Donnerstag, 8. Juni 2017

White Elefant #12restaurants2017 #6

Die Idee hinter dem #12Restaurants2017-Projekt ist ja zum einen auf eine Ausweitung der kulinarischen Optionen ausgelegt, zum anderen geht es aber auch darum, der Neu-Frankfurterin Emi ein bisschen was von der Stadt zu zeigen. Aber die Rhein-Main-Region ist einfach zu dicht besiedelt, als das man sich auf den Kernbereich konzentrieren könne, und so haben wir unser sechstes (!!) indisches Abendessen dieses Mal in eine andere Stadt verlegt und Emis Jungfernfahrt nach Offenbach gemacht.

Offenbach - ist ja gar nicht so weit weg


Der White Elefant war mir von mehreren Leuten empfohlen worden, und auch wenn es keine Online-Reservierung dort gibt, ist auch das Internet voll von Lob. Bevor wir uns aber auf den Weg machen, droht ein Sturm und wir entscheiden uns für die S-Bahn. Dabei hatten wir kurz vergessen, dass man von Sachsenhausen-Mühlberg zwar nur zwei Stationen bis Offenbach-Ledermuseum in unter fünf Minuten fährt - wir aber die Stadtgrenze überschreiten. Deswegen kostet diese Fahrt vier Euro und fünfundachtzig Cent. Jetzt noch mal in Zahlen: 2 Stationen, 4 Minuten Fahrtzeit kosten fast 5 Euro. Vermutlich wären wir mit dem Taxi, zumal zu zweit, genauso ungünstig hingekommen. /RantRMVEnde.
Beim Betreten des Restaurants gibt Emi schon mal Pluspunkte für die Dekoration und das zu Recht. Jeder Winkel ist verziert, bebildert, verparavent, mit Deckchen belegt und so weiter. Man könnte hier auch von Kitsch sprechen - authentisch ist anders, aber es gefällt uns. Am Tisch fällt auf: alles ist gebrandet: die Servietten, die Teller, das Glas mit der Mangolassi, der Zuckerbeutel für den Chai und das Gästebuch. An dieser Stelle gibt es auch nochmal Pluspunkte für die Sauberkeit und das Dekor der Toilette - dort ist natürlich auch alles gebrandet: Seifenspender und Tücherboxcover aus Leder!

Breite Auswahl an Speisen


Wir haben beim Bestellen wieder die Qual der Wahl - eine enorme Auswahl an Speisen von "Kashmiri" bis "Ceylon" und von "aryuvedisch" (=vegan) bis richtig fleischig. Wir tippen auf insgesamt eher eine nordindische Restaurantleitung - können das aber nicht abschließend aufklären. Die freundliche Bedienung, die passend zum Ambiente tatsächlich einen (natürlich gebrandeten) Sari trägt, spricht Empfehlungen aus und ermuntert und unsere Gerichte "mittelscharf" zu bestellen.
Tatsächlich ist "mittelscharf" für uns beide ok - wobei Emi auf unsere trainierten Gaumen verweist: wir gehen schließlich einmal im Monat indisch essen - hah! Außerdem haben wir ja in Delhi gelebt. Neben scharf kommt auch noch viel guter Geschmack durch - das Essen ist wirklich lecker und Emi muss nur eine kleine Portion in ihren Doggi-Bag packen lassen. Im Dessertmagen ist natürlich noch ein bisschen Platz und wir gönnen uns wunderbar weiche, nicht zu süße Gulab Jammun. Mjammjammjamm!

Fazit


Abgesehen von den Anreisekosten wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis: sehr leckeres Essen, freundliche Bedienung und wunderbar ausgestaltete Räumlichkeiten - wenn man das mag. Gerne wieder.

Wildes Offenbach?


Während des Essens wurden wir über Twitter beraten, wo man denn im wilden Offenbach noch einen guten Absacker trinken kann. Wir entscheiden uns gegen eine Shisha-Bar und landen dann im Försters, dem selbsternannten Wohnzimmer Offenbachs und trinken noch einen schönen Grauburgunder. Es ist sogar noch ein bisschen hell als wir nach 22 Uhr Richtung S-Bahn ziehen.
Emi befindet: "Ist schon irgendwie anders hier als in Frankfurt. Eher so ein bisschen wie Berlin."
Jetzt könnte hier wieder der Rant von stehen, aber ich ziehe pflichtbewusst mein Ticket und zahle still 4,85 € für 4 Minuten Fahrt. In Frankfurt angekommen gibt es dann noch eine Überraschung - Branding bis ins letzte: kurz vor zu Hause steht dann tatsächlich noch ein White Elefant Taxi:
Viel hilft viel?! Marketing und Branding :White Elefant.
Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße und zuletzt beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße. Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Dienstag, 23. Mai 2017

Saravanaa Bhavan #12restaurants2017 Frankfurt #5

Das Bahnhofsviertel haben wir uns für die wärmeren Monate aufgehoben, weil das einfach spektakulärer ist und man schön gentrifizieren und rumhipstern kann. Erster Besuch im Milieu: das Saravanaa Bhavan an der Kaiserstraße. Eine Reservierung wird zwar online empfohlen, war aber an einem Mittwoch nicht wirklich nötig - obwohl wir dieses Mal zu viert waren. Neben Emi begleiteten mich dieses Mal die Wilde My und ihre Oma. Da es sommerlich warm draußen war und wir ein wenig abgehetzt durch den Frankfurter Nahverkehr ankamen, war der erste Gang gleich eine Mango Lassi. Der wilden My war sie zu süß, ihrer Oma schmeckte sie dafür umso besser.

Über 200 vegetarische Gerichte - ein fleischfreies Paradies

Mango Lassi war ja noch einfach - aber dann ging es an die Auswahl der Speisen. Sollte ja in einem vegetarischen Restaurant nicht sooo schwierig sein, in Deutschland hat man ja meist die Auswahl zwischen gedünstetem Gemüse, Salat und vielleicht noch einer Quiche. Nicht so im Savanaa Bhavan - die Speisekarte der südindischen Kette hat über 200 verschiedene Gerichte zur Auswahl - hauptsächlich Südindisch - also Uttapam, Dosa und Idli. Die meisten Savanaa Bhavans gibt es übrigens in Chennai, in Europa gibt es noch welche in Paris, Amsterdam und of course London, in Deutschland ist das Restaurant in Frankfurt aber das einzige.

Wer nicht weiß was das ist: die Karte ist auf Deutsch, einiges wird auch erklärt und immerhin eine Kellnerin sprach fließend deutsch. Die anderen vor allem Englisch und indische Freundlichkeit und Geduld. Vor allem Mys Oma tat sich ein bisschen schwer mit der Auswahl, entschied sich dann aber für ein Paneer Dosa.

Emi und ich entschieden uns für das Thali - einmal Südindisch, einmal Nordindisch: ganz viele kleine Töpfchen mit Dipps, Dals, Sabji, Suppe dazu Reis, Brot und und und. 
Für die Wilde My gab es Bagalabath - das entgegen unserer Erwartung herzhaft und nicht süß war - aber trotzdem lecker. Neben dem Namen des Gerichts sorgte die Tatsache, dass man beim Inder mit den Fingern essen darf bei der Wilden My für einiges an Heiterkeit.
Die eingangs erwähnte Hektik war auch der Tatsache geschuldet, dass Mys Oma noch am gleichen Abend auf die Heimreise ging - da war es umso willkommener, dass die bestellten Gerichte umgehend gebracht wurden. Tatsächlich waren wohl bei uns allen die Augen größer als der indische Magen, aber vor allem bei den Thalis war es wunderbar sich durch die Vielfalt zu knuspern und sich olfaktorisch an Indien zu erinnern. 

Fazit

Die Zubereitung der Speisen war aus meiner Sicht absolut authentisch indisch - was auch dadurch unterstrichen wurde, dass wir die einzigen nicht-indischen Gäste waren. Der Service war sehr gut und freundlich und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmig. 

Das Highlight kam übrigens beim Rausgehen: dort nahmen wir, wie es der Brauch will, jede ein kleines Löffelchen Pan Masala. Das ist eine Mischung aus Fenchelsamen, Anis und bunten Zuckerperlen. Der Wilden My schmeckte es sehr - wir mussten insgesamt drei Mal ein Löffelchen nehmen und auch danach, hätte sie sicher noch mehr von dem Magenentknoter gefuttert. 

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg und zuletzt beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße. Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Nachtrag: einen sehr ausführlichen Artikel über den Gründer des Saravanaa Bhavan P. Rajagopal und seine (illegalen?) Umtriebe gibt es hier.   

Montag, 15. Mai 2017

A visit to the heart of the Empire: Delegiertenreise nach London


Als offizielle Repräsentantin der DMW reiste ich vergangene Woche mit dem Herrn Minister Al-Wazir nach London. Dort gab es vieles zu erleben, entdecken und erklären (Brexit. Was sonst?). Beim Besuch des ZDF Studios besuchten wir auch Diana Zimmermann in ihrem eleganten und doch sehr kreativen Büro. Dabei gab es zwei Faszinosa von Interesse für dieses Blog zu entdecken:

#1 Eine Schulkarte zu Asien mit wirtschaftlichen Schwerpunkten und Bevölkerungsdichte aus dem Verlag Dr. Jensen

Besonders die verschiedenen Typographien finde ich bemerkenswert. Gerne hätte ich auch so eine Karte für mein zukünftiges mondänes Büro. Leider hat es dann nur für eine historische, handkolorierte Karte von 1842 im Format 15 x 25 cm gereicht.


#2 Eine Brigade Gurkhas übt den Parademarsch vor dem Fenster


Beide Fotos von Rolf Krämer
Davon habe ich leider keine Bilder. Aber ich war auch einfach zu baff. Ich dachte die Gurkhas wären mit dem Ende des zweiten Weltkriegs, spätestens mit der Unabhängigkeit Indiens Geschichte gewesen - aber ich lag wohl falsch. Hier könnt ihr das nachlesen - wobei ich besonders den letzten Satz unter Berücksichtigung des Brexits gerne einfach mal diskutieren würde:
"Nach der Entlassung erhalten sie ein Daueraufenthaltsrecht in Großbritannien."



Freitag, 21. April 2017

Bombay Palace #12restaurants2017 Frankfurt #4

Da ist der Frühling noch nicht richtig angekommen, schon ist ein Drittel des Jahres rum - oder zumindest ein Drittel der zwölf indischen Restaurants, die Emi und ich dieses Jahr testen wollen. Unser viertes Ziel war wieder in der Nachbarschaft - das mit vielen Schildern beworbene und mit diversen Auszeichnungen dekorierte Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße in Frankfurt Sachsenhausen.

5€ Chai 

Das Restaurant ist innen wie außem mit geschnitzten Holzfiguren dekoriert - auf dem Weg halten das Kind und ich oft an, um die Maus beim Ganesha zu suchen. Der Gastraum ist elegant und beim Betreten riecht es angenehm indisch. Highlight auf dem Tisch: die gestärkten Servietten, die zu einem Turm gerollt sind. Als Starter trinken wir einen Chai - mit 4,90€ vermutlich der teuerste meines Lebens, aber es ist ein guter Chai.
Die Bedienungen sind nicht aus Indien - wissen dementsprechend wie guter Service hier funktioniert und sind extrem freundlich. Wir bestellen dieses Mal kein kein Chicken Korma, sondern vegetarisches Malai Köfte, Navratan Korma und ein Peshwari Naan, während wir in kleinen Schlücken, den Tee austrinken. Das Essen kommt bald und ist mit Granatapfel und Cashews dekoriert.

Der Chef kommt

Als wir alles bis auf den letzten Bissen genüsslich aufgefuttert haben (sonst war immer noch was für einen Doggy-Bag über, soviel zur Portionengröße) und bezahlt haben, kommt der Chef persönlich an unseren Tisch und stellt sich vor. Nico hat das Restaurants als "Bombay Palace" übernommen und deswegen heißt es auch immer noch so - und nicht Mumbai Palace. Er fragt, ob es uns gefallen hat, wir plaudern über seine Herkunft (Punjab, nicht Bombay, nicht Maharaschtra) und er kredenzt uns als Absacker noch einen Mangoschnaps. Maaza!

Fazit

Sehr gutes, intensiv schmeckendes indisches Essen in gehobener Atmosphäre - und so gestalten sich auch die Preise. Am Wochenende oft sehr voll, Reservierung empfohlen. Stammgast werde ich vermutlich nicht, aber wenn mal hoher Besuch ins Haus steht, gehen wir dort sicher noch mal hin. Probiert es einfach selber mal aus!

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Donnerstag, 16. März 2017

Interview: Fußball im Punjab - Freiwilligendienst in Rurka Kalan

Marc und die Coaches Jitender und Gurpreet (vlnr)
Mark Schulz (24), studierte Sportwissenschaft im Bachelor und ist seit kurzer Zeit in Indien und engagiert sich dort im Freiwilligendienst als Fußballtrainer. Eine spannende Aktion für die es noch Unterstützer braucht. Ich hatte die Chance Mark ein paar Fragen zu seinem Projekt zu stellen.

Du hast in Köln Sport studiert und bist jetzt im Punjab in Indien in einem kleinen Dorf. Wie kam es dazu?

MS Ich habe 2012 mein Studium, direkt nach dem Abi begonnen. Ehrlich gesagt war ich nach der Schulzeit nicht so scharf darauf die Welt oder Australien zu entdecken, wie die meisten meiner Mitschüler. Bei mir kam die Neugier erst zwei Jahre später, als ich zu einem Auslandssemester nach Neuseeland aufbrach.

Dass ich jetzt in Indien bin, ist auch zum Teil dem Beruf meiner Mutter geschuldet - als Flugbegleiterin konnte ich sie schon das ein oder andere Mal in ferne Länder begleiten. Im Januar 2016 flogen wir für zwei Tage nach Bangalore. Diese beiden Tage reichten wohl, um sich in Land und Leute zu verlieben.

Damals machte ich schon Pläne nach meinem Studium für längere Zeit nach Indien zu reisen. Mit Hilfe des  Vereins für Deutsch-Indische-Zusammenarbeit, der Freiwilligendienste im Rahmen des "weltwärts"-Programms organisiert, fand ich das Projekt in Rurka Kalan.


Was machst Du vor Ort? Wie gestaltet sich Dein Alltag in Rurka Kalan?

MS Ich engagiere mich im  Youth Football Club, der Kindern und Jugendlichen aus der Region ein kostenloses Fußballprogramm anbietet. Dabei werden Perspektiven geschaffen und die Kinder und Jugendlichen werden vor Drogen, Gewalt und Missbrauch geschützt. Wir alle leben zusammen in der Akademie direkt neben dem Fußballplatz auf dem täglich trainiert wird.

Momentan arbeite ich zusammen mit dem Head-Coach vor Ort eine Philosophie für den Verein aus. Diese soll vor allem den teilweise gering qualifizierten indischen Trainern helfen, noch bessere Trainingseinheiten mit den Kindern durchzuführen. Meistens frühstücken alle gemeinsam um 8 Uhr, dann geht es für die Jugendlichen in die Schule und wir beginnen mit der Arbeit. Um 14 Uhr gibt es dann Mittagessen und um 16:30 Uhr wird trainiert. Das Training findet täglich, außer Sonntags statt.

Regelmäßig poste ich hier Berichte über meinen Aufenthalt, dort darf auch gerne noch gespendet werden :) Bilder und Eindrücke aus Indien und vom Fußballplatz finden sich hier.
Training in Rurka Kalan
Was sind Deine Ziele für die Zeit vor Ort? Was willst Du im Anschluss machen?

MS Ich kam mit einer geringer Erwartungshaltung nach Indien, weil Fussball hinter Cricket und Hockey nicht unbedingt die größte Sportart ist - doch bin ich vom Niveau in der Akademie begeistert. Das tolle an Sport ist, das man auf der ganzen Welt rum kommt und ich hier vor Ort wirklich auch, vor allem durch mein Studium, helfen kann.

Um meine Arbeit nachhaltig zu gestalten, macht es keinen Sinn, dass ich in dem halbem Jahr, in dem ich vor Ort bin, jede Trainingseinheiten leite. Viel mehr geht es darum, den indischen Trainern zu helfen und diese zu fördern. Sonst bin ich in einem halben Jahr weg und alles ist wieder beim alten. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich viele tolle Erfahrungen mit Land und Leuten erlebe, etwas tiefer in die Kultur eintauchen und auch etwas vom Land sehen kann. Nach dem Freiwilligendienst würde ich gerne noch weiterstudieren, aber bis dahin gibt es hier noch einiges zu tun!

Vielen Dank für das Gespräch - wenn ihr Mark unterstützen wollt, dann klickt hier!

Donnerstag, 9. März 2017

eatDoori #12restaurants2017 Frankfurt, Teil 2

Gestern war es wieder soweit: die gute Emi und ich - begleitet vom extra angereitsten Opa R. hatten einen Tisch bei eatDoori am Oeder Weg reserviert. Endlich mal wieder raus aus Sachsenhausen, nachdem #12restaurants2017 #2 bei Moti Mahal eher unspektakulär und wenig aufregend war - sowohl kulinarisch als auch atmosphärisch.

Lecker, Lecker!

Bei eatDoori hingegen war die Luft voll guter Laune und die Bude gerappelt voll - und nach einer Mango Lassi/Kingfisher Bier als Appero auch unser Tisch:
Das Essen war sehr lecker - allerdings nicht unbedingt authentisch indisch, z.B. das Naanwich würde ich mal als Fusion Cuisine bezeichnen und auch mein Chicken Korma war eher auf den europäischen Gaumen abgestimmt. Der einfache Raita hingegen war einfach nur Joghurt, da hätten drei Zwieblstückchen und bisschen Gewürz reingehört.

Opa R. kommentiert:
"Kann man noch mal hingehen."
Das ist auf seiner Skala das höchste Lob für ein Essen was möglich ist, gutes Essen wird für gewöhnlich mit
"Kann man essen."
quittiert. Auch schien Opa R. den portugiesischen Rotwein zu genießen.

Dessert

Aber was wäre ein gutes Essen ohne einen Nachtisch?
Media preview

Auch wenn auf Twitter zum Käsekuchen geraten wurde, fiel die erste Wahl doch auf Kulfi - ein echter Genuss!
Mit vollen Bäuchen wanderten wir anschließend zufrieden zurück nach Dribdebach.

Fazit

Ein gastronomisches und kulinarisches Erlebnis von Anfang bis Ende, mit schönen Details (etwa die indischen Zeitungen auf dem Klo, das Waschbecken dort und der blinkende Leuchtröhrenganesha). Preis/Leistung/Service stimmt. Außerdem nah dem Metropolkino - also auch geeignet für ein Date!

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!

Freitag, 27. Januar 2017

Al Bismil #12Restaurants2017 Frankfurt, Teil 1

Wie schon angekündigt, plane ich dieses Jahr mit Emilia zwölf mal indisch essen zu gehen und dabei die kulinarische Bandbreite die Frankfurt hier zu bieten hat, auszutesten. Gestern, am Republic Day ging es los: Al Bismil am Sandweg 8. Das kleine Restaurant hat acht Tische und eine helle Innengestaltung. Außer uns waren nur Inder dort - ein gutes Zeichen!

Zuerst mal einen Chai und dann der Blick in die Karte - eine große Auswahl nordindischer vegetarischer und Fleisch-Klassiker, dazu Vorspeisen wie Pakora,Samosa, Naan und vieles mehr. Die Auswahl viel uns nicht leicht, daher bestellten wir viel:
In der familiären Atmosphäre des Restaurants viel uns das Warten leicht. Nach kurzer Wartezeit bog sich der Tisch fast unter den vielen leckeren Gerichten. Das Essen war wirklich lecker und angenehm scharf. Es war tatsächlich soviel, dass wir noch einen Doggie-Bag mit nach Hause nehmen konnten und das für 24€.

Ich kann Al Bismil empfehlen für alle, die richtig Hunger auf gutes und preiswertes indisches Essen haben. Der nächste Termin für #12Restaurants2017 ist der 22.2. - habt ihr noch Vorschläge, wo wir hin gehen sollen? Gerne einfach einen Kommentar posten!

p.S.: Den Absacker auf dem Rückweg haben wir bei Jannis an der Hanauar Landstraße getrunken - Empfehlung falls ihr mal Bock auf griechisch habt!

Montag, 23. Januar 2017

Indian Vibes - Radio X

Jeden vierten Sonntag im Monat läuft auf dem regionalen, unabhängigen und werbefreien Sender Radio X aus Frankfurt das Format Indian Vibes.
Die inspirierende Petra Klaus macht diese Sendung und hatte mich angefragt, dort über dieses, mein Langzeitprojekt, den Blog zu sprechen. Im Interview ging es um meine Motivation auch nach sieben Jahren noch regelmäßig zu bloggen, um die Faszination für Indien, um Filmfestivals und um mein neues Projekt:
12 Restaurants - am 26. Januar geht's los. Ihr dürft gespannt sein!

Habt ihr noch Empfehlungen für gute, leckere indische/pakistanische Restaurants hier in Frankfurt? Schreibt mir eine E-Mail oder einen Kommentar unter diesen Post!


Wer die Sendung verpasst hat, kann am 31. Januar von 9-11Uhr noch mal auf Radio X reinhören (gibt's auch im Netz) und am Valentinstag, 14.2. auf FSK Hamburg von 13-16Uhr, bei Multicult fm Berlin wird es auch noch mal ausgestrahlt. 

Montag, 16. Januar 2017

Eine Liebe in Indien

Für alle die Interesse an einer lebendigen, etwas kitschigen Geschichte der Unabhängigkeit Indiens und der damit verbundenen Teilung (Pakistan) haben, empfehle ich den Roman "Eine Liebe in Indien" von Catherine Clément. Sie erweckt die Hauptakteure mit all ihren Schwächen und romantischen Belangen zum Leben mit Teils immerhin versucht amüsanten Dialogen, etwa zur An- und Aussprache Nehrus - an der Universtiät dessen Namens ich zufälligerweise studiert habe.

"'Meine Liebe', sagte Lord Mountbatten, als er plötzlich die Tür öffnete. 'Sie müssen sich daran gewöhnen, daß Nehru ein echter Pandit ist. [...] Er ist ein Gelehrter, ein Gebildeter! Sie dürfen ihn nicht bei seinem Eigennamen nennen. Nehruji! Das ist unterhört. Panditji, wenn sie wollen, aber Nehruji!'
[...]

'Dickie, es ist so warm ... Ich habe Migräne.', jammerte Edwina. 'Sie haben immer Migräne, meine Liebe. Und Sie werden Nehru mit seinem Titel anreden!' schimpfte Lord Louis. 'Aber ich weiß doch, was ein Pandit ist, Dickie ... Und sein Vorname, wie ist der doch gleich?' 'Jawarlal. Warten Sie! Nein ... Jawahalal. Ich bringe es durcheinander.' 'Wie sagen Sie?' 'Lassen Sie mich nachsehen...', antwortete er und nahm einen Zettel aus seiner Tasche. Har lal, mit einem >r< und einem >l<. Ja-wa-harlal. Ich rate Ihnen nicht zu dem Vornamen, Sie werden es nicht herausbringen.'
'Ach, dann nenne ich ihn eben Jawahar, und damit basta', sagte Edwina und stand auf."1


"Im Büro machte Lord Louis das Licht an, öffnete die Tür seines Safes und nahm eine Akte heraus, die er Nehru hinhielt, ohne etwas zu sagen. [...]
'Sagen wir, daß ich meine Meinung geändert habe. Ich empfinde viel Zuneigung für Sie, Jawarla. Vielleicht sollte ich Ihnen diese Akte nicht zeigen, aber ich übernehme die Verantwortung.'
Nehru sah ihn freundlich an und nahm das Schriftstück. Ein starkes Glücksgefühl überkam ihn; er war der erste, der die Landkarte des freien Indiens sehen durfte. [...]
'Ich habe volles Vertrauen zu Ihnen', murmelte Nehru. 'Wenn Sie erlauben, gehe ich nun und sehe es mir an.' [...] Und auf einmal umarmte er den Vizekönig. 'Nur noch eins, Sir, wenn Sie erlauben.', sagte er beim Hinausgehen.
'Mein Vorname ist Jawaharlal, Nicht Jawarla.'2


1 Clément, Catherine: 'Eine Liebe in Indien', München 1999, S. 62f.
2 Ebd., S.181f

Donnerstag, 5. Januar 2017

Don't worry, chicken curry!

Gelegentlich kommt man ja mal in Gesprächen auf das Thema indisches Essen. Hier in Frankfurt gibt es ja glücklicherweise diverse authentische Inder, die sich auch an NRIs richten. Andernorts gibt es aber indische Restaurants, die vor allem den europäischen Gaumen bedienen und entsprechend schwach würzen (und schärfen). 

Currywurst mit Pommes Schranke

Ein weiteres Missverständnis existiert rund um den Begriff "Curry". Bei uns bezeichnet das ja vor allem die Currywurst, die mit Currywurstgewürz ihren unverkennbaren Geschmack bekommt. Dabei gibt es keine Pflanze oder ein Grundrezept, das Curry heißt. Der Zeichner, Autor und Weltreisende Krish Raghav behauptet sogar, dass das Wort Curry ein eigenes Universum eröffnet: 
Krish Ragav über Curry
Also, falls ihr das nächste Mal beim Inder das Wort Curry lest, bestellt es und lasst euch überraschen, in welche Galaxie es euch führt. 

#12Restaurants2017

Falls ihr nicht wisst, zu welchem Inder ihr gehen sollt, freut euch auf dieses Jahr. Ich werde jeden Monat zusammen mit der großartigen Emi ein indisches Restaurant hier in Frankfurt testen und darüber berichten. Stay tuned!