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Donnerstag, 24. Mai 2018

Internationaler Yoga Tag in Frankfurt - 23.6.2018

Als ich damals nach Indien ging, hielt ich Yoga für esoterischen Hokuspokus. Rumsitzen, atmen, ein bisschen singen - kein Sport oder ernst zunehmendes Hobby, mehr so eine Beschäftigung für Hippies. Ich hatte auch nie vor, in Indien Yoga zu praktizieren, da die JNU ja ein Schwimmbad hat, in dem ich mein gewohntes Sportprogramm fortsetzen wollte. Aber es kam natürlich anders: Ende September, quasi mit Beginn des Winters wurde das Freibad witterungsbedingt geschlossen, weil zu kalt. Was ja nachvollziehbar ist, denn im Oktober liegen die Durchschnittstemperaturen in Delhi nur noch zwischen 33° und 21°C.

Unverhofft kommt oft

Es ergab sich, dass ich bei einer spontanen Reise in Manali eine Truppe etwas extremer Briten kennen lernte, die dort einen Yogakurs besuchten und mich einluden, doch mal mitzukommen. Ok - warum auch nicht, einmal ist kein mal - ich probierte es aus und amüsierte mich köstlich.

Aller Anfang ist schwer

Im Anfängerkurs ließ uns der Yogi wie Affen durch den Raum laufen und hängte uns kopfüber an die Wand, zusätzlich wurde gedehnt und geatmet. Und so ergab es sich, dass ich nach meiner Rückkehr ins heiße Delhi an einem frühen Morgen um halb 8 zum Sports Complex runter schlurfte, um eine erste Yogastunde auf dem Campus zu testen. Die Yoga-Halle der JNU ist ein sehr funktionaler Raum, der für den Kurs mit Teppichen ausgelegt wird. Yogamatten, Blöcke, Musik oder Sitzkissen gibt es nicht, man legt ein Tuch unter oder macht sein Yoga einfach auf dem Teppich. Der Yogalehrer sitzt auf einem Podest und leitet die Stunde auf einem Gemisch aus Hindi und Englisch an [die Audio-Transkription hier].

Am Anfang fand ich vieles schwierig - etwa die lange Kapalvarti Kria Atemsequenz am Anfang oder beim Sonnengruß zum Schluß wieder vorne an der Matte zu stehen. Andere Sachen fielen mir leicht und mein Körper erinnerte sich wohl an frühere Ballettstunden oder das Eiskunstlauftraining meiner Jugend - etwa bei Balanceübungen wie dem Baum oder dem Krieger 3. Wenn die Umstände es zu ließen ging ich also ab sofort etwa drei bis vier mal die Woche morgens zum Yoga - und das tat richtig gut. Gewisse Bewegungen wurden Routine und auch die Atmung gehorchte mir besser - beim Chanting bis ich bis heute nicht textsicher und summe eher nur mit, aber das Ohm klappt gut.

Yoga einfach mal ausprobieren

Für alle, die noch nie Yoga gemacht haben oder es immer schon mal ausprobieren wollen, aber auch für alle angehenden Yoginis gibt es am 23. Juni hier in Frankfurt auf dem Walther-von-Cronberg-Platz die Feierlichkeiten zum internationalen Yoga Tag. Wer früh genug kommt, kriegt dort auch ein T-Shirt und eine Yogamatte geschenkt. Außerdem gibt es leckeres Essen und verschiedene Sessions um Yogavarianten auszuprobieren. Weitere Infos hier.
Auch in anderen deutschen Städten und weltweit wird dieser Tag gefeiert, der seit 2014 von der UN auf den Tag der Sommersonnenwende, den 21. Juni, gesetzt wurde. Die Feierlichkeiten dienen der Förderung der Weltgesundheit und der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens aller (vgl. Wikipedia). In diesem Sinne: Ohm Shanti Ohm, namaste!

