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Montag, 22. Oktober 2018

10 Jahre New Generations Filmfestival Frankfurt

Vor zehn Jahren hatte ich gerade das erste Semester meines Masters Kulturelle Grundlagen Europas in Konstanz begonnen. Damals plante ich noch mein Auslandssemester in Argentinien zu verbringen, Indien war nicht nicht mal als Idee bei mir vermerkt.

Seitdem ist viel passiert - als Beleg: mein extra angeschaffter Reisepass für das indische Visum läuft im Februar 2019 ab. Es sind also amtlich zehn Jahre vergangen - und ich bin immer noch 29.

10 Jahre Jubiläum


Die Frankfurter Macherin von RadioX und vielen anderen kreativen Projekten, Petra Klaus, rief vor zehn Jahren das erste unabhängige indische Filmfestival ins Leben und erschuf damit eine Besonderheit. Das findet auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldberg und sagt in seinem Grußwort:
"Dank des 'New Generations - Independent Indian Film Festival'konnten in den letzten Jahren alle wichtigen und so genannten Signature Filme in Frankfurt gezeigt werden."
Szene aus "Once Again"

Die Filme, die Jahr für Jahr im Orfeos Erben Kino gezeigt werden, sind weit weg von Bollywood und zeigen eine andere Realität von Indien. Auch Filme aus der indischen Diaspora werden gezeigt, von Orten und Ländern, in denen die sogenannten non resident Indians (NRI) leben: von Amerika über Europa bis Asien und schon aus Handelsgründen auch Afrika.

Kurzfilmwallah 


Auch dieses Jahr verleiht das indische Filme Festival in Frankfurt einen Preis: den Kurzfilmwallah. Also Jurymitglied kann ich sagen: "Die Auswahl ist uns sehr sehr schwer gefallen." Im Vorlauf haben wir etwa 130 Filme gesichtet - viele viele viele davon waren gut oder auch sehr gut - aber man muss sich halt irgendwie festlegen, auch wenn die vierköpfige Jury in ihren Meinungen sehr vielfältig ist - diplomatisch gesprochen.
Szene aus "Dreams"
Am besten, ihr seid einfach am 17. November dabei, wenn alle Filme aus der Shortlist gezeigt und
anschließend der Kurzfilmwallah verliehen wird. Was es sonst noch zu sehen gibt:

Programm des Filmfestivals


Freitag, 16. November 18
19:00 Uhr    Empfang Ausstellungseröffnung: Mediatation – Illustrations by Costanza Coletti
20:00 Uhr    Love and Shukla (Trailer)
Samstag, 17. November 18
16:30 Uhr    Ubuntu (Trailer)
18:30 Uhr    Short Film Wallah
20:30 Uhr     MATANGI / MAYA / M.I.A. (Trailer)
Sonntag 18. November 18
15:30 Uhr    Teatime Konzert Max Clouth mit Masala Chai Teeprobe
16:30 Uhr     Masala Chai (mehr)
18:00 Uhr     Once Again 
(Trailer)

Szene aus "Ubuntu"

Also - das sieht doch nach einem guten Programm aus, oder? Ich empfehle euch, zum Festival zu gehen und die Filme anzuschauen. Alle weiteren Infos zum Festival findet ihr auf der Webseite oder in dem kleinen Programmheft, das es an ausgewählten Orten auch als Hardcopy zu finden gibt.

Donnerstag, 3. November 2016

India’s New Independent Cinema: Rise of the Hybrid

Vergangene Woche hatte ich im Rahmen des Indischen Independent Filmfestivals hier in Frankfurt, die Chance für ein Gespräch mit Ashvin Devasundaram, Dozent für World Cinema an der Queen Mary University in London. Der Autor des ersten Werks zum indischen independent Film "India’s New Independent Cinema: Rise of the Hybrid" stand mir Rede und Antwort zur Gestalt und Bedeutung des unabhängigen indischen Films.

Ashvin und sein Buch im Orfeo's Erben.
Klassischerweise verbinden wir mit indischem Kino vor allem eins: Bollywood. Opulente Filme mit viel Tanz und Gesang, einer nach drei Minuten absehbaren Handlung bei einer Gesamtfilmlänge von etwa drei Stunden, alles perfekter Glanz und Schein bis zum unweigerlichen Happy End. Kritische Themen tauchen am Rande auf, wichtig ist aber die Darstellung einer perfekten Filmwelt. Ashvin weißt darauf hin, dass vor allem die NRI (Not Really Indian/Never Relinquished India1 bzw. eigentlich Non-Resident Indians) diese Filme lieben. Aus der Diaspora zeigt sich ein Bild von einem Land, in dem alle Hürden genommen werden - darüber lässt sich gut eine positive indische Identität aufbauen.

Die unabhängigen indischen Filme sind anders - sie unterscheiden sich nicht nur an der Budgetgröße oder dem Staraufgebot, sie zeigen auch eine ungeschönte Sicht auf die Verhältnisse in Indien (und nach seiner Definition auch in Pakistan, Bangladesh und Sri Lanka) und richten sich primär an ein junges, intellektuelles Publikum in den Großstädten Indiens. Bekannt bei uns sind Filme wie Lunchbox, aktuell ist Parcheed in den Kinos. Das Phänomen der unabhängigen Filme entstand auf der Vorarbeit und unter Einbindung von Elementen aus "postcolonial arthouse, Middle and Parallel Cinema, 1990s urban Hinglish (Hindi with English) films, and also Bollywood". Als die wichtigsten Filme der letzten Jahre in diesem Genre nennt Ashwin Peepli Live (indischer Beitrag zu den Oscars 2010, Sundance und Berlinale Programm), Dhobi Ghat (2010) und der Eyeopener Ship of Theseus (2013). Wenn ihr Zeit, schaut sie euch an!

The book demonstrates how the new Indies are glocal – exhibiting a World Cinema global aesthetic in terms of form and style, but firmly rooted in local stories and content. In other words, it is possible to spot in the Indies, a fissiparous pan-global assortment of filmmaking styles, codes, tropes and grammar. These range in influence from Jean-Luc Godard, Satyajit Ray, Takashi Miike, Wong-Kar-wai, Gaspar Noé, and Mohsen Makhmalbaf to Ken Loach and Alfred Hitchcock. However, the beating heart of these films pumps with themes and issues which are unequivocally Indian. 2
India’s New Independent Cinema: Rise of the Hybrid
Neben den vielfältigen Einflüssen, die einen eigenen Stil zeigen, setzen die unabhängigen Filme aber auch auf Marketing um Aufmerksamkeit zu bekommen.

A good example of these two factors is Aamir Khan's capitalisation on his Bollywood star status to rigorously promote Peepli Live, eventually ensuring its commercial success, both in India and abroad. The film's marketing strategy in India ran the gamut of advertising across TV, print, radio, social media.3
Im Nebensatz verrät mir Ashvin, dass PK, ein ganz klassischer Bollywoodfilm mit Aamir Khan in der Hauptrolle trotz allem zu seinen liebsten Filmen gehört. Außerdem empfiehlt er mir noch den kritischen Mr. and Mrs. Iyer, der die Spannungen und Gewalttaten zwischen Hindus und Moslems in Indien zeigt. Wenn ihr mehr zum indischen unabhängigen Film wissen wollt, könnt ihr entweder das Buch von Ashvin kaufen - oder einfach mal auf Google Books rein lesen.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Ashvin für seine Zeit und an Petra Klaus, die Organisatorin des indischen Filmfestivals, die dieses Gespräch ermöglicht hat.

1  Vgl. Tharror, Shashi: India: From Midnight to the Millennium and Beyond.
2  Siehe http://www.litro.co.uk/2016/10/defiantly-different-indias-new-indies-kindling-indian-cinema-revolution/.
Devasundaram, Sahvin: "India's New Independent Cinema: Rise of the Hybrid", London 2016, S.23.

Mittwoch, 28. September 2016

New Generations – Independent Indian Filmfestival 2016

Ende Oktober findet in Frankfurt das unabhängige indische Filmfest New Generations statt. Markiert euch also den 27.-29.10. im Kalender, reserviert Tickets bei Orfeos Erben und seht indische Filme jenseits von Bollywood im Originalton mit englischen Untertiteln. Im Vorlauf zum Festival habe ich mit der Veranstalterin Petra Klaus über das Filmfest gesprochen:

Das indische unabhängige Filmfestival "New Generations" gibt es seit acht Jahren in Frankfurt. Wie kam es dazu?
PK Das Festival zu machen, war die Idee von meinem Kollegen Binu Kurian Joseph im Herbst 2008. Er hatte beobachtet, dass eine neue Generation junger indischer Filmemacher einen ganz anderen Typ von Filmen macht: Independent Filme mit einem neuen Look und Feel und vor allem - ganz wichtig - auch mit anderen Inhalten, die viel näher an der Realität der Menschen war als die Bollywoodfilme mit ihrem Eskapismus. Ich fand die Idee super, und so waren wir das erste Filmfestival, das 2009 die neuen Independent Filme aus Indien präsentierte.
Petra Klaus und Binu Kurian Joseph beim New Generations Festival 2015

Was ist das besondere an den Filmen, die beim New Generations Festival laufen? Was unterscheidet sie vom Mainstream-Bollywood-Kino?
PK Hier möchte ich mit den Worten von Ashvin I. Devasundaram antworten, dem Autor des weltweit ersten Buchs über das neue indische Independent Kino: India’s New Independent Cinema: Rise of the Hybrid: 'Lange wurde Bollywood weltweit als cineastisches Kürzel für Indien angesehen. Allerdings ändert sich das gerade. Der unaufhaltsame Aufstieg des neuen indischen Indie Kinos hat eine stille Revolution ausgelöst. Eine Palette von frischen Filmemacher-Talenten bemalt eine komplett andere Leinwand als Bollywood, und verwendet prägnante, experimentelle alternative und soziopolitisch orientierte Inhalte. Auch wenn die neue Welle der indischen  Independent Filme Bollywood, den langlebigen Potentaten des indischen Kinos, noch nicht entthront hat, beweist deren wachsende Beliebtheit in Indien und in der ganzen Welt, wie unauffällig die neuen Indies auf der indischen Kinobühne aufgetreten sind. – weitestgehend unterschätzt und größtenteils unangekündigt.'
Szene aus Masaan
Ich freue mich schon sehr auf das Festival im Oktober. Besonders gespannt bin ich auf den Short Film Wallah - nachdem ich beim indischen Filmfest in Stuttgart ja schon in der Kurzfilmjury war und dort eine große Vielfalt an Filmen erleben konnte, bin ich neugierig, welche Filme für das Frankfurter Festival in der engeren Wahl sind. Auf welchen Film freust Du Dich dieses Jahr am meisten - und warum?
PK Als Festivalmitorganisatorin freue ich mich natürlich auf alle Filme gleichermaßen, da jeder Film einen besonderen Aspekt hat. "Die Zeit der Frauen" zeigt mutige Frauen, "Ottaal" ein bewegendes Kinderschicksal, "Thithi" ist eine dramatische Komödie, die Kurzfilme verhandeln stellvertretend viele aktuelle Themen. In "Masaan"  prallen überkommene Überzeugungen und neu entstehende Normen und Ambitionen - gerade in Beziehungen - dramatisch aufeinander. In der bewegenden Doku "Song of Lahore" kämpfen Musiker um eine Kunst, die ihr Leben ist.

Vielen Dank für das Interview - wir sehen uns dann im Kino!

Gesamtprogramm New Generations 2016

Alle Filme laufen im Orfeos Erben
Hamburger Allee 45, 
60486 Frankfurt am MainKartenreservierung: 069 707 69 100


Donnerstag, 27. Oktober 2016

20:00 Frankfurtpremiere 
        Zeit der Frauen - Parched (Indien 2015) 




Freitag, 28. Oktober 2016

16:30 Zeit der Frauen - Parched
19:00 Deutschlandpremiere 

         Song of Lahore (Pakistan/USA 2015)
21:00 Short Film Wallah (Indien, weltweit, 2016) 





Samstag, 29. Oktober 2016

14:00 Zeit der Frauen - Parched
17:00 Ottaal (Indien 2015)
18:30 Thithi (Indien 2016)
21:00 Masaan (Indien 2015) 

Donnerstag, 7. Juli 2016

Indisches Filmfest Stuttgart

Von manchen Dingen träumt man ja ein Leben lang, etwa Sharukh Khan zu treffen oder mal bei einem Filmfestival nicht nur über den roten Teppich zu laufen, sondern auch in der Jury zu sitzen. Dieser Traum wird jetzt für mich wahr: in 2 Wochen werde ich in Stuttgart beim Indischen Film Fest zusammen mit Huan Vu und Insa Wiese aus 16 nomierten Kurzfilmen einen Gewinnerfilm wählen.

Auf dem Festival werden übrigens nicht nur viele tolle Filme als Deutschland oder sogar Europapremiere gezeigt, sondern es gibt auch ein cooles Rahmenprogramm mit Tanz, Tabla, Ausstellungen und vielem mehr. Ich freue mich schon sehr auf Stuttgart (seit kurzem auch eine von 7 Städten in Deutschland mit einem #DMW-Quartier!!) und natürlich auf die Filme! 
Folgt dem Hashtag #IFFStuttgart oder kommt direkt dort zum Festival für mehr - und funkt mich an!

Mittwoch, 29. Juni 2016

#महिला संघ #Sisterhood

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #Sisterhood der Digital Media Women e.V.. Ich leite das Quartier der #DMW in Rhein-Main

Diddi! [दीदी] 

In Indien nennt man so die große Schwester im familiären Umfeld. Als ich damals in Delhi war, haben meine exzellente Kommilitonin Anna und ich uns auch so angeredet – schon bevor wir los geflogen sind. Vor Ort wohnte ich auf dem Campus in einem reinen Frauenwohnheim, in dem Männer nur unter strengsten Auflagen erlaubt waren – etwa als Köche oder in der Administration, aber niemals als Besucher. Das Leben dort, in dieser sehr femininen Umgebung war durchaus speziell. Meine Nachbarin im Nebenzimmer war ein Sikh, die Naturwissenschaften auf Ph.D. studiert hat. Da es ihre Religion gebietet, hat sie sich noch nie die Haare geschnitten. Jeden Morgen traf ich sie im Gang vor unseren Zimmern während sie ihre laaaaaangen Haare ausgiebig kämmte. Eine Bewohnerin des Hostels aus Japan hatte aus ihrem 7m² Zimmer ihr Bett zu Gunsten eines Kühlschranks (illegalerweise) verbannt. Sie schlief traditionell einfach auf dem Boden. Eine besondere Begleitung wurde mir durch Rhia zuteil: sie zeigte mir, wie man einen Sari wickelt, wie kompliziert Beziehungen zwischen Männern und Frauen in Indien sind und was es bedeutet, einen unabhängigen Weg zu gehen. Das Gemeinschaftsgeühl unter den Bewohnerinnen war stark, zumal es eine Antagonistin gab: die Madam, die das Hostel leitete. Professorin, Hausdrache und Göttin der Willkür in Personalunion konnte sie je nach Laune unser Leben schwierig machen - etwa bei der monatlichen Abrechnung der Zimmer, für die man mit abgezahltem Bargeld in einem 1h Slot erscheinen musste... 

#Sisterhood heute

Aber genug der folkloristischen Anekdoten - was bedeutet mir die Schwesternschaft, die Verbundenheit mit anderen Frauen allgemein? Meine beiden Schwestern sind natürlich ganz wichtig - und auch wenn wir ganz unterschiedliche Wege gehen, vertraue ich doch beiden zutiefst. Ich habe auch immer viele Freundinnen mit denen ich schwimme, wohn(t)e, reis(t)e, Projekte umsetze und nicht zuletzt mit den DMW und vor allem mit dem Quartier Rhein-Main die Basis für ein richtig starkes Netzwerk. Im Beruf hält es sich momentan in Grenzen mit den Kolleginnen - als Selbstständige habe ich nur die Schreibtischnachbarinnen im Büro. Aber der Austausch mit ehemaligen Kolleginnen und auch die Beratung von Startup-Gründerinnen ist Teil des #Sisterhood - haben wir Frauen doch ähnliche Probleme in vielen Bereichen und gleichzeitig Stärken, die man nie unterschätzen sollte. 

Netzwerken, netzwerken, netzwerken

Mein Weg in die Selbstständig hätte ohne die DMW so nicht statt gefunden und es ist mir daher eine Herzensangelegenheit Frauen zu unterstützen - sei es konkret mit Texten, PR, Social-Strategie und kreativen Ansätzen, oder aber einfach zwischenmenschlich mit zuhören, kleinen Albernheiten, etwas krudem Humor und kleinen Alltagsweisheiten. Nicht, dass ich Männer weniger schätze, aber mit Frauen ist es oft einfacher über fundamentale Dinge einvernehmlich zu sein und entsprechend schwesterliches Verhalten und Vertrauen zu empfinden. Vor allem in der Digitalbranche ist es auf den oft von Männer dominierten Events häufig nur ein Blickwechsel und schon hat man sich mit den wenigen anderen Frauen verbündet - spätestens wenn man sich auf der Toilette trifft. Vielleicht sind das die Altherrenclubs der Zukunft - die Frauenbekanntschaften auf der Toilette, die schließlich starke Seilschaften werden und "diese Sache mit der Gleichberechtigung" irgendwann endlich obsolet machen. Dazu passt mein Vortrag vom #wmfra zu Frauen und Gründung eigentlich ganz gut ;-) 

Dienstag, 29. März 2016

MASAAN

Jippie - ich habe beim Newsletter von Daniela Cappelutti gewonnen! Am 1. April gehe ich im Rahmen des Lichter Filmfest zur Deutschlandpremiere von Masaan
Hier gibt's den Trailer
  

Donnerstag, 25. Februar 2016

Master of None

Auf Empfehlung meiner liebsten Monatsschrift habe ich mir die großartige Serie "Master of None" (Netflix) angeschaut. Ideengeber, Schauspieler, Autor und vieles mehr ist der aus der Serie Parks & Recreation bekannte Schauspieler Aziz Ansari, dessen Wurzeln in Tamil Nadu liegen. In Parks & Recreation kommt der von ihm verkörperte Charakter Tom Haverford aus South Carolina und lebt teilweise in einer Scheinehe - seine Frau ist Kanadierin und braucht eine Greencard.
In seiner neuen Serie "Master of None" spielt Ansari Dev Shah, einen 30-jährigen Werbeschauspieler in New York. In dieser RomCom hat auch seine Rolle indische Wurzeln und Ansari lässt sogar seine eigenen Eltern zu Wort kommen und ihre Migrationsgeschichte erzählen (Folge 2 "Parents").  

Die für mich spektakuläre Folge 4 "Indians on TV" beginnt mit einem Zusammenschnitt indischer Charaktere im amerikanischen Kino/Fernsehen von 1990. Da werden bei "India Jones and the Temple of Doom"Affenhirne zum Essen kredenzt, Apu verkauft bei den Simpsons schon Slushee in seinem Convenience Store und wirklich jedes schlechte Klischee wird bedient. In der Folge wird neben des "brownfacings" eines ameriknischen Schauspielers um einen indischen Wissenschaftler in "Nummer 5 gibt nicht auf" darzustellen auch die Frage nach dem indischen Akzent thematisiert. 

Beim Casting für die Rolle eines indischen Taxifahrers weigert sich Dev einen Akzent zu sprechen und kriegt die Rolle nicht. Auf den Hinweis, dass Ben Kingsley in seiner Rolle als Gandhi auch Akzent gesprochen und einen Oscar bekommen habe, erwiedert er: "But he didn't win the Oscar just for doing the accent. I mean, it wasn't an Oscar for Best Indian Accent." Recht hat er.

Kürzlich sah ich Deadpool in Köln in der OV - natürlich ist auch dort Taxifahrer indischDopinder hört auch brav Hindi-Musik und ist verliebt in - tatsächlich scheint das also eine weiterhin präsente klassische Filmrolle zu sein. Die kritische Essenz der Folge "Indians on TV" ist hier noch mal sehr gut zusammengefasst und analysiert.

Ich kann diese Serie wirklich empfehlen - sie verbindet für mich auf bisher einzigartige Weise die leichte Erzählung einer Lebens/Liebesgeschichte mit konkreten Alltagsproblemen, die aber nicht wertend sondern deskriptiv einladen, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Tollywood statt Bollywod



Schon nach der ersten Minute dieses Videos ist mehr passiert als in einem Till-Schweiger-Tatort in die Luft fliegen kann - und getanzt wurde auch noch. Jeder hat ja schon mal einen Bollywood-Film gesehen - oder zumindest reingezappt - oder davon gehört, dass das diese Filme sind, in denen immer soviel getanzt und gesungen wird und die so ewig lang sind. Das Video stammt aus dem Film Maryada Ramanna und ich bin über dieses *.gif auf den Film aufmerksam geworden.

Tollywood und Telugu

Auch in Telugu spricht der Herr zu uns!
Bollywoodfilme sind generell eher bombastisch und legen keinen großen Wert auf Realitätsnähe, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Grundsätzlich gilt das auch für Tollywood-Filme. Diese werden in Telugu produziert, der größten dravidischen Sprache, die von über 74 Millionen Menschen in Indien gesprochen wird (Platz 3 hinter Hindi und Bengali).

Telugu spricht man vor allem im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und angrenzenden Gebieten - allerdings werden diese Filme nicht in Bombay/Mumbai/Bollywood gefilmt, sondern eben in den Tollywood-Studios. Diese befinden sich allerdings bei Hyderabad, das nördlich von Tamil Nadu im Bundesstaat Telangana liegt.


Dienstag, 4. August 2015

Round and around

Eine Erinnerung an die halsbrecherischen Methoden auf einer Kirmes in Delhi ... die Jungs, die das Rad antreiben, tragen dabei Flipflops. Wer jetzt laut "Arbeitssicherheit!" "Unfallvorschriften!" und "Sicherheit im Allgemeinen!" schreien möchte, darf das gerne tun  :-)

Via 9gag.

Samstag, 31. Mai 2014

JNU Studenten erzählen

Welcome to IndiaMeine Studienzeit an der JNU in Indien liegt ja nun schon etwas länger zurück - und auch Frank Schmid ist mittlerweile stolzer Absolvent des exzellenten Studienganges Kulturelle Grundlagen Europas. Er war von Juli bis Dezember 2012 in Delhi und hat bei einem weiteren Besuch auf dem Subkontinent in Dezember 2013 dieses feine Video erstellt.
Gefilmt ohne Stativ, mit einer Canon 5D - sehr sehenswert!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Dilli Dilli - very chilly

Der Kalauer aus dem Titel entstammt dem kurzen Dokufilm, den der ARD-Korrespondent Gabor Halasz aus Delhi mit uns teilt. Gezeigt wird, wie sich der Feld/Wald/Straßen-Delhiite dem winterlichen Kälteeinbruch im Dezember auf nur 10°C anpasst. Hier gibt's das Video. Und: noch lacht er, der Gabor Halasz, aber er soll mal abwarten bis Januar, da wird's richtig kalt - je nach Isolierungsgrad der Wohnung natürlich.

Mittwoch, 27. November 2013

Tränendrüse: Google reunites India and Pakistan

Mit der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien 1947 wurde das Land auch aufgespalten. Bei der so genannten "Partition" entstand neben Indien auch Pakistan, damals noch unterteilt in Ost- und Westpakistan, ab 1971 Bangladesh und Pakistan. Friedlich ging es dabei nicht zu, sondern besonders rabiat - über 14 Millionen Menschen verließen ihre angestammte Heimat und wanderten in das ihrer Religion entsprechende Land - mehr oder weniger freiwillig.

Heute gibt es einen einzigen Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan, der auch ein beliebtes Touristenziel ist. Die Menschen in beiden Ländern scheinen sich einander annähern zu wollen - zumindest wenn man wie neulich Coca-Cola oder aktuell Google glaubt:


Donnerstag, 14. November 2013

Lunch Box - The Movie

Gute Kinos in der Nachbarschaft haben ja wirklich etwas für sich.

In Duisburg war es das Filmforum am Dellplatz, in Konstanz das Zebrakino und jetzt in Frankfurt ist es das Harmonie-Kino. Dort wird an diesem Freitag in Anwesenheit des Regisseurs und der Hauptdarstellerin "Lunch Box" gezeigt - und ratet mal, wer eine Karte dafür hat?!

Laut Kennern aus Fachkreisen ist der Regisseur Ritesh Batra "einer der talentiertesten indischen Regisseure, wollte eigentlich eine Oscarnominierung" - aber Bollywood war wohl stärker.

Sonntag, 3. November 2013

Connecting India and Pakistan

Tolle Idee diese beiden Länder wieder etwas näher aneinander zu bringen - ich hab es ja damals nur bis zur Grenze geschafft. Natürlich ist das auch nur eine Werbekampagne, aber immerhin mit einem ehrenwerten Motiv.

Samstag, 22. Juni 2013

Bollywood - like a lion

Man sehe sich diesen Action-Stunt an - welches Kino auf der Welt kann solche Special-Effects sonst noch zaubern? Das hier gezeigte Spektakel stammt aus dem Film Singham - weitere Szenen lassen sich auch hier bestaunen. Sinn, Unsinn oder Handlung sind dabei zweitrangig.

Freitag, 17. Mai 2013

[viral] Bollywood Pony

Das #DancePonyDance gibt es in vielen Varianten - diese gefällt mir am besten. Das Original hier.

Donnerstag, 18. April 2013

Bombay Talkies - damals und heute

Das Filmfestival von Cannes, welches Ende Mai stattfindet, hat heute das diesjährige Festivalprogramm veröffentlicht. Und oh Wunder! Es gibt einen Film namens "Bombay Talkies"!

Mit meiner Masterarbeit, die das gleichnamige Filmstudio behandelt, hat der Episoden(?)-Film von gleich vier Filmemachern (Anurag Kashyap, Dibakar Banerjee, Zoya Akhtar und Karan Johar) aber scheinbar nichts zu tun.

Vielmehr geht es um das hundertjährige Jubiläums des ersten vollständigen indischen Feature-Films "Raja Harishchandra" (1913) von Dadasaheb Phalke (1870-1944), den man vielleicht auch als den Georges Méliès Indiens bezeichnen könnte.

Zufällig habe ich genau diesen Herrn und sein Werk ausführlich untersucht. Daher folgt hier das Kapitel "Schlüsselfigur in Indien: Dhundiraj Govind Phalke" aus dem Kapitel "Die Anfänge von Film und Kino" in "Bombay Talkies": Die Entstehung des Bollywoodstudiosystems" samt aller 29(!) Fußnoten:

"Der allgemein als Dadasaheb Phalke (1870-1944) bekannte Filmemacher, war der erste indische Filmproduzent, der annähernd seriell Filme in einer Art Studio produzierte. Die Einbeziehung „indischer Kultur- und Geschichtstradition“[1] begann mit der Arbeit Phalkes und ermöglichte der indischen Filmindustrie langfristig eine eigene, von Hollywood unabhängige Existenz. Im Folgenden wird die Aneignung der notwendigen Fertigkeiten und damit die Karriere Phalkes erläutert.


Phalke, der aus einer Priesterfamilie stammt[2], war zunächst Schüler an der bereits erwähnten J.J.School of Arts, setzte seine künstlerische sowie medientechnische Ausbildung am Kalabhavan in Baroda fort[3] und arbeitete als „Fotograf, Szenenbildner und Drucker“[4]. Phalke war Anhänger der Swadeshi-Bewegung, die für ein eigenes Land ohne britischen Einfluss, die „Anerkennung der einheimischen Industrie […] [und] auch [für] sprachliche und kulturelle Traditionen und eine kollektive Erinnerung“[5] kämpfte. Daher produzierte er seine Filme dementsprechend dezidiert[6] für indische Zuschauer. Freilich ging es ihm nicht nur um Unterhaltung, sondern der Tradition seiner Familie entsprechend darum, religiöse Inhalte zu vermitteln. Die von ihm gedrehten Filme sind daher die ersten, die sich unter dem Genre des „Mythologicals“[7] kategorisieren lassen. Inwieweit Phalkes Filme zur Etablierung einer modernen indischen Identität beigetragen haben, soll hier nicht weiter erörtert werden, kann aber an anderer Stelle nachgelesen werden[8].


Bei seinem idealistischen Streben war sich Phalke dessen bewusst, dass es in Indien zu seiner Zeit weder das technische Know-How noch die entsprechenden Gerätschaften zur Filmproduktion gab. Daher reiste er mehrmals nach England und auch nach Deutschland[9], um sich dort die entsprechenden Fähigkeiten anzueignen und die zugehörigen Apparate und Materialien zu erwerben[10]. Anschließend experimentierte er mit dem vorhandenen Material und entdeckte für sich Special-Effects wie die Doppelbelichtung und die Splitscreen[11].

Mit seiner ersten importierten Kamera drehte er den Kurztrickfilm „Birth of a Pea Plant“, mit dem er einen Geldgeber, Yeshwant Nadkarni[12], den Besitzer eines Fotografiegeschäfts, zur Verleihung von 10.000 Rupien animierte, als Sicherheit verpfändete er seine Lebensversicherung. Mit dem Geld fuhr er im Frühjahr 1912 für zwei Wochen nach London, England, wo er die nötigen Apparate und Materialien zur Erstellung von Filmen kaufte und sich ein Bild von der kommerziellen Produktion von Filmen machte[13]. Schließlich gelang ihm, noch im selben Jahr, als „Kameramann, Regisseur und Cutter in einer Person“[14] mit einem Budget von 15.000 Rupien[15] die Produktion von „Raja Harishandra“. Die Geschichte des Königs Harishandra ist eine Episode aus dem Mahabharata, neben dem Ramayana der Urtext der Hindureligion, die jedem Inder seit Jahrhunderten in oraler Überlieferung bekannt ist[16].

Der Film wurde Anfang des Jahres 1913 im „Coronation Cinema in Bombay“[17] uraufgeführt und vom indischen Publikum mit Begeisterung aufgenommen[18]. Mit diesem ersten mythologischen Film eröffnete sich dem Publikum eine neue Form der Wahrnehmung, des Erkennens, der Emotionen und der indischen Moderne[19]. Auch in den folgenden Produktionen verarbeitete Phalke, wie in seiner Vision geplant, indische Mythen, deren Handlung und Charaktere dem lokalen Publikum bekannt waren, im Gegensatz zu den Charakteren der importierten, westlichen Filme, die zwar unterhaltend, aber bezugslos blieben. Die Auswirkungen dieser „Lebendigmachung“ des hinduistischen Pantheons auf der Leinwand ging so weit, dass als der Gott Rama in „Lanka Dahan“ („Lanka in Flammen“, 1917) und der Gott Krishna in „Krishna Janma“ („Die Geburt Krishnas“, 1918) auf der Leinwand erschienen, sie von den Zuschauern im Saal auf Knien angebetet wurden[20]. Beide Filme werden ein ganzes Jahrzehnt[21] lang landauf, landab aufgeführt, wobei die einzelnen Kopien bis zum Verfall des Materials gezeigt wurden. Der einzige fast vollständig erhaltene Film von Phalke ist „Kaliya Mardan“ („Die Kindheit Krishnas“, 1919)[22].


Nach der Produktion und gewinnbringenden Vorführung von „Rajah Harishandra“ verlegte Phalke seine Produktion von Bombay nach Nasik, wo er unter dem Label „Phalke Films“ alle weiteren Filme produzierte: seine ganze Familie lebte und arbeitete dort mit ihm[23], alle anderen Mitwirkenden wohnten ebenfalls vor Ort. Das erste „Studiogelände“ Indiens bestand aus einem dreistöckigen Gebäude mit mehreren einstöckigen Annexen, umgeben von einigen Hektar Land. Auf dem Grundstück befanden sich Wälder, Hügel, Felder und Höhlen, die als Hintergründe für Landschafts- bzw. Außenaufnahmen dienten – alle Innenaufnahmen wurden in offenen Sets im Garten hinter dem Haus, teilweise unter Zuhilfenahme von Reflektoren, bei Tageslicht gedreht. 1914 fuhr Phalke abermals nach London und führte dort drei Filme, u.a. „Rajah Harishandra“, bei Bioscope[24] vor potentiellen Interessenten vor. Die anschließende Besprechung der Filme verlief durchweg positiv, allerdings verhinderten der erste Weltkrieg und Phalkes Patriotismus eine engere Zusammenarbeit[25].

1917 wurde aus „Phalke Films“, unter Einbeziehung von fünf Geschäftspartnern, die „Hindustan Cinema Films Company“. Hier produzierten Phalke und andere Regisseure ca. 44 Stummfilme und bauten einen eigenen Vertrieb in Bombay und Madras auf[26]. Nach Differenzen zwischen Phalke und seinen Partnern ging er 1919 nach Benares, wurde aber 1922 wieder zur Hindustan Film Company zurückgelockt, wo er noch einige Filme produziert. Dabei rieb er sich an Budgetkontrollen, Veröffentlichungsterminen und anderen neuen Konventionen, weshalb er sich schließlich 1934 ganz zurückzog. 1944 starb er verarmt in Nasik, doch er „hinterließ ‚Bollywood’ ein reiches Erbe“[27], sein Konzept gibt einen Weg vor, der die indische Filmproduktion für viele Jahre dominieren sollte[28].

Der 1966 eingerichtete Filmpreis „Dadasaheb Phalke Lifetime Achievement Award[29] ist die höchste Ehrung, die einem Filmschaffenden in Indien verliehen werden kann. Er wird seit 1969 jährlich im Rahmen der Nationalen Film Awards verliehen. Preisträger, die im Rahmen dieser Arbeit eine Rolle spielen, waren Devika Rani (1969) und Ashok Kumar (1988)."

Fußnoten
[1]Kobe: „Einleitung“, S.10.
[2]„Phalke, was born of a priestly family […] Comitted by birth to be a shastri, a learned men, he was trained for a career as Sanskrit scholar“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.10.
[3]Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.33f.
[4]Rajadhyaksha: „Indien: Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit“, S.366.
[5]Ebd.
[6]„Meine Filme sind Swadeshi, weil das Kapital, der Besitz, die Angestellten und die Geschichten Swadeshi sind“, Phalke zitiert in ebd.
[7]„The films introduced the mythological genre to Indian cinema, allowing him to merge his notion of Swadeshi with an industrial practice and a politico-cultural aesthetic.“, Rajadhyaksha / Willemen: „Encyclopedia of Indian Cinema“, S.177.
[8]„Its [the books] more general efforts is to shed some light on the role that the cinema played within modernisms, respectively of Indianness, and of the relationship that existed between these modern identity constructions“, Schulze: „Humanist and Emotional Beginnings of a Nationalist Indian Cinema“, S.13.
[9]Um die Technik des Drei-Farben-Drucks in seinem Druck-Unternehmen zu etablieren, macht er 1909 eine erste Reise nach Deutschland, wo er die entsprechenden Gerätschaften, und die Anleitung zu deren Handhabung, erwirbt. Dharap:„Dadasaheb Phalke“, S.34.
[10]„My films are Swadeshi in the sense that the capital, ownership, employees and the stories are Swadeshi. The material and the equipment required for the factory (studio) are simply not available at any cost, they are all foreign. […] I had been abroad thrice. Yes, I have a desire to go there for a forth time, as it is necessary. There is no end to observation, education and self-improvement.“ Phalke zitiert in ebd., S.40.
[11]„Like […] Georges Méliès, Phalke was a special-effects genius. He explored […] animation […] experimented with color, via tinting and toning […] He used scenic models“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.19.
[12]„Raised finance from Yeshwant Nadkarni, a photographic equipment dealer, with short trick film, Birth of a pea plant, shooting one frame a day to show a plant growing.“, Rajadhyaksha / Willemen: „Encyclopedia of Indian Cinema“, S.177.
[13]„Phalke […] purchase[d] the best available Williamson camera, printing machine, perforator and some raw negative film. Cabourne also introduced him to Cecil Hepworth, […] who gave Phalke valuable advice and allowed him to see all departments of filmmaking.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.36f.
[14]Haas: „Der indische Film“, S.129.
[15]Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.22
[16]„The story from the Mahabharata, was known to every Indian via uncounted centuries of oral tradition.“, ebd., S.12, (kursiv im Original).
[17]Ebd., S.14.
[18]„’Raja Harishandra’ was widely praised by the Press and ran initially for a record 23 days or six times the normal run of films.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.38.
[19]„Phalke’s first long narrative film Raja Harischandra was an experience that entered the lifeworlds of its Indian spectators and exerted an exciting new impulse on their perception, cognition, emotions and their moralities vis-à-vis Indian modernity“, Schulze: „Humanist and Emotional Beginnings of a Nationalist Indian Cinema“, S.15.
[20]„The impact was overwhelming. When Rama appeared on the screen in Lankha Dahan and when in Krishna Janma Lord Krishna himself at least apppeared, men and women in the audience prostrated themselves before the screen.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.15, (kursiv im Original)
[21]„Lanka Dahan and Krishna Janma remained in circulation for over a decade“, ebd., S.16, (kursiv im Original).
[22]Vgl. Usai: „Light of Asia“, S.102.
[23]„The family included Dadsaheb Phalke, Kaki Phalke, their five sons and three daughters, and relatives. All the children at one time or another appeared in Phalke films. Kaki Phalke, the mother, loaded and unloaded the camera, rushed film to the laboratory - a portion of the kitchen area – and supervised all laboratory work […] she also supervised the cooking for the entire company.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.18.
[24]„The proprietor of the Bioscope arranged a showing for a film industry group. […] [They] treated Phalke with considerable respect and he was grateful for the attention he received“, ebd., S.20.
[25]„Phalke […] did arrange the trade shows of his pictures […] the British Press unanimously praised his efforts […]. He was even invited to produce a film in England. But Phalke refused these offers, wanting Indian capital and Indian labour to produce Indian movies.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.39f.
[26]Vgl. Ganti: „Bollywood“, S.10.
[27]Rothermund: „Indien“, S.277.
[28]„The Phalke enterprise thus set a pattern that was to dominate Indian film production for several decades.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.18.
[29]Ganti: „Bollywood“, S.10.

Mittwoch, 17. April 2013

Der indische Diamantenkoffer

Neulich im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover - hübsch und witzig, kaum Klischee behaftet, aber historisch entschuldigt:
Nick Knatterton, noch zu sehen bis 21.4.2013.

Ebenfalls dort und absolut bezaubernd: der Grüffelo.

Samstag, 16. Februar 2013

Die 24 Filme der Berlinale

Wie man in der letzten Woche auf Twitter mitverfolgen konnte, habe ich auf der 63.Berlinale fleißig Filme geschaut - wenn auch mit allerlei Zahlendrehern in der Dokumentation, aber ohne zu häufiges Schlangestehen. Um hier nicht mit einer weiteren chronologischen Aufzählung der Filme zu langweilen, habe ich nur die interessantesten Merkmale und Highlights versammelt.

Überraschend unterhaltsam ...
und gar nicht artsy langweilig oder moralsauer war #13, Pardé (Closed Curtain) von und ebenfalls mit Jafar Panahi. Ganz im Gegensatz zu #17 - Camille Claudel von Bruno Dumont - der war in der Tat zum weinen - bzw. so schlimm, dass ich danach erst mal ne Runde schlafen musste, um diesen grausigen Film zu vergessen. Nicht ganz so schlimm, aber ziemlich artsy mit vielen schönen Bildern in grau und blau und ohne viel Dialog oder Handlung #4, Hayatboyu (Lebenslang).   

Mit einer Entlassung aus dem Gefängnis fängt sowohl #16, Side Effects, der angeblich letzte Film von Steven Soderbergh, als auch #15, Kai po che (Brothers for Life) an. Dieser Film basiert übrigens auf dem Roman The 3 mistakes of my Life von Chetan Bhagat, der auch schon die Vorlage für einen meiner indischen Lieblingsfilme 3 Idiots geschrieben hat. 

New Mexico, Texas, Berlin und die Berliner Schule
Eine Zeitreise der besonderen Art, die nicht aus Rückblenden resultiert, sondern dem Tod des Hauptdarstellers geschuldet ist, zeigt #23, Dark Blood. Der letzte Film von River Phoenix wurde durch gesprochene Sequenzen des Regisseurs George Sluizer vor Standbildern abgeschlossen - den Look der frühen 90er in der Wüste New Mexicos auf der großen Leinwand des Berlinale Palasts zu sehen war durchaus unterhaltsam. Der Mensch vor der Natur Amerikas, diesmal in Texas, ist auch in David Gordon Greens #18, Prinz Avalanche Thema. Umgesetzt in wunderbarer Situationskomik mit den zwei großartigen Darstellern Paul Rudd und Emile Hirsch. 

Zwei mal gab es auch Berlin auf der Leinwand - #6, Silvi, von Nico Sommer und  #8, Oh Boy von Jan-Ole Gerster. Ersterer zeigt Lina Wendel als frisch geschiedene Frau, die sich erstmals im Dating versucht, wohingegen letzterer Tom Schillling bei einer Episodenreise durch ein Berlin begleitet, das in schwarz-weiß getaucht wirkt, als sei dort ewiger Sommer, in dem der Schlendrian zu Hause ist. Nicht in Berlin aber im Stil der Berliner Schule wurde Thomas Arslans Film Gold erstellt, den ich bewusst nicht geschaut habe. Zum Glück, wenn man die absolut lesenswerte Hass-Kritik Dietrich Brüggemanns lächelnd liest.
Cast: The Broken Circle Breakdown

Highlights
Bei fast allen Filmen, machen Männer die entscheidenden Fehler - d.h. sie sprechen zu wenig mit ihren Frauen oder gehorchen ihnen blind und lenken so die Handlung in die tragische Richtung. Ausnahmen waren Film #9, der großartige The Broken Circle Breakdown, in dem eine Krankheit die Tragik bestimmt und der zu Recht heute den Panorama-Publikumspreis gewonnen hat. Bei #20, Before Midnight, der dritte Teil der Before-Reihe, mit Julie Delpy und Ethan Hawke, in griechischer Kulisse ist es Madame Delpy, die nicht nachvollziehbar argumentiert - glücklicherweise endet der Film aber nicht tragisch.
Der erste wie letzte Film waren übrigens am verrücktesten und einprägsamsten - #1, The Act of Killing von Joshua Oppenheimer war absolut beeindruckend und gewinnt hochverdient den Panorama Publikumspreis für die beste Dokumentation. Ebenso nachhaltig hängen geblieben und ähnlich bild- und tongewaltig wie Gaspar Noe's Enter the Void, ist der verwirrende Film #24 Upstream Color von und mit Shane Carruth.


Blockbuster
Viele dieser Filme werden es wohl leider kaum auf die Leinwand der großen Kinos schaffen. Folgende Filme werden aber sicher mit Pauken und Trompeten in die Multiplexe gelobt werden:
Die wirklich witzigen und hochkarätig besetzten Komödien #2, Don Jon's Addiction mit Joseph Gordon-Lewitt und Scarlett Johanson sowie #21 Gambit von Michael Hoffmann mit Colin Firth, Cameron Diaz und Alan Rickman. Der Skandal(kunst?)pornofilm "Deep Throat" wird in #5, Lovelace, retrospektiv noch mal aus Sicht der Hauptdarstellerin erzählt - besetzt mit Amanda Seyfried, Sharon Stone, Sarah Jessica Parker und ihrem Mr. Big Chris Noth. Unausweichlich ist auch #19, Der Nachtzug nach Lissabon, der jeden Star sein Klischee spielen lässt, aber dennoch spannend ist. Ein Blockbuster der queeren Art ist #12, Reaching for the Moon, der das Leben und Wirken der lesbischen, amerikanischen Autorin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin Elizabeth Bishop in Brasilien und New York zeigt. Weniger Blockbuster aber ebenso queer #22, Concussion, der sich mit lesbischer Prostitution auf homorvolle Weise auseinandersetzt.

Ich freue mich schon auf nächsten Februar und möchte an dieser Stelle noch kurz meinen Dank an Roland, Franzi und Jessie ausdrücken - ohne Euch wären 24 Filme in sieben Tagen kaum möglich gewesen!