben es geschafft. Der Vorsatz war jeden Monat ein anderes indisches Restaurant zu testen und wir haben es tatsächlich durchgezogen. Mit Höhen und Tiefen, zu Rad, zu Fuß und mit dem Nahverkehr, im Winter wie im Sommer - zwölf Mal! Bevor wir unsere Jahrestopauswertung machen, gibt es jetzt noch den Review der Bombay Lounge in der Kaiserstraße.

Bin gleich da ... 

Emi war ein bisschen schneller und hat direkt positiv auf die Location reagiert - die von außen etwas kitschig wirkt ... mit Kamelen, Schneespray und Figuren von "echten Indern". Auch innen ist der Kitsch eher stark als schwach: der Raum ist lila/rosa beleuchtet, das Sofa entlang der Wand ist gepolstert und wird von dicken Glitzersteinen gehalten. Die Wandnischen sind indirekt beleuchtet und präsentieren indisches Allerlei. Insgesamt aber nicht too much, nur fast. Dazu läuft aktuelle Bollywoodmusik mit Videos in 4K und auf Leinwand - aber ohne Werbung. Auch wenn das jetzt ein bisschen wild klingt, die Stimmung ist entspannt.

Buffet, Buffet - ich kann nich meh

Weil wir es noch nie gemacht haben und es tatsächlich frisch und lecker aussah, ließen wir dieses mal die Karte links liegen und entschieden uns für das Buffet. Hier standen vier Curry-Gerichte mit und ohne Fleisch, Reis, Salat, Raita, Dal und leckere Saucen zur Auswahl. Mein Favorit war das Banana-Chicken, aber auch das Biryani und der Palak Paneer waren lecker. Man bekam zudem frisches Brot an den Tisch gebracht.

Der absolute Vorteil beim Buffet ist ja, dass man nicht aufs Essen warten muss, sondern direkt loslegen kann - und das taten wir auch. Ich habe drei Runden geschafft, Emi zwei und wir waren beide pappsatt. Weil es Buffet war haben wir uns auch noch eine kleine Portion Halwa als Nachtisch teilen wollen, diese aber nicht mehr geschafft - obwohl es lecker war. Die Getränke brauchten etwas länger - aber sonst war der Service rund um aufmerksam und hat schnell reagiert.

Prost und Prösterchen

Wir hatten Grund zum feiern und wollten anstoßen. Der Apperitiv war leider aus - die Alternative war ein kalter Lambrusco mit Orange - ganz unindisch, aber lecker und frisch. Zum Abschluss gab's dann noch einen Mango Likör - lecker!

Fazit

Lecker und satt - guter Service. Gerade beim Buffet stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. Gewürzt war es gut - für meinen Geschmack zwar nicht scharf, aber für normales Buffet doch intensiv spicy. Der Lambrusco mit 7,50 € war überraschend teuer - aber was soll's - Cheerio, Miss Sophie! Wenn ihr also mal hungrig in der Bahnhofsgegend unterwegs seid und entspannt schlemmen wollt - das Buffet gibt's Montags bis Freitag ab 16 Uhr und am Wochenende sogar schon ab 11:30 Uhr - immer für 12,90€.

Mehr?

Wir waren zwölf Mal indisch essen dieses Jahr: bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend, im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel und zuletzt bei Mera Masala am Sandweg.

Wir machen 2018 weiter - aber wie verraten wir noch nicht! Danke an alle, die uns Tipps gegeben haben und natürlich an Petra, die auf Radio X über uns berichtet.


Montag, 11. Dezember 2017

Motherland

Ein britischer Roman über die DDR - die (teilweise autobiographische) Geschichte einer Mutter und ihrer Tochter die in den 1980er Jahren, die als letzte noch die Fahnenstange des Sozialismus hochhalten. Aber auch hier findet sich eine kleine Ecke Indien:

"Her eyes cruised the food on the table, then up to the clocks. 'Could murder a curry. Am I too late for the Light Dragoons?'
It was gone midnight and they only ever stayed open late for an X-certficate at the Palace or the Northern Soul crowd at Susanna's. But my mum gave them a ring anyway, just in case. She knew their number off by heart, and they knew her order. All she had to do was say the name. The takeaway was only round the corner, but we always headed out as soon as we'd phoned. While we waited, my mum could chat about British colonialism and say sorry for all the things we'd done.
Sorry for the Bengal famine. Sorry for the Amritsar Massacre.
'That's all right, Mrs Mitchell. Don't let it worry you.' The white carrier bag swung across the counter. 'Chicken korma, almb biryani. Please enjoy your meal. It's not your fault.
My mum did the same in the Mayflower Chinese - chit-chatted to the lady at the counter, who re-tied her ponytial and bounced the end of her biro as my mum apologised for the Opium Wars and stealing Hong Kong.
But the Light Dragoons were shut."