Freitag, 23. Februar 2018

The Show must go on ... grüne Soße und Apfelwein

Nach dem erfolgreichen Abschluss von #12restaurants2017 war wohl erst mal die Luft raus. Auch weil wir uns noch nicht auf ein neues Konzept geeinigt hatten - aber dann gibt es ja zum Glück den Kollegen Zufall, der manchmal gute Ideen abwirft. Bei einem Tee im amerikanischen Konsulat lernte ich vergangenen Dezember Soni kennen - ihres Zeichens Pressereferentin im indischen Konsulat in Frankfurt. Bei einem Folgegespräch stellten wir fest, dass wir 1.) fast Nachbarn sind und dass sie 2.) noch nie in einer Apfelweinkneipe war - und das wo sie schon fast drei Jahre in Deutschland ist. Da reifte ein Plan in mir - wir müssen ja nicht indisch essen gehen - wir können einfach auch mit einer Inderin essen gehen.

Eichkatzerl

Letzten Samstag war es dann soweit - Tisch für drei im Eichkatzerl - typisch urige Atmosphäre, recht laut, viel los, Bembel überm Tresen volles Programm. Als Starter erstmal ein Handkäs mit Musik - hier kam dann auch direkt die Frage auf "Was meint denn Musik?" und - ist Kümmel übersetzt Cumin oder wie heißt das?!
Die Antwort erspare ich euch - aber geschmeckt hat's auf jeden Fall. Da Soni Vegetarierin ist, war die Auswahl bei den Hauptgerichten recht einfach: Eier und grüne Soße. Emi schloss sich an, ich wählte Spiegeleier mit Bratkartoffeln. Alles sehr lecker, schnell serviert, ordentliche Portionen. Soni schmeckte der Frankfurter Klassiker auf jeden Fall sehr gut und wir haben so erfolgreich unsere Mission erfüllt. Als Ergänzung haben wir natürlich noch die verschiedensten anderen Apfelweinlokalitäten in Sachsenhausen durch diskutiert - und in "kann man hingehen" oder "ist zu touristisch" kategorisiert. Es folgte auch ein Austausch über unsere liebsten indischen Restaurants - das darf ja nicht fehlen.


Weiterhin gab es viel zu erklären, die Bembelkultur, das gemeinsame Sitzen mit quasi Fremden an langen Tischen, die angeblich unfreundlichen Kellner in Sachsenhausen,  die Shoppingsituation an Brücken- und Schweizerstraße, das Leben mit Schwiegereltern (hier und in Indien), den Apfelwein im allgemeinen und besonderen, gemeinsame Kontakte in Delhi und Frankfurt und vieles mehr.

Weiter mit dem Dessert

Emi entschied sich für ein Mispelchen - "a local fruit, a bit like an apricot, in apple schnaps - like Calvados" - oder, wie Wikipedia mir jetzt endlich verrät: "Medlar" a.k.a. Mespilus Germanica - wie auch sonst? Aber was man außerhalb Frankfurts auch in Deutschland kaum kennt, ist vielleicht auch keine wichtige Standardvokabel.

Was man sehr wohl weit und breit kennt und gerne genießt ist ein Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Der Dessertklassiker, auch bekannt als "Heiße Liebe", ist übrigens sehr lecker, aber nicht typisch deutsch - wie das Internet auf meine Frage so munkelt:

Die Nachbarn am Tisch bekamen gerade ihre Schnitzel als wir die Rechnung orderten - und so konnte auch dieses Kapitel deutscher Esskultur noch diskutiert und an stattlichen Exemplaren illustriert werden. 

Fazit

Mission erfühlt - Kultur- und Genußvermittlung gelungen. Falls ihr also auch noch nie grüne Soße mit vier halben Eiern in einer Apfelweinkneipe in Sachsenhausen genossen habt, wird es höchste Zeit! Neben dem Eichkatzerl kann ich dafür noch die Germania (mit crazy Webseite mit Apfel-gifs) und im Sommer auch die anderen Lokalitäten an der Textorstraße sowie die Frau Rauscher empfehlen. Oder was meint ihr? Wo sollte Soni ihre nächste grüne Soße essen?

