Mittwoch, 13. Dezember 2017

Finale: Bombay Lounge #12restaurants2017 #12

Kennt ihr das - mit den guten Vorsätzen? Manche halten drei Tage - manche sogar drei Wochen - aber meistens ist das doch nur heiße Luft und wenig dahinter. Angeblich brauchen Gewohnheiten ja etwa sechs Wochen bis sie sich richtig etabliert haben ... wie dem auch sei - wir haben es geschafft. Der Vorsatz war jeden Monat ein anderes indisches Restaurant zu testen und wir haben es tatsächlich durchgezogen. Mit Höhen und Tiefen, zu Rad, zu Fuß und mit dem Nahverkehr, im Winter wie im Sommer - zwölf Mal! Bevor wir unsere Jahrestopauswertung machen, gibt es jetzt noch den Review der Bombay Lounge in der Kaiserstraße.

Bin gleich da ... 

Emi war ein bisschen schneller und hat direkt positiv auf die Location reagiert - die von außen etwas kitschig wirkt ... mit Kamelen, Schneespray und Figuren von "echten Indern". Auch innen ist der Kitsch eher stark als schwach: der Raum ist lila/rosa beleuchtet, das Sofa entlang der Wand ist gepolstert und wird von dicken Glitzersteinen gehalten. Die Wandnischen sind indirekt beleuchtet und präsentieren indisches Allerlei. Insgesamt aber nicht too much, nur fast. Dazu läuft aktuelle Bollywoodmusik mit Videos in 4K und auf Leinwand - aber ohne Werbung. Auch wenn das jetzt ein bisschen wild klingt, die Stimmung ist entspannt.

Buffet, Buffet - ich kann nich meh

Weil wir es noch nie gemacht haben und es tatsächlich frisch und lecker aussah, ließen wir dieses mal die Karte links liegen und entschieden uns für das Buffet. Hier standen vier Curry-Gerichte mit und ohne Fleisch, Reis, Salat, Raita, Dal und leckere Saucen zur Auswahl. Mein Favorit war das Banana-Chicken, aber auch das Biryani und der Palak Paneer waren lecker. Man bekam zudem frisches Brot an den Tisch gebracht.

Der absolute Vorteil beim Buffet ist ja, dass man nicht aufs Essen warten muss, sondern direkt loslegen kann - und das taten wir auch. Ich habe drei Runden geschafft, Emi zwei und wir waren beide pappsatt. Weil es Buffet war haben wir uns auch noch eine kleine Portion Halwa als Nachtisch teilen wollen, diese aber nicht mehr geschafft - obwohl es lecker war. Die Getränke brauchten etwas länger - aber sonst war der Service rund um aufmerksam und hat schnell reagiert.

Prost und Prösterchen

Wir hatten Grund zum feiern und wollten anstoßen. Der Apperitiv war leider aus - die Alternative war ein kalter Lambrusco mit Orange - ganz unindisch, aber lecker und frisch. Zum Abschluss gab's dann noch einen Mango Likör - lecker!

Fazit

Lecker und satt - guter Service. Gerade beim Buffet stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. Gewürzt war es gut - für meinen Geschmack zwar nicht scharf, aber für normales Buffet doch intensiv spicy. Der Lambrusco mit 7,50 € war überraschend teuer - aber was soll's - Cheerio, Miss Sophie! Wenn ihr also mal hungrig in der Bahnhofsgegend unterwegs seid und entspannt schlemmen wollt - das Buffet gibt's Montags bis Freitag ab 16 Uhr und am Wochenende sogar schon ab 11:30 Uhr - immer für 12,90€.

Mehr?

Wir waren zwölf Mal indisch essen dieses Jahr: bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend, im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel und zuletzt bei Mera Masala am Sandweg.

Wir machen 2018 weiter - aber wie verraten wir noch nicht! Danke an alle, die uns Tipps gegeben haben und natürlich an Petra, die auf Radio X über uns berichtet.


Montag, 11. Dezember 2017

Motherland

Ein britischer Roman über die DDR - die (teilweise autobiographische) Geschichte einer Mutter und ihrer Tochter die in den 1980er Jahren, die als letzte noch die Fahnenstange des Sozialismus hochhalten. Aber auch hier findet sich eine kleine Ecke Indien:

"Her eyes cruised the food on the table, then up to the clocks. 'Could murder a curry. Am I too late for the Light Dragoons?'
It was gone midnight and they only ever stayed open late for an X-certficate at the Palace or the Northern Soul crowd at Susanna's. But my mum gave them a ring anyway, just in case. She knew their number off by heart, and they knew her order. All she had to do was say the name. The takeaway was only round the corner, but we always headed out as soon as we'd phoned. While we waited, my mum could chat about British colonialism and say sorry for all the things we'd done.
Sorry for the Bengal famine. Sorry for the Amritsar Massacre.
'That's all right, Mrs Mitchell. Don't let it worry you.' The white carrier bag swung across the counter. 'Chicken korma, almb biryani. Please enjoy your meal. It's not your fault.
My mum did the same in the Mayflower Chinese - chit-chatted to the lady at the counter, who re-tied her ponytial and bounced the end of her biro as my mum apologised for the Opium Wars and stealing Hong Kong.
But the Light Dragoons were shut."

McMillan, Jo: "Motherland", London 2016, S.90f. 

Samstag, 25. November 2017

Mera Masala #12restaurants2017 #11

Unser elftes indisches Dinner in diesem Jahr führte uns nach Bornheim ins Mera Masala am Sandweg - etwas oberhalb unseres allerersten #12restaurants2017 Al Bismil.

Wenn einer eine Reise tut ...

Das Essen stand unter noch mehr als sonst unter einem indischen Stern - ich war Anfang November für eine Woche in Delhi auf einer Hochzeit und hatte natürlich viel zu erzählen. Wie es sich für Reisende gehört, habe ich Emilia natürlich etwas aus Indien mitgebracht - aber warum hat der geneigte Leser noch keinen Bericht von dieser Reise goutieren können?Nun - vor meinem Abflug hatte ich mir vorgenommen in Indien fleißig Content zu sammeln und nach meiner Rückkehr wie wild los zu bloggen. Leider kommt Indien aber nicht in portionierten Contenthäppchen sondern immer nur volle Breitseite. Während der Woche in Delhi und der Hochzeit war ich durchgängig unter Strom und bin wieder eingetaucht in Indien-Paula. Konzepte von Terminen, Zeitplänen und Verabredungen wurden wieder wandelbar - alles ist langsamer, aber gleichzeitig intensiver - während manches überraschend schnell geht. Glücklicherweise kam unser Essen aber in wunderbaren Portionen und lies genug Zeit, für den Austausch über die Indienreise - vielleicht kommt dazu auch bald ein eigener Blogpost - oder vielleicht sogar mehrere?
Ein kleiner Eindruck aus Sarojini Nagar Market - Bangles Shopping mit der Braut am Tag der Verlobungsfeier.