McMillan, Jo: "Motherland", London 2016, S.90f. 

Samstag, 25. November 2017

Mera Masala #12restaurants2017 #11

Unser elftes indisches Dinner in diesem Jahr führte uns nach Bornheim ins Mera Masala am Sandweg - etwas oberhalb unseres allerersten #12restaurants2017 Al Bismil.

Wenn einer eine Reise tut ...

Das Essen stand unter noch mehr als sonst unter einem indischen Stern - ich war Anfang November für eine Woche in Delhi auf einer Hochzeit und hatte natürlich viel zu erzählen. Wie es sich für Reisende gehört, habe ich Emilia natürlich etwas aus Indien mitgebracht - aber warum hat der geneigte Leser noch keinen Bericht von dieser Reise goutieren können?Nun - vor meinem Abflug hatte ich mir vorgenommen in Indien fleißig Content zu sammeln und nach meiner Rückkehr wie wild los zu bloggen. Leider kommt Indien aber nicht in portionierten Contenthäppchen sondern immer nur volle Breitseite. Während der Woche in Delhi und der Hochzeit war ich durchgängig unter Strom und bin wieder eingetaucht in Indien-Paula. Konzepte von Terminen, Zeitplänen und Verabredungen wurden wieder wandelbar - alles ist langsamer, aber gleichzeitig intensiver - während manches überraschend schnell geht. Glücklicherweise kam unser Essen aber in wunderbaren Portionen und lies genug Zeit, für den Austausch über die Indienreise - vielleicht kommt dazu auch bald ein eigener Blogpost - oder vielleicht sogar mehrere?
Ein kleiner Eindruck aus Sarojini Nagar Market - Bangles Shopping mit der Braut am Tag der Verlobungsfeier.

Papadam for starters

Kaum hat man das gemütliche Ambiente des Mera Masala betreten bekommt man schon ein Papadam, eine Art krosses Kichererbsenknäckebrot, mit drei leckeren Dips als Aufmerksamkeit des Hauses serviert. Die Speisekarte ist voller kreativer Gerichte, die Auswahl fiel uns wie so oft schwer. Nach Beratung entschied ich mich für das Thali mit Hühnchen und Emi wählte ein Choley Masala.

Masala, Masala, Masala

Als Getränk entschied ich mich erstmal für eine Masala Lassi, ganz dem Namen des Restaurants verpflichtet - dachte, dass wäre so etwas ähnliches wie ein Chai in kalt - war aber salzig und gar nicht süß. Trinken konnte man sie trotzdem - war aber nicht mein Geschmack... 
Dabei bedeutet Masala nichts anderes als Gewürze oder Gewürzmischung - meistens wird es aber für herzhafte Speisen verwendet. Beliebt ist etwa "Garam Masala" - also heißes Gewürz oder ähnliches. Wir haben einmal Hummus mit einem Löffel Garam Masala gemacht - der war so scharf, dass wir ihn nicht mehr essen konnten ... also vorsicht, Masala kann so ziemlich alles sein!


Thali und Choley Masala

Die Hauptgerichte kamen fix und waren sehr wohlwollend portioniert. Alles war intensiv gewürzt, mein Thali war angenehm scharf, Emis Choley ging schon eher in die Richtung garam. Alle Gerichte werden mit Reis serviert und Emi hatte zusätzlich noch ein sehr leckeres Naan-Brot. Mein Thali bestand aus Raita, Palak Paneer, Daal und einem Hühnchen-Curry. Alles wirklich lecker und geschmackvoll.
Allerdings waren die Portionen wirklich so groß, dass wir dieses Mal keine leeren Teller knipsen konnten. Dafür gab es einen prallen Doggy-Bag für zu Hause, der sicher noch für eine ganze Portion reichte.