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Top 5 indische Restaurants in Frankfurt 2017

Mit ein bisschen Abstand haben Emi und ich das letzte Jahr evaluiert und sind überaus zufrieden. Wir haben zwölf ganz unterschiedliche Restaurants getestet und dabei die Region von Niederrad im Westen, Offenbach im Osten, Bornheim im Norden und Sachsenhausen im Süden besser kennen gelernt. Aß ich zu Beginn fast nur Chicken Korma erweiterte sich mit der Zeit die Auswahl bis zu einem Buffet am Ende. Auch an Getränken war viel dabei: 5€-Chai, Masala-Lassi, Mango-Schnaps und vieles mehr ... nach eingehender Beratung stellen wir euch jetzt unsere Top 5 indischen Restaurants vor - also diejenigen, die wir sehr positiv erlebt haben, wo es besonders lecker war und die wir mit Nachdruck empfehlen.

Die Reihenfolge ist alphabetisch - wir konnten uns nicht auf ein Ranking einigen - und so könnt ihr einfach guten Gewissens beim nächsten Mal "Hunger auf indisch" eins von den fünf - oder auch von allen zwölf ausprobieren ;) Über das Hashtag #12restaurants2017 lässt sich das alles auch auf Twitter nochmal chronologisch nachvollziehen.

Bombay Lounge - Bollywood und Bahnhofsviertel

Last but not least - im Dezember stürmten wir hier das warme Buffet und genossen die Mischung aus Kitsch, Bollywood und Kaiserstraße. Besonders bei großem Hunger ist die Bombay Lounge sehr zu empfehlen. Die Gerichte am Buffet wechseln - vielleicht habt ihr Glück und bekommt Banana Chicken! Den kompletten Review hier nachlesen. 

eatDOORI - Fusion at its best

Im März waren wir zum ersten Mal am Oeder Weg - begleitet von Opa R. Dieser sprach das Urteil: "Kann man noch mal hingehen." Ein größeres Lob ist aus seinem Munde kaum möglich - und auch wir fanden die Mischung aus Hipster-Laden und traditionellem Essen im eatDOORI sehr gelungen. Reservierung empfohlen. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Gaststätte Eintracht - Deutsch-Indische Küche richtig gemacht

Der zweite Besuch des Oeder Wegs war ebenso erfolgreich - in der Eintracht Gaststätte (Abteilung Leichtathletik) waren wir von der Auswahl auf der Karte so erschlagen - es gibt alles von Schnitzel bis Tikka Massala - das wir den Chef um Hilfe baten. Wir bekamen eine handverlesene Auswahl aus der Küche serviert und hatten mindestens so viel Freude am Essen wie der Chef an uns. Besonders schön ist es dort im Sommer. Details hier.

Saravanaa Bhavan - ein Paradies für Vegetarier

Als der Mai schon stark auf Sommer temperiert war, gingen wir als drei Generationen-Team bei Saravanaa Bhavan im Bahnhofsviertel schmausen. Oma C. und die Wilde My waren dabei als wir Nord- und Südindische Thalis kaum schafften, Lassis tranken und von der AC profitierten. Später sollte die Wilde My dann das erst Mal Pan Masala kosten - der Beginn einer kulinarischen Lieben. Lest hier mehr.

White Elephant - im wilden Offenbach

Auf mehrfache Empfehlung traten wir die Reise in die wilde Nachbarstadt an und wurden mit einer perfekt durchgebrandeten Experience belohnt. Der White Elephant bietet Fahrradrikscha, viel Deko und gutes Essen - nicht so ganz, was man in einer Nebenstraße erwartet. Aber die Reise lohnt sich ... Details lest ihr hier.

Übersicht #12restaurants2017 - chronologisch


क्या यह स्वादिष्ट था?