Papadam for starters

Kaum hat man das gemütliche Ambiente des Mera Masala betreten bekommt man schon ein Papadam, eine Art krosses Kichererbsenknäckebrot, mit drei leckeren Dips als Aufmerksamkeit des Hauses serviert. Die Speisekarte ist voller kreativer Gerichte, die Auswahl fiel uns wie so oft schwer. Nach Beratung entschied ich mich für das Thali mit Hühnchen und Emi wählte ein Choley Masala.

Masala, Masala, Masala

Als Getränk entschied ich mich erstmal für eine Masala Lassi, ganz dem Namen des Restaurants verpflichtet - dachte, dass wäre so etwas ähnliches wie ein Chai in kalt - war aber salzig und gar nicht süß. Trinken konnte man sie trotzdem - war aber nicht mein Geschmack... 
Dabei bedeutet Masala nichts anderes als Gewürze oder Gewürzmischung - meistens wird es aber für herzhafte Speisen verwendet. Beliebt ist etwa "Garam Masala" - also heißes Gewürz oder ähnliches. Wir haben einmal Hummus mit einem Löffel Garam Masala gemacht - der war so scharf, dass wir ihn nicht mehr essen konnten ... also vorsicht, Masala kann so ziemlich alles sein!


Thali und Choley Masala

Die Hauptgerichte kamen fix und waren sehr wohlwollend portioniert. Alles war intensiv gewürzt, mein Thali war angenehm scharf, Emis Choley ging schon eher in die Richtung garam. Alle Gerichte werden mit Reis serviert und Emi hatte zusätzlich noch ein sehr leckeres Naan-Brot. Mein Thali bestand aus Raita, Palak Paneer, Daal und einem Hühnchen-Curry. Alles wirklich lecker und geschmackvoll.
Allerdings waren die Portionen wirklich so groß, dass wir dieses Mal keine leeren Teller knipsen konnten. Dafür gab es einen prallen Doggy-Bag für zu Hause, der sicher noch für eine ganze Portion reichte.


Fazit

Ein gemütliches Restaurant mit gutem Service und sehr leckerem Essen. Eine Reservierung ist empfohlen, das Restaurant war an einem Donnerstagabend voll besetzt. Die Preise sind im normalen Feld und in Anbetracht der Portionsgrößen wirklich angemessen. Parken könnte in der Gegend etwas schwierig sein, aber die U-Bahn Station am Merianplatz ist nur 2 Minuten zu Fuß entfernt. Dort gibt es übrigens einen sehr guten Bücherschrank und einen tollen Second-Hand-Laden, in dem Emi vor dem Essen noch zugeschlagen hatte.

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend und zuletzt im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel.

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir machen auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ganesha und New Generations Filmfestival #12restaurants2017 #10

Im zweiten Anlauf konnten Emi und ich beim zehnten #12restaurants2017 einen ganz besonderen Ehrengast begrüßen. Petra Klaus, kreativer Kopf hinter dem indischen Filmfest in Frankfurt, Mitgründerin der taz, legendäre Partyveranstalterin und begeisterte Kuba-Reisende.

Doch bevor wir im Ganesha in der Niddastraße hinterm Bahnhof schlemmen konnten, legte uns der "Remover of Obstacles" erstens ein paar Regentropfen und zweitens die blöde Wegführung für Fußgänger und Fahrradfahrer rund um den Frankfurter Hauptbahnhof in den Weg - aber im Rahmen des akademischen Viertels waren dann doch alle beisammen.

Ganesha - Remover of Obstacles

Von außen würden die meisten wohl eher nicht ins Ganesha gehen - die Gegend und die Aufmachung sind eher etwas schrammelig, aber einmal drin ist es mollig warm und voll mit Indern und Sri Lankesen - ein gutes Zeichen. Auch die Bewertung im Netz ist durchweg positiv. Die Karte gibt eine gute Auswahl an authentischen Nord- und Südindischen Speisen und als kleines Extra auch noch Spezialitäten aus Sri Lanka!
Petra und ich wählten jeweils einen Dosa - einen Pfannkuchen aus Linsen- und Reismehl, sehr dünn gebacken, lecker gefühlt und serviert mit scharfem Kokosdipp und Gemüsesüppchen. Emi entschied sich für Aloo Ghobi - also Kartoffel Blumenkohl mit Chapati - auch in der scharfen Variante. Zuletzt hatte ich ja bemängelt, dass in den meisten Restaurants scharf nicht wirklich scharf ist. Bei Ganesha muss man sich da aber keine Sorgen machen - scharf heißt hier, dass einem warm wird und in meinem Fall sogar Schluckauf einsetzt. Sauber!

New Generations Filmfestival

Bevor das Essen jedoch serviert wurde, hatten wir Zeit über das New Generations Filmfestival, das nächstes Wochenende vom 3.-5. November im Orfeos Erben-Kino gezeigt wird, zu sprechen. Petra hatte das Programmheft dabei und es entsponn sich eine lebhafte Diskussion rund um die indische Kinokultur, die Existenz von Filmen die jenseits von Bollywood ganz ohne Tanz fesselnde Geschichten erzählen und die indische Community in Frankfurt - gesprenkelt mit Erinnerungen an Indienreisen und Planungen für meine nächste Woche in Delhi!

Besonders empfehlenswert ist natürlich der Short Film Wallah, bei dem ich dieses Jahr mit in der Jury sitzen durfte. Am 4. November ab 18:30 werden die besten Filme gezeigt und der Siegerfilm gekürt! Das Programm ist aber auch insgesamt sehr vielseitig und absolut sehenswert: mit Newton (Trailer), dem indischen Beitrag für Oscars, dem Politthriller An Insignificant Man (Trailer), der RomCom The Big Sick (Trailer) und vielem mehr!
Short Film Wallah: Sanyog - ein Episodenfilm in einem Shot

Short Film Wallah: Tears of Autumn - Kashmirkonflikt aus einer besonderen Perspektive

Essen ist fertig!

Wir mussten nicht lange auf das Essen warten, welches sehr stilecht auf Edelmetall.Thalitabletts serviert wurde - für einen Dosa nicht ganz das richtige Format, aber egal. Hauptsache lecker. Petra und ich waren sehr zufrieden mit der feinen Speise - Emi war eher enttäuscht von ihrem Aloo Ghoobi - merke: beim Sri Lankesen eher nicht nordindisch bestellen.

Fazit

Das Essen bei Ganesha ist absolut authentisch, die Küche ist frisch und lecker - das merkt man auch an den Besuchern - sehr viele Südasiaten genießen dort die Originalrezepte und Zubereitung. Weiteres Plus: die Preise sind sehr günstig - der Dosa und eine große Mangolassi zusammen waren dann ganze 9€ - läuft! Der Gastraum ist allerdings etwas eng und wenig attraktiv gestaltet - ein Fernseher zeigt aber fortlaufend aktuelle Bollywood-Clips und im Sommer kann man auch draußen sitzen. Also, wenn ihr mal Lust auf scharf und gut habt und euch in die Straßen hinterm Bahnhof traut, geht zu Ganesha und lasst es euch schmecken! Gezahlt wird dann an der Theke!

vlnr The Holy Trinity Ganesha, Maria und Bollywood!

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte und zuletzt im HimalayaLaternchen im Ostend. 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir mache auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Himalaya Laternchen #12restaurants2017 #9

Manche Ideen sind so genial, dass sie am nächsten Morgen schon wieder vergessen sind. Andere Ideen reifen über Monate und Jahre, sammeln Energie und verlaufen im Sand. Bei unserem #12restaurants2017 war die Idee sehr einfach und funktioniert bis heute: wir gehen also seit neun Monaten regelmäßig indisch essen und denken jetzt schon darüber nach, diese schöne Sache auch in 2018 weiter zu führen. Aber erstmal zur #9: das Himalaya-Laternchen im Ostend, direkt bei der U-Bahn und beim Frankfurter Garten.

Mit dem Fahrrad ins Ostend


Los ging es mit dem Fahrrad - Emi hat jetzt ein eigenes! Endlich mobil - ein großer Fortschritt. Allerdings war mit dem Ostenend unsere Destination kein Frankfurter Neuland - Emi kannte sogar schon die kleinen Nebenstraßen, die sich mit dem Fahrrad so gut anbieten. 
Außerdem hat Fabian uns Gesellschaft geleistet - seines Zeichen erfahrener Indienrestaurantkenner aus Konstanz. Bei Ankunft im Restaurant wurden wir freundlich begrüßt und konnten uns einen Tisch aussuchen - viel war noch nicht los in dem modern aber dennoch dekoriert eingerichteten Restaurant. Im Vergleich zu vielen anderen Restaurants war die Deko eher dezent und gekonnt mit zeitlos schönen Möbeln kombiniert. Also weder zu spartanisch, noch zu dick aufgetragen.

Als Starter gab es wie schon so oft leckeren Chai - dieses Mal in der Variation Kashmiri-Chai  mit Pistazien und anderen leckeren Nüssen.
Die Auswahl des Hauptgerichts war nicht einfach - eine Vielfalt  nordindischer Köstlichkeiten in vielen Variationen. Ich entschied mich für Chicken Vindaloo - laut Fabian etwas, das so scharf ist, "dass die Kehle brennt". Bei der Bestellung habe ich allerdings nicht erwähnt, dass es wirklich scharf sein soll. So war es dann zwar lecker und feurig, hat aber weder Schluckauf ausgelöst noch die Nebenhöhlen frei geblasen.
Die Portionen waren reichlich und auch durchweg lecker - trotzdem gab es in meinem Nachtischmagen noch ein bisschen Platz - für ein köstliches hausgemachtes Kulfi. Wie schon beim Kashmiri Chai hatte die Küche im Himalaya-Laternchen ein gutes Gespür für die leckeren Nüsse. Mjami! Das Himalaya-Laternchen ist seit fünf Jahren im Ostend - vorher waren sie oben an der Berger Straße. Die Wurzeln dieses Restaurants liegen abermals im Punjab - es scheint, als würde man von dort Köche und Gastronomen bevorzugt nach Frankfurt exportieren.
Ein sehr gutes Kulfi!

Fazit 

Gutes Essen, angenehme Atmosphäre - gutes Preis-Leistungsverhältnis, sehr freundliche und informative Bedienung. Kein Abenteuer - aber man muss ja auch nicht immer Grenzen überschreiten. Reservierung unter der Woche nicht nötig. Außerdem gut erreichbar mit dem Fahrrad oder der U-Bahn. Im Sommer auch als nette Option nach einem Spaziergang am Main! 

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste und zuletzt in der einzigartigen Eintracht Gaststätte (Geheimtipp!). 

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Montag, 28. August 2017

Gaststätte Eintracht #12restaurants2017 #8

Nachdem wir bereits im März die Fusion-Food-Szene-Location des Oeder Wegs getestet und für gut befunden hatten, führte uns ein Hinweis von Franzi, einer Arbeitskollegin von Emi erneut ans untere Ende der Lebensader des Nordends. 

Abenteuer im Hinterhof

Versteckt in einem Hinterhof besuchten wir die "Gaststätte Eintracht" - die im Look ihrem Namen alle Ehre macht: Bilderbuchbiergarten mit hohem Gemütlichkeitsfaktor, funktionalen Toiletten im Vereinsheim - eine Kegelbahn gibt es sogar auch. Das Wetter war auf unserer Seite und wir konnten einen lauen Sommerabend draußen verbringen - zur Abkühlung erst mal eine Mango Lassi - stilecht Deutsch-Indisch im Apfelsaftglas.

Zuviel Auswahl - wir lassen uns überraschen

Etwas komplizierter wurde es mit der Speisekarte - extrem viel Auswahl spannender, kreativer Gerichte - wir konnten uns nicht entscheiden und baten den Chef um Rat oder Empfehlung. Der machte kurzen Prozess, nahm uns die Karten aus der Hand, erfragte unseren Schärfegrad (3 von 4) und Fleischwunsch (Chicken and Veg) - und versprach uns eine Überraschung!

Eine sehr gelungene Überraschung - Feigen-Köfte, sehr leckeres Hühnchen und auch einen feinen Paneer, dazu Kokos-Naan (!), Raita, Reis ... es war ein Gelage. Wir waren sooo satt - es war sooo lecker - und einfach aufregend.

Im Gespräch erfahren wir, dass es das Restaurant seit 28 Jahren gibt - aber es war nicht schon immer Deutsch-Indisch - das wurde nach und nach eingeführt. Die Küche kreiert laufend neue Gerichte und variiert die klassischen Gerichte mit neuen Ideen. Wir sind beeindruckt! Die kulinarischen Wurzeln stammen auch hier wieder aus dem Punjab - wie schon neulich in Sachsenhausen beim Bombay Palace.

Fazit

Gemütliche Location im traditionellen Sinn - kein unnötiger Dekokitsch. Sehr ruhig trotz zentraler Lage und leckeres, etwas ausgefallenes und passend scharfes indisches Essen. Auch geeignet für Besuche mit nicht indifizierten Menschen - für die gibt es Schnitzel, Grüne Sosse und Co. Preislich nicht ganz günstig - aber dafür gibt es einen Schnaps für den Heimweg und hervorragende Beratung - einfach mal hingehen!

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach und in Niederrad im Tandoori Taste

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Mittwoch, 26. Juli 2017

WHAT AM I DOING HERE - Bruce Chatwin und André Malraux


Manche Bücher sucht man sich selber raus und manchmal findet Dich ein Buch. Bruce Chatwins Bücher haben mich schon mehrfach gefunden, aber seine Geschichte war mir bis dato nicht geläufig. Ein echter Abenteurer, der nicht nur Australien und Patagonien bereiste, sondern auch in Afrika und Indien unterwegs war. Als Journalist und Autor traf er zudem viele spannende Zeitgenossen - wie etwa André Malraux, der mir in meinem Bachelor-Studium als Begründer des imaginären Museums begegnete.

Es folgt ein Zitat, in dem Malraux die Geschichte Indiens und seiner Herrscherkultur sehr pointiert zusammenfast:

'You must not run down the Mogul Empire,' he said and then rapidly outlined how Akbar the Great was the first Muslim ruler to break the islamic anathema and encourage portraits of himself (because any likeness must show the essential beauty of the soul); how this potent symbol proved him a universalist in the manner of the French Revolution; how therefore, like Napoleon he was, and how unlike Queen Victoria; and how this explained why the Muslims made a great civilization in India and the British never did, comparing the Mogul cities like Agra, Delhi and Lahore with the Anglo-Indian Bombay, Calcutta and Madras, which he described as 'transplanted British building suffocated by bidonvilles'. [1]
Ich kann die Lektüre von "WHAT AM I DOING HERE" sehr empfehlen: eine beeindruckende Illustration eines Lebenswerks, die durch ihre fragmentarische Art genug Raum für Imagination lässt und eine große, weite Welt der Abenteuer eröffnet.
_____
[1] Chatwin, Bruce: "What am I doing here", London 1990, S. 122.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Tandoori Taste #12restaurants2017 Frankfurt #7

Nach krankheitsbedingten Terminverschiebungen klappte es doch - an einem warmen Sommerabend radelten Emi und ich gen Niederräder Bürostadt - bis dato für uns beide Terra incognita.

Dank den Irrwegen von Google-Maps wurde unsere Reise zum kleinen Abenteuer - aber nach einer kleinen halben Stunde fanden wir im Schatten des Sheraton Hotels unser Ziel: das Tandoori Taste Restaurant - auf Empfehlung meines Frisörs auf Grund eines Kommunikationsfehlers.

Location, Location, Location

Die Bürostadt als solche beeindruckt ja durch viel Protz aus verspiegeltem Glas und schiere Größe - das Restaurant setzt mit eher minimaler Deko und schlichter Aufmachung da einen Gegenpunkt. Der auf der Webseite angepriesene Biergarten ist eher eine Terrasse und der Speiseraum für bis zu 75 Personen, wäre bei Vollbetrieb vermutlich sehr authentisch indisch vollgestopft - man denke an die notorischen Bilder von indischen Zügen. Aber wir hatten Glück - außer uns war nur ein weiterer Tisch besetzt. Entsprechend schnell wurden wir bedient und freundlich begrüßt.

 खाना खाने - Essen essen

Das Menü bietet eine große Vielfalt nordindischer Currys und Beilagen - zu vernünftigen Preisen. Emi entschied sich dieses Mal für das Veg-Thali und ich nahm ausnahmsweise mal kein Chicken Korma sondern ein boneless Chicken in Joghurtsoße mit einem Muglai Naan. Alles gut gewählt - lecker gewürzt, nicht zu scharf und ordentliche Portionen.  
Zur Stärkung gab es dann noch ein echt indisches Kingfisher Bier - dabei denke ich immer, dass der namens gebende Kingfisher soviel passender die herrlichen Alcedinidae beschreibt als unser Eisvogel. In Indien laufen unter der Marke Kingfisher übrigens diverse Unternehmungen - neben dem Bier gibt gab es eine Airline samt Reiseveranstalter. Einmal flog ich mit eben dieser Airline von Chennai nach Colombo - also ein internationaler Flug und siehe da - an Bord der Kingfisher Airline wurde Kingfisher Bier serviert. Aber zurück zum TandooriTaste.

Fazit

Schon während des Essens sagte Emi: "Das wird vermutlich nicht unser Lieblingsrestaurant." - und da gebe ich ihr recht. Das Essen schmeckt authentisch und lecker und stimmt in Preis und Leistung. Drumherum gibt das Lokal aber wenig her was Deko oder Details angeht - es gab etwa kein Pan Massala, das die wilde My im Saravanaa Bhavan so faszinierte - eher funktional alles (was jetzt nicht unbedingt unindisch ist). Aber wer in der Bürostadt arbeitet und nicht erst eine kleine Weltreise dorthin unternehmen muss, kann dort sicher ein gutes, geschmackvolles Mittagessen verspeisen.
Sehr lecker, alles aufgegessen.
Der Rückweg war dann übrigens deutlich einfacher und wir haben noch einen scenic Abstecher ins LiLu gemacht - Emi war begeistert von der friedlichen Atmosphäre auf der Maininsel - vor allem wenn man bedenkt, wie sich die Leute am Mainufer ab dem Holbeinsteg quetschen! Ein gelungenes kulinarisches Frankfurter Abenteuer! Weiter geht es Ende August!

Noch mehr #12restaurants2017?

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße und zuletzt im White Elefant im fernen Offenbach. 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Dienstag, 11. Juli 2017

Sangeetha Sabha e.V. - die Vina ist in Frankfurt angekommen


Am 17. Juni hatte ich die einmalige Chance als Ehrengast beim ersten Konzert des neu gegründeten Vereins Frankfurt Sangeetha Sabha e.V. dabei zu sein und erstmals bewusst der so genannten karnatischen Musik zu lauschen. Bei "Strings Attached" spielten Kumaresh Rajagopalan und Jayanthi Kumaresh Geige und Vina, begleitet von Trommeln - den südindischen Doppeltrommeln Mridangam und Tabla. Ich war wirklich beeindruckt - ein umwerfendes Konzert auf höchstem Niveau mit farbenprächtigem Rahmenprogramm- dafür bin ich gerne in den Saalbau nach Fechenheim geradelt. In der Folge kamen bei mir ein paar Fragen auf - dankenswerterweise haben mir die Präsidentin von Sangeetha Sabha und Leiterin der indischen Musikakademie Frankfurt Sudha Kommuri (SK)sowie die Generalsekretärin und leidenschaftliche Vina-Spielerin Varsha Vasudevan (VV) in einem Interview Rede und Antwort gestanden.

Strings attached - live in Concert in Frankfurt!
(Foto: Kalyan Kommoju)

Vor kurzem habt ihr Euer erstes Event mit „Strings Attached“ veranstaltet. Wie kam es zur Gründung des Vereins Sangeetha Sabha - eines Vereins für indische Musik in Deutschland?

SK For the past 5 years, I have been dreaming to start a non-profit association for South Indian classical or “Carnatic” music. With time, I found the right team, and subsequently, we founded the association in November 2016 and are perhaps the first non-profit association in Germany dedicated for Carnatic classical music. Our tightly-knit team consists of four dedicated members. Before we knew it, we were contacted to organize this beautiful concert, “Strings Attached” featuring first-line musicians.

VV Sudha’s Indian Music Academy Frankfurt, a voluntary initiative to teach Carnatic music to residents in Frankfurt, has been in existence since the summer of 2011. Since its beginning, I have been her student, and so when she expressed her desire to establish an official platform to promote Carnatic music and its students in Germany to an international audience, I was excited to be. Both of us are very passionate about music, and so we found it only natural that after so many years, we take Carnatic music to the next level in Germany.

Maestro Dr. Jayanthi Kumaresh an der Saraswathi Vina
(Foto: Kalyan Kommoju)
Varsha, Du spielst die Vina, ein sehr altes, indisches Saiteninstrument, das mindestens seit 4000 Jahren in der indischen klassischen Musik gespielt wird. Schon in den Veden ist diese Instrument als Liebling der hinduistischen Göttin der Weisheit Sarasvati vermerkt. Ist die musikalische Prägung Familientradition oder woher kam bei Euch das Interesse für dieses Instrument und seine Musik?

VV In Indian families, it is usually a tradition to learn an art form from a young age. Thus, I began vocal training in Carnatic music at the age of 6, which was interrupted after two years, when we moved to Germany. My mother’s love for playing the Veena when I was younger induced me to learn the art myself at the later age of 11 years when we moved back to India. Since moving to Frankfurt, however, I have had the luck of learning vocal Carnatic music from Sudha, and for the past year, continuing Veena classes under my uncle’s guidance, too!

SK I am a vocalist hailing from a musical family and I was introduced to Carnatic music at the tender age of 5 by my mother who is also a singer. Alongside school, I ardently attended music classes nearly everyday, and practiced for at least 2 hours every day. Eventually, I pursued music academically, by doing my Bachelors and Masters of Arts in Indian Classical music. For the past years, I have been teaching Carnatic classical music as a hobby, balancing music, business and family.
Strings Attached and friends (vlnr):  Jayachandra Kulur Rao, Pramath Kiran, Kumaresh Rajagopalan, Jayanthi Kumaresh, Sudha Kommuri, Varsha Vasudevan, Vijayalakshmi Ramakrishnan, Padmanabhan Ananthanarayanan und Vasudevan Raghavan (Foto: Kalyan Kommoju)
Welche Veranstaltungen habt ihr für die Zukunft geplant? Warum sollten auch Deutsche und Europäische Ohren Euren Konzerten lauschen?

SK We have plans to organize vocal and instrumental concerts by inviting leading professional classical musicians from India. To integrate music students into Indian classical music, we are also planning to organize lecture demonstrations, workshops and musical festivals with local and visiting musicians. The initiation of such events here would offer Germans and Europeans a great opportunity to understand and appreciate the beauty, similarities and differences of carnatic classical music in comparison to European classical music. It would facilitate integration between the Indian and German communities. In fact, during the small inauguration event of the association, we did invite a German violinist, Ms. Gisela Ziegler, to accompany us with some Carnatic classical performances and this was greatly appreciated.

VV At the moment, when the European audience hears the word “Indian classical music”, usually they think of the instruments Sitar, Tabla and Harmonium. All three are wonderful instruments used in Hindustani classical music, a genre parallel to Carnatic music. However, Hindustani music differs largely from Carnatic music in its rendition and style of singing. Hence, the idea is to establish Carnatic music in Germany, so that people also become familiarized with Carnatic classical instruments like Veena, Mridangam, Ganjira and Morching. The German audience, especially, shows great appreciation for classical music, regardless of its subtype. We hope to take advantage of this preference, and show them the unique beauty of Carnatic music.

Wenn Ihr das nächste Konzert nicht verpassen wollt, liked Sangeetha Sabha auf Facebook und dann sehen wir uns dort! Danke an Sudha und Varsha für das Interview - das übrigens hier auf Englisch notiert ist, um es einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Habt ihr noch Fragen? Postet Sie gerne in den Kommentaren! 

Donnerstag, 8. Juni 2017

White Elefant #12restaurants2017 #6

Die Idee hinter dem #12Restaurants2017-Projekt ist ja zum einen auf eine Ausweitung der kulinarischen Optionen ausgelegt, zum anderen geht es aber auch darum, der Neu-Frankfurterin Emi ein bisschen was von der Stadt zu zeigen. Aber die Rhein-Main-Region ist einfach zu dicht besiedelt, als das man sich auf den Kernbereich konzentrieren könne, und so haben wir unser sechstes (!!) indisches Abendessen dieses Mal in eine andere Stadt verlegt und Emis Jungfernfahrt nach Offenbach gemacht.

Offenbach - ist ja gar nicht so weit weg


Der White Elefant war mir von mehreren Leuten empfohlen worden, und auch wenn es keine Online-Reservierung dort gibt, ist auch das Internet voll von Lob. Bevor wir uns aber auf den Weg machen, droht ein Sturm und wir entscheiden uns für die S-Bahn. Dabei hatten wir kurz vergessen, dass man von Sachsenhausen-Mühlberg zwar nur zwei Stationen bis Offenbach-Ledermuseum in unter fünf Minuten fährt - wir aber die Stadtgrenze überschreiten. Deswegen kostet diese Fahrt vier Euro und fünfundachtzig Cent. Jetzt noch mal in Zahlen: 2 Stationen, 4 Minuten Fahrtzeit kosten fast 5 Euro. Vermutlich wären wir mit dem Taxi, zumal zu zweit, genauso ungünstig hingekommen. /RantRMVEnde.
Beim Betreten des Restaurants gibt Emi schon mal Pluspunkte für die Dekoration und das zu Recht. Jeder Winkel ist verziert, bebildert, verparavent, mit Deckchen belegt und so weiter. Man könnte hier auch von Kitsch sprechen - authentisch ist anders, aber es gefällt uns. Am Tisch fällt auf: alles ist gebrandet: die Servietten, die Teller, das Glas mit der Mangolassi, der Zuckerbeutel für den Chai und das Gästebuch. An dieser Stelle gibt es auch nochmal Pluspunkte für die Sauberkeit und das Dekor der Toilette - dort ist natürlich auch alles gebrandet: Seifenspender und Tücherboxcover aus Leder!

Breite Auswahl an Speisen


Wir haben beim Bestellen wieder die Qual der Wahl - eine enorme Auswahl an Speisen von "Kashmiri" bis "Ceylon" und von "aryuvedisch" (=vegan) bis richtig fleischig. Wir tippen auf insgesamt eher eine nordindische Restaurantleitung - können das aber nicht abschließend aufklären. Die freundliche Bedienung, die passend zum Ambiente tatsächlich einen (natürlich gebrandeten) Sari trägt, spricht Empfehlungen aus und ermuntert und unsere Gerichte "mittelscharf" zu bestellen.
Tatsächlich ist "mittelscharf" für uns beide ok - wobei Emi auf unsere trainierten Gaumen verweist: wir gehen schließlich einmal im Monat indisch essen - hah! Außerdem haben wir ja in Delhi gelebt. Neben scharf kommt auch noch viel guter Geschmack durch - das Essen ist wirklich lecker und Emi muss nur eine kleine Portion in ihren Doggi-Bag packen lassen. Im Dessertmagen ist natürlich noch ein bisschen Platz und wir gönnen uns wunderbar weiche, nicht zu süße Gulab Jammun. Mjammjammjamm!

Fazit


Abgesehen von den Anreisekosten wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis: sehr leckeres Essen, freundliche Bedienung und wunderbar ausgestaltete Räumlichkeiten - wenn man das mag. Gerne wieder.

Wildes Offenbach?


Während des Essens wurden wir über Twitter beraten, wo man denn im wilden Offenbach noch einen guten Absacker trinken kann. Wir entscheiden uns gegen eine Shisha-Bar und landen dann im Försters, dem selbsternannten Wohnzimmer Offenbachs und trinken noch einen schönen Grauburgunder. Es ist sogar noch ein bisschen hell als wir nach 22 Uhr Richtung S-Bahn ziehen.
Emi befindet: "Ist schon irgendwie anders hier als in Frankfurt. Eher so ein bisschen wie Berlin."
Jetzt könnte hier wieder der Rant von stehen, aber ich ziehe pflichtbewusst mein Ticket und zahle still 4,85 € für 4 Minuten Fahrt. In Frankfurt angekommen gibt es dann noch eine Überraschung - Branding bis ins letzte: kurz vor zu Hause steht dann tatsächlich noch ein White Elefant Taxi:
Viel hilft viel?! Marketing und Branding :White Elefant.
Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße und zuletzt beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße. Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Dienstag, 23. Mai 2017

Saravanaa Bhavan #12restaurants2017 Frankfurt #5

Das Bahnhofsviertel haben wir uns für die wärmeren Monate aufgehoben, weil das einfach spektakulärer ist und man schön gentrifizieren und rumhipstern kann. Erster Besuch im Milieu: das Saravanaa Bhavan an der Kaiserstraße. Eine Reservierung wird zwar online empfohlen, war aber an einem Mittwoch nicht wirklich nötig - obwohl wir dieses Mal zu viert waren. Neben Emi begleiteten mich dieses Mal die Wilde My und ihre Oma. Da es sommerlich warm draußen war und wir ein wenig abgehetzt durch den Frankfurter Nahverkehr ankamen, war der erste Gang gleich eine Mango Lassi. Der wilden My war sie zu süß, ihrer Oma schmeckte sie dafür umso besser.

Über 200 vegetarische Gerichte - ein fleischfreies Paradies

Mango Lassi war ja noch einfach - aber dann ging es an die Auswahl der Speisen. Sollte ja in einem vegetarischen Restaurant nicht sooo schwierig sein, in Deutschland hat man ja meist die Auswahl zwischen gedünstetem Gemüse, Salat und vielleicht noch einer Quiche. Nicht so im Savanaa Bhavan - die Speisekarte der südindischen Kette hat über 200 verschiedene Gerichte zur Auswahl - hauptsächlich Südindisch - also Uttapam, Dosa und Idli. Die meisten Savanaa Bhavans gibt es übrigens in Chennai, in Europa gibt es noch welche in Paris, Amsterdam und of course London, in Deutschland ist das Restaurant in Frankfurt aber das einzige.

Wer nicht weiß was das ist: die Karte ist auf Deutsch, einiges wird auch erklärt und immerhin eine Kellnerin sprach fließend deutsch. Die anderen vor allem Englisch und indische Freundlichkeit und Geduld. Vor allem Mys Oma tat sich ein bisschen schwer mit der Auswahl, entschied sich dann aber für ein Paneer Dosa.

Emi und ich entschieden uns für das Thali - einmal Südindisch, einmal Nordindisch: ganz viele kleine Töpfchen mit Dipps, Dals, Sabji, Suppe dazu Reis, Brot und und und. 
Für die Wilde My gab es Bagalabath - das entgegen unserer Erwartung herzhaft und nicht süß war - aber trotzdem lecker. Neben dem Namen des Gerichts sorgte die Tatsache, dass man beim Inder mit den Fingern essen darf bei der Wilden My für einiges an Heiterkeit.
Die eingangs erwähnte Hektik war auch der Tatsache geschuldet, dass Mys Oma noch am gleichen Abend auf die Heimreise ging - da war es umso willkommener, dass die bestellten Gerichte umgehend gebracht wurden. Tatsächlich waren wohl bei uns allen die Augen größer als der indische Magen, aber vor allem bei den Thalis war es wunderbar sich durch die Vielfalt zu knuspern und sich olfaktorisch an Indien zu erinnern. 

Fazit

Die Zubereitung der Speisen war aus meiner Sicht absolut authentisch indisch - was auch dadurch unterstrichen wurde, dass wir die einzigen nicht-indischen Gäste waren. Der Service war sehr gut und freundlich und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmig. 

Das Highlight kam übrigens beim Rausgehen: dort nahmen wir, wie es der Brauch will, jede ein kleines Löffelchen Pan Masala. Das ist eine Mischung aus Fenchelsamen, Anis und bunten Zuckerperlen. Der Wilden My schmeckte es sehr - wir mussten insgesamt drei Mal ein Löffelchen nehmen und auch danach, hätte sie sicher noch mehr von dem Magenentknoter gefuttert. 

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg und zuletzt beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße. Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Nachtrag: einen sehr ausführlichen Artikel über den Gründer des Saravanaa Bhavan P. Rajagopal und seine (illegalen?) Umtriebe gibt es hier.   

Montag, 15. Mai 2017

A visit to the heart of the Empire: Delegiertenreise nach London


Als offizielle Repräsentantin der DMW reiste ich vergangene Woche mit dem Herrn Minister Al-Wazir nach London. Dort gab es vieles zu erleben, entdecken und erklären (Brexit. Was sonst?). Beim Besuch des ZDF Studios besuchten wir auch Diana Zimmermann in ihrem eleganten und doch sehr kreativen Büro. Dabei gab es zwei Faszinosa von Interesse für dieses Blog zu entdecken:

#1 Eine Schulkarte zu Asien mit wirtschaftlichen Schwerpunkten und Bevölkerungsdichte aus dem Verlag Dr. Jensen

Besonders die verschiedenen Typographien finde ich bemerkenswert. Gerne hätte ich auch so eine Karte für mein zukünftiges mondänes Büro. Leider hat es dann nur für eine historische, handkolorierte Karte von 1842 im Format 15 x 25 cm gereicht.


#2 Eine Brigade Gurkhas übt den Parademarsch vor dem Fenster


Beide Fotos von Rolf Krämer
Davon habe ich leider keine Bilder. Aber ich war auch einfach zu baff. Ich dachte die Gurkhas wären mit dem Ende des zweiten Weltkriegs, spätestens mit der Unabhängigkeit Indiens Geschichte gewesen - aber ich lag wohl falsch. Hier könnt ihr das nachlesen - wobei ich besonders den letzten Satz unter Berücksichtigung des Brexits gerne einfach mal diskutieren würde:
"Nach der Entlassung erhalten sie ein Daueraufenthaltsrecht in Großbritannien."



Freitag, 21. April 2017

Bombay Palace #12restaurants2017 Frankfurt #4

Da ist der Frühling noch nicht richtig angekommen, schon ist ein Drittel des Jahres rum - oder zumindest ein Drittel der zwölf indischen Restaurants, die Emi und ich dieses Jahr testen wollen. Unser viertes Ziel war wieder in der Nachbarschaft - das mit vielen Schildern beworbene und mit diversen Auszeichnungen dekorierte Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße in Frankfurt Sachsenhausen.

5€ Chai 

Das Restaurant ist innen wie außem mit geschnitzten Holzfiguren dekoriert - auf dem Weg halten das Kind und ich oft an, um die Maus beim Ganesha zu suchen. Der Gastraum ist elegant und beim Betreten riecht es angenehm indisch. Highlight auf dem Tisch: die gestärkten Servietten, die zu einem Turm gerollt sind. Als Starter trinken wir einen Chai - mit 4,90€ vermutlich der teuerste meines Lebens, aber es ist ein guter Chai.
Die Bedienungen sind nicht aus Indien - wissen dementsprechend wie guter Service hier funktioniert und sind extrem freundlich. Wir bestellen dieses Mal kein kein Chicken Korma, sondern vegetarisches Malai Köfte, Navratan Korma und ein Peshwari Naan, während wir in kleinen Schlücken, den Tee austrinken. Das Essen kommt bald und ist mit Granatapfel und Cashews dekoriert.

Der Chef kommt

Als wir alles bis auf den letzten Bissen genüsslich aufgefuttert haben (sonst war immer noch was für einen Doggy-Bag über, soviel zur Portionengröße) und bezahlt haben, kommt der Chef persönlich an unseren Tisch und stellt sich vor. Nico hat das Restaurants als "Bombay Palace" übernommen und deswegen heißt es auch immer noch so - und nicht Mumbai Palace. Er fragt, ob es uns gefallen hat, wir plaudern über seine Herkunft (Punjab, nicht Bombay, nicht Maharaschtra) und er kredenzt uns als Absacker noch einen Mangoschnaps. Maaza!

Fazit

Sehr gutes, intensiv schmeckendes indisches Essen in gehobener Atmosphäre - und so gestalten sich auch die Preise. Am Wochenende oft sehr voll, Reservierung empfohlen. Stammgast werde ich vermutlich nicht, aber wenn mal hoher Besuch ins Haus steht, gehen wir dort sicher noch mal hin. Probiert es einfach selber mal aus!

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Donnerstag, 16. März 2017

Interview: Fußball im Punjab - Freiwilligendienst in Rurka Kalan

Marc und die Coaches Jitender und Gurpreet (vlnr)
Mark Schulz (24), studierte Sportwissenschaft im Bachelor und ist seit kurzer Zeit in Indien und engagiert sich dort im Freiwilligendienst als Fußballtrainer. Eine spannende Aktion für die es noch Unterstützer braucht. Ich hatte die Chance Mark ein paar Fragen zu seinem Projekt zu stellen.

Du hast in Köln Sport studiert und bist jetzt im Punjab in Indien in einem kleinen Dorf. Wie kam es dazu?

MS Ich habe 2012 mein Studium, direkt nach dem Abi begonnen. Ehrlich gesagt war ich nach der Schulzeit nicht so scharf darauf die Welt oder Australien zu entdecken, wie die meisten meiner Mitschüler. Bei mir kam die Neugier erst zwei Jahre später, als ich zu einem Auslandssemester nach Neuseeland aufbrach.

Dass ich jetzt in Indien bin, ist auch zum Teil dem Beruf meiner Mutter geschuldet - als Flugbegleiterin konnte ich sie schon das ein oder andere Mal in ferne Länder begleiten. Im Januar 2016 flogen wir für zwei Tage nach Bangalore. Diese beiden Tage reichten wohl, um sich in Land und Leute zu verlieben.

Damals machte ich schon Pläne nach meinem Studium für längere Zeit nach Indien zu reisen. Mit Hilfe des  Vereins für Deutsch-Indische-Zusammenarbeit, der Freiwilligendienste im Rahmen des "weltwärts"-Programms organisiert, fand ich das Projekt in Rurka Kalan.


Was machst Du vor Ort? Wie gestaltet sich Dein Alltag in Rurka Kalan?

MS Ich engagiere mich im  Youth Football Club, der Kindern und Jugendlichen aus der Region ein kostenloses Fußballprogramm anbietet. Dabei werden Perspektiven geschaffen und die Kinder und Jugendlichen werden vor Drogen, Gewalt und Missbrauch geschützt. Wir alle leben zusammen in der Akademie direkt neben dem Fußballplatz auf dem täglich trainiert wird.

Momentan arbeite ich zusammen mit dem Head-Coach vor Ort eine Philosophie für den Verein aus. Diese soll vor allem den teilweise gering qualifizierten indischen Trainern helfen, noch bessere Trainingseinheiten mit den Kindern durchzuführen. Meistens frühstücken alle gemeinsam um 8 Uhr, dann geht es für die Jugendlichen in die Schule und wir beginnen mit der Arbeit. Um 14 Uhr gibt es dann Mittagessen und um 16:30 Uhr wird trainiert. Das Training findet täglich, außer Sonntags statt.

Regelmäßig poste ich hier Berichte über meinen Aufenthalt, dort darf auch gerne noch gespendet werden :) Bilder und Eindrücke aus Indien und vom Fußballplatz finden sich hier.
Training in Rurka Kalan
Was sind Deine Ziele für die Zeit vor Ort? Was willst Du im Anschluss machen?

MS Ich kam mit einer geringer Erwartungshaltung nach Indien, weil Fussball hinter Cricket und Hockey nicht unbedingt die größte Sportart ist - doch bin ich vom Niveau in der Akademie begeistert. Das tolle an Sport ist, das man auf der ganzen Welt rum kommt und ich hier vor Ort wirklich auch, vor allem durch mein Studium, helfen kann.

Um meine Arbeit nachhaltig zu gestalten, macht es keinen Sinn, dass ich in dem halbem Jahr, in dem ich vor Ort bin, jede Trainingseinheiten leite. Viel mehr geht es darum, den indischen Trainern zu helfen und diese zu fördern. Sonst bin ich in einem halben Jahr weg und alles ist wieder beim alten. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich viele tolle Erfahrungen mit Land und Leuten erlebe, etwas tiefer in die Kultur eintauchen und auch etwas vom Land sehen kann. Nach dem Freiwilligendienst würde ich gerne noch weiterstudieren, aber bis dahin gibt es hier noch einiges zu tun!

Vielen Dank für das Gespräch - wenn ihr Mark unterstützen wollt, dann klickt hier!

Donnerstag, 9. März 2017

eatDoori #12restaurants2017 Frankfurt, Teil 2

Gestern war es wieder soweit: die gute Emi und ich - begleitet vom extra angereitsten Opa R. hatten einen Tisch bei eatDoori am Oeder Weg reserviert. Endlich mal wieder raus aus Sachsenhausen, nachdem #12restaurants2017 #2 bei Moti Mahal eher unspektakulär und wenig aufregend war - sowohl kulinarisch als auch atmosphärisch.

Lecker, Lecker!

Bei eatDoori hingegen war die Luft voll guter Laune und die Bude gerappelt voll - und nach einer Mango Lassi/Kingfisher Bier als Appero auch unser Tisch:
Das Essen war sehr lecker - allerdings nicht unbedingt authentisch indisch, z.B. das Naanwich würde ich mal als Fusion Cuisine bezeichnen und auch mein Chicken Korma war eher auf den europäischen Gaumen abgestimmt. Der einfache Raita hingegen war einfach nur Joghurt, da hätten drei Zwieblstückchen und bisschen Gewürz reingehört.

Opa R. kommentiert:
"Kann man noch mal hingehen."
Das ist auf seiner Skala das höchste Lob für ein Essen was möglich ist, gutes Essen wird für gewöhnlich mit
"Kann man essen."
quittiert. Auch schien Opa R. den portugiesischen Rotwein zu genießen.

Dessert

Aber was wäre ein gutes Essen ohne einen Nachtisch?
Media preview

Auch wenn auf Twitter zum Käsekuchen geraten wurde, fiel die erste Wahl doch auf Kulfi - ein echter Genuss!
Mit vollen Bäuchen wanderten wir anschließend zufrieden zurück nach Dribdebach.

Fazit

Ein gastronomisches und kulinarisches Erlebnis von Anfang bis Ende, mit schönen Details (etwa die indischen Zeitungen auf dem Klo, das Waschbecken dort und der blinkende Leuchtröhrenganesha). Preis/Leistung/Service stimmt. Außerdem nah dem Metropolkino - also auch geeignet für ein Date!

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!