Fazit

Ein gemütliches Restaurant mit gutem Service und sehr leckerem Essen. Eine Reservierung ist empfohlen, das Restaurant war an einem Donnerstagabend voll besetzt. Die Preise sind im normalen Feld und in Anbetracht der Portionsgrößen wirklich angemessen. Parken könnte in der Gegend etwas schwierig sein, aber die U-Bahn Station am Merianplatz ist nur 2 Minuten zu Fuß entfernt. Dort gibt es übrigens einen sehr guten Bücherschrank und einen tollen Second-Hand-Laden, in dem Emi vor dem Essen noch zugeschlagen hatte.

Mehr

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend und zuletzt im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel.

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir machen auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ganesha und New Generations Filmfestival #12restaurants2017 #10

Im zweiten Anlauf konnten Emi und ich beim zehnten #12restaurants2017 einen ganz besonderen Ehrengast begrüßen. Petra Klaus, kreativer Kopf hinter dem indischen Filmfest in Frankfurt, Mitgründerin der taz, legendäre Partyveranstalterin und begeisterte Kuba-Reisende.

Doch bevor wir im Ganesha in der Niddastraße hinterm Bahnhof schlemmen konnten, legte uns der "Remover of Obstacles" erstens ein paar Regentropfen und zweitens die blöde Wegführung für Fußgänger und Fahrradfahrer rund um den Frankfurter Hauptbahnhof in den Weg - aber im Rahmen des akademischen Viertels waren dann doch alle beisammen.

Ganesha - Remover of Obstacles

Von außen würden die meisten wohl eher nicht ins Ganesha gehen - die Gegend und die Aufmachung sind eher etwas schrammelig, aber einmal drin ist es mollig warm und voll mit Indern und Sri Lankesen - ein gutes Zeichen. Auch die Bewertung im Netz ist durchweg positiv. Die Karte gibt eine gute Auswahl an authentischen Nord- und Südindischen Speisen und als kleines Extra auch noch Spezialitäten aus Sri Lanka!
Petra und ich wählten jeweils einen Dosa - einen Pfannkuchen aus Linsen- und Reismehl, sehr dünn gebacken, lecker gefühlt und serviert mit scharfem Kokosdipp und Gemüsesüppchen. Emi entschied sich für Aloo Ghobi - also Kartoffel Blumenkohl mit Chapati - auch in der scharfen Variante. Zuletzt hatte ich ja bemängelt, dass in den meisten Restaurants scharf nicht wirklich scharf ist. Bei Ganesha muss man sich da aber keine Sorgen machen - scharf heißt hier, dass einem warm wird und in meinem Fall sogar Schluckauf einsetzt. Sauber!

New Generations Filmfestival

Bevor das Essen jedoch serviert wurde, hatten wir Zeit über das New Generations Filmfestival, das nächstes Wochenende vom 3.-5. November im Orfeos Erben-Kino gezeigt wird, zu sprechen. Petra hatte das Programmheft dabei und es entsponn sich eine lebhafte Diskussion rund um die indische Kinokultur, die Existenz von Filmen die jenseits von Bollywood ganz ohne Tanz fesselnde Geschichten erzählen und die indische Community in Frankfurt - gesprenkelt mit Erinnerungen an Indienreisen und Planungen für meine nächste Woche in Delhi!

Besonders empfehlenswert ist natürlich der Short Film Wallah, bei dem ich dieses Jahr mit in der Jury sitzen durfte. Am 4. November ab 18:30 werden die besten Filme gezeigt und der Siegerfilm gekürt! Das Programm ist aber auch insgesamt sehr vielseitig und absolut sehenswert: mit Newton (Trailer), dem indischen Beitrag für Oscars, dem Politthriller An Insignificant Man (Trailer), der RomCom The Big Sick (Trailer) und vielem mehr!
Short Film Wallah: Sanyog - ein Episodenfilm in einem Shot

Short Film Wallah: Tears of Autumn - Kashmirkonflikt aus einer besonderen Perspektive

Essen ist fertig!

Wir mussten nicht lange auf das Essen warten, welches sehr stilecht auf Edelmetall.Thalitabletts serviert wurde - für einen Dosa nicht ganz das richtige Format, aber egal. Hauptsache lecker. Petra und ich waren sehr zufrieden mit der feinen Speise - Emi war eher enttäuscht von ihrem Aloo Ghoobi - merke: beim Sri Lankesen eher nicht nordindisch bestellen.

Fazit

Das Essen bei Ganesha ist absolut authentisch, die Küche ist frisch und lecker - das merkt man auch an den Besuchern - sehr viele Südasiaten genießen dort die Originalrezepte und Zubereitung. Weiteres Plus: die Preise sind sehr günstig - der Dosa und eine große Mangolassi zusammen waren dann ganze 9€ - läuft! Der Gastraum ist allerdings etwas eng und wenig attraktiv gestaltet - ein Fernseher zeigt aber fortlaufend aktuelle Bollywood-Clips und im Sommer kann man auch draußen sitzen. Also, wenn ihr mal Lust auf scharf und gut habt und euch in die Straßen hinterm Bahnhof traut, geht zu Ganesha und lasst es euch schmecken! Gezahlt wird dann an der Theke!

vlnr The Holy Trinity Ganesha, Maria und Bollywood!

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte und zuletzt im HimalayaLaternchen im Ostend. 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir mache auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Himalaya Laternchen #12restaurants2017 #9

Manche Ideen sind so genial, dass sie am nächsten Morgen schon wieder vergessen sind. Andere Ideen reifen über Monate und Jahre, sammeln Energie und verlaufen im Sand. Bei unserem #12restaurants2017 war die Idee sehr einfach und funktioniert bis heute: wir gehen also seit neun Monaten regelmäßig indisch essen und denken jetzt schon darüber nach, diese schöne Sache auch in 2018 weiter zu führen. Aber erstmal zur #9: das Himalaya-Laternchen im Ostend, direkt bei der U-Bahn und beim Frankfurter Garten.

Mit dem Fahrrad ins Ostend


Los ging es mit dem Fahrrad - Emi hat jetzt ein eigenes! Endlich mobil - ein großer Fortschritt. Allerdings war mit dem Ostenend unsere Destination kein Frankfurter Neuland - Emi kannte sogar schon die kleinen Nebenstraßen, die sich mit dem Fahrrad so gut anbieten. 
Außerdem hat Fabian uns Gesellschaft geleistet - seines Zeichen erfahrener Indienrestaurantkenner aus Konstanz. Bei Ankunft im Restaurant wurden wir freundlich begrüßt und konnten uns einen Tisch aussuchen - viel war noch nicht los in dem modern aber dennoch dekoriert eingerichteten Restaurant. Im Vergleich zu vielen anderen Restaurants war die Deko eher dezent und gekonnt mit zeitlos schönen Möbeln kombiniert. Also weder zu spartanisch, noch zu dick aufgetragen.

Als Starter gab es wie schon so oft leckeren Chai - dieses Mal in der Variation Kashmiri-Chai  mit Pistazien und anderen leckeren Nüssen.
Die Auswahl des Hauptgerichts war nicht einfach - eine Vielfalt  nordindischer Köstlichkeiten in vielen Variationen. Ich entschied mich für Chicken Vindaloo - laut Fabian etwas, das so scharf ist, "dass die Kehle brennt". Bei der Bestellung habe ich allerdings nicht erwähnt, dass es wirklich scharf sein soll. So war es dann zwar lecker und feurig, hat aber weder Schluckauf ausgelöst noch die Nebenhöhlen frei geblasen.
Die Portionen waren reichlich und auch durchweg lecker - trotzdem gab es in meinem Nachtischmagen noch ein bisschen Platz - für ein köstliches hausgemachtes Kulfi. Wie schon beim Kashmiri Chai hatte die Küche im Himalaya-Laternchen ein gutes Gespür für die leckeren Nüsse. Mjami! Das Himalaya-Laternchen ist seit fünf Jahren im Ostend - vorher waren sie oben an der Berger Straße. Die Wurzeln dieses Restaurants liegen abermals im Punjab - es scheint, als würde man von dort Köche und Gastronomen bevorzugt nach Frankfurt exportieren.
Ein sehr gutes Kulfi!

Fazit 

Gutes Essen, angenehme Atmosphäre - gutes Preis-Leistungsverhältnis, sehr freundliche und informative Bedienung. Kein Abenteuer - aber man muss ja auch nicht immer Grenzen überschreiten. Reservierung unter der Woche nicht nötig. Außerdem gut erreichbar mit dem Fahrrad oder der U-Bahn. Im Sommer auch als nette Option nach einem Spaziergang am Main! 

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste und zuletzt in der einzigartigen Eintracht Gaststätte (Geheimtipp!). 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir denken schon über #12Restaurants2018 nach - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Montag, 28. August 2017

Gaststätte Eintracht #12restaurants2017 #8

Nachdem wir bereits im März die Fusion-Food-Szene-Location des Oeder Wegs getestet und für gut befunden hatten, führte uns ein Hinweis von Franzi, einer Arbeitskollegin von Emi erneut ans untere Ende der Lebensader des Nordends. 

Abenteuer im Hinterhof

Versteckt in einem Hinterhof besuchten wir die "Gaststätte Eintracht" - die im Look ihrem Namen alle Ehre macht: Bilderbuchbiergarten mit hohem Gemütlichkeitsfaktor, funktionalen Toiletten im Vereinsheim - eine Kegelbahn gibt es sogar auch. Das Wetter war auf unserer Seite und wir konnten einen lauen Sommerabend draußen verbringen - zur Abkühlung erst mal eine Mango Lassi - stilecht Deutsch-Indisch im Apfelsaftglas.

Zuviel Auswahl - wir lassen uns überraschen

Etwas komplizierter wurde es mit der Speisekarte - extrem viel Auswahl spannender, kreativer Gerichte - wir konnten uns nicht entscheiden und baten den Chef um Rat oder Empfehlung. Der machte kurzen Prozess, nahm uns die Karten aus der Hand, erfragte unseren Schärfegrad (3 von 4) und Fleischwunsch (Chicken and Veg) - und versprach uns eine Überraschung!

Eine sehr gelungene Überraschung - Feigen-Köfte, sehr leckeres Hühnchen und auch einen feinen Paneer, dazu Kokos-Naan (!), Raita, Reis ... es war ein Gelage. Wir waren sooo satt - es war sooo lecker - und einfach aufregend.

Im Gespräch erfahren wir, dass es das Restaurant seit 28 Jahren gibt - aber es war nicht schon immer Deutsch-Indisch - das wurde nach und nach eingeführt. Die Küche kreiert laufend neue Gerichte und variiert die klassischen Gerichte mit neuen Ideen. Wir sind beeindruckt! Die kulinarischen Wurzeln stammen auch hier wieder aus dem Punjab - wie schon neulich in Sachsenhausen beim Bombay Palace.

Fazit

Gemütliche Location im traditionellen Sinn - kein unnötiger Dekokitsch. Sehr ruhig trotz zentraler Lage und leckeres, etwas ausgefallenes und passend scharfes indisches Essen. Auch geeignet für Besuche mit nicht indifizierten Menschen - für die gibt es Schnitzel, Grüne Sosse und Co. Preislich nicht ganz günstig - aber dafür gibt es einen Schnaps für den Heimweg und hervorragende Beratung - einfach mal hingehen!

Mehr

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach und in Niederrad im Tandoori Taste

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir planen schon die #12Restaurants2018 - aber schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Mittwoch, 26. Juli 2017

WHAT AM I DOING HERE - Bruce Chatwin und André Malraux


Manche Bücher sucht man sich selber raus und manchmal findet Dich ein Buch. Bruce Chatwins Bücher haben mich schon mehrfach gefunden, aber seine Geschichte war mir bis dato nicht geläufig. Ein echter Abenteurer, der nicht nur Australien und Patagonien bereiste, sondern auch in Afrika und Indien unterwegs war. Als Journalist und Autor traf er zudem viele spannende Zeitgenossen - wie etwa André Malraux, der mir in meinem Bachelor-Studium als Begründer des imaginären Museums begegnete.

Es folgt ein Zitat, in dem Malraux die Geschichte Indiens und seiner Herrscherkultur sehr pointiert zusammenfast:

'You must not run down the Mogul Empire,' he said and then rapidly outlined how Akbar the Great was the first Muslim ruler to break the islamic anathema and encourage portraits of himself (because any likeness must show the essential beauty of the soul); how this potent symbol proved him a universalist in the manner of the French Revolution; how therefore, like Napoleon he was, and how unlike Queen Victoria; and how this explained why the Muslims made a great civilization in India and the British never did, comparing the Mogul cities like Agra, Delhi and Lahore with the Anglo-Indian Bombay, Calcutta and Madras, which he described as 'transplanted British building suffocated by bidonvilles'. [1]
Ich kann die Lektüre von "WHAT AM I DOING HERE" sehr empfehlen: eine beeindruckende Illustration eines Lebenswerks, die durch ihre fragmentarische Art genug Raum für Imagination lässt und eine große, weite Welt der Abenteuer eröffnet.
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[1] Chatwin, Bruce: "What am I doing here", London 1990, S. 122.