Hat's geschmeckt? 2018 gehen Emi und ich wieder regelmäßig essen - aber wir weitern unseren Horizont ein bisschen aus .. stay tuned for more - und schreibt gerne einen Kommentar, wenn ihr eins der Restaurants getestet habt - oder eine Idee habt, wo wir unbedingt mal zuschlagen sollten - gerne scharf! Danke sagen Paula und Emi!


Dienstag, 11. Juli 2017

Sangeetha Sabha e.V. - die Vina ist in Frankfurt angekommen


Am 17. Juni hatte ich die einmalige Chance als Ehrengast beim ersten Konzert des neu gegründeten Vereins Frankfurt Sangeetha Sabha e.V. dabei zu sein und erstmals bewusst der so genannten karnatischen Musik zu lauschen. Bei "Strings Attached" spielten Kumaresh Rajagopalan und Jayanthi Kumaresh Geige und Vina, begleitet von Trommeln - den südindischen Doppeltrommeln Mridangam und Tabla. Ich war wirklich beeindruckt - ein umwerfendes Konzert auf höchstem Niveau mit farbenprächtigem Rahmenprogramm- dafür bin ich gerne in den Saalbau nach Fechenheim geradelt. In der Folge kamen bei mir ein paar Fragen auf - dankenswerterweise haben mir die Präsidentin von Sangeetha Sabha und Leiterin der indischen Musikakademie Frankfurt Sudha Kommuri (SK)sowie die Generalsekretärin und leidenschaftliche Vina-Spielerin Varsha Vasudevan (VV) in einem Interview Rede und Antwort gestanden.

Strings attached - live in Concert in Frankfurt!
(Foto: Kalyan Kommoju)

Vor kurzem habt ihr Euer erstes Event mit „Strings Attached“ veranstaltet. Wie kam es zur Gründung des Vereins Sangeetha Sabha - eines Vereins für indische Musik in Deutschland?

SK For the past 5 years, I have been dreaming to start a non-profit association for South Indian classical or “Carnatic” music. With time, I found the right team, and subsequently, we founded the association in November 2016 and are perhaps the first non-profit association in Germany dedicated for Carnatic classical music. Our tightly-knit team consists of four dedicated members. Before we knew it, we were contacted to organize this beautiful concert, “Strings Attached” featuring first-line musicians.

VV Sudha’s Indian Music Academy Frankfurt, a voluntary initiative to teach Carnatic music to residents in Frankfurt, has been in existence since the summer of 2011. Since its beginning, I have been her student, and so when she expressed her desire to establish an official platform to promote Carnatic music and its students in Germany to an international audience, I was excited to be. Both of us are very passionate about music, and so we found it only natural that after so many years, we take Carnatic music to the next level in Germany.

Maestro Dr. Jayanthi Kumaresh an der Saraswathi Vina
(Foto: Kalyan Kommoju)
Varsha, Du spielst die Vina, ein sehr altes, indisches Saiteninstrument, das mindestens seit 4000 Jahren in der indischen klassischen Musik gespielt wird. Schon in den Veden ist diese Instrument als Liebling der hinduistischen Göttin der Weisheit Sarasvati vermerkt. Ist die musikalische Prägung Familientradition oder woher kam bei Euch das Interesse für dieses Instrument und seine Musik?

VV In Indian families, it is usually a tradition to learn an art form from a young age. Thus, I began vocal training in Carnatic music at the age of 6, which was interrupted after two years, when we moved to Germany. My mother’s love for playing the Veena when I was younger induced me to learn the art myself at the later age of 11 years when we moved back to India. Since moving to Frankfurt, however, I have had the luck of learning vocal Carnatic music from Sudha, and for the past year, continuing Veena classes under my uncle’s guidance, too!

SK I am a vocalist hailing from a musical family and I was introduced to Carnatic music at the tender age of 5 by my mother who is also a singer. Alongside school, I ardently attended music classes nearly everyday, and practiced for at least 2 hours every day. Eventually, I pursued music academically, by doing my Bachelors and Masters of Arts in Indian Classical music. For the past years, I have been teaching Carnatic classical music as a hobby, balancing music, business and family.
Strings Attached and friends (vlnr):  Jayachandra Kulur Rao, Pramath Kiran, Kumaresh Rajagopalan, Jayanthi Kumaresh, Sudha Kommuri, Varsha Vasudevan, Vijayalakshmi Ramakrishnan, Padmanabhan Ananthanarayanan und Vasudevan Raghavan (Foto: Kalyan Kommoju)
Welche Veranstaltungen habt ihr für die Zukunft geplant? Warum sollten auch Deutsche und Europäische Ohren Euren Konzerten lauschen?

SK We have plans to organize vocal and instrumental concerts by inviting leading professional classical musicians from India. To integrate music students into Indian classical music, we are also planning to organize lecture demonstrations, workshops and musical festivals with local and visiting musicians. The initiation of such events here would offer Germans and Europeans a great opportunity to understand and appreciate the beauty, similarities and differences of carnatic classical music in comparison to European classical music. It would facilitate integration between the Indian and German communities. In fact, during the small inauguration event of the association, we did invite a German violinist, Ms. Gisela Ziegler, to accompany us with some Carnatic classical performances and this was greatly appreciated.

VV At the moment, when the European audience hears the word “Indian classical music”, usually they think of the instruments Sitar, Tabla and Harmonium. All three are wonderful instruments used in Hindustani classical music, a genre parallel to Carnatic music. However, Hindustani music differs largely from Carnatic music in its rendition and style of singing. Hence, the idea is to establish Carnatic music in Germany, so that people also become familiarized with Carnatic classical instruments like Veena, Mridangam, Ganjira and Morching. The German audience, especially, shows great appreciation for classical music, regardless of its subtype. We hope to take advantage of this preference, and show them the unique beauty of Carnatic music.

Wenn Ihr das nächste Konzert nicht verpassen wollt, liked Sangeetha Sabha auf Facebook und dann sehen wir uns dort! Danke an Sudha und Varsha für das Interview - das übrigens hier auf Englisch notiert ist, um es einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Habt ihr noch Fragen? Postet Sie gerne in den Kommentaren! 

Donnerstag, 16. März 2017

Interview: Fußball im Punjab - Freiwilligendienst in Rurka Kalan

Marc und die Coaches Jitender und Gurpreet (vlnr)
Mark Schulz (24), studierte Sportwissenschaft im Bachelor und ist seit kurzer Zeit in Indien und engagiert sich dort im Freiwilligendienst als Fußballtrainer. Eine spannende Aktion für die es noch Unterstützer braucht. Ich hatte die Chance Mark ein paar Fragen zu seinem Projekt zu stellen.

Du hast in Köln Sport studiert und bist jetzt im Punjab in Indien in einem kleinen Dorf. Wie kam es dazu?

MS Ich habe 2012 mein Studium, direkt nach dem Abi begonnen. Ehrlich gesagt war ich nach der Schulzeit nicht so scharf darauf die Welt oder Australien zu entdecken, wie die meisten meiner Mitschüler. Bei mir kam die Neugier erst zwei Jahre später, als ich zu einem Auslandssemester nach Neuseeland aufbrach.

Dass ich jetzt in Indien bin, ist auch zum Teil dem Beruf meiner Mutter geschuldet - als Flugbegleiterin konnte ich sie schon das ein oder andere Mal in ferne Länder begleiten. Im Januar 2016 flogen wir für zwei Tage nach Bangalore. Diese beiden Tage reichten wohl, um sich in Land und Leute zu verlieben.

Damals machte ich schon Pläne nach meinem Studium für längere Zeit nach Indien zu reisen. Mit Hilfe des  Vereins für Deutsch-Indische-Zusammenarbeit, der Freiwilligendienste im Rahmen des "weltwärts"-Programms organisiert, fand ich das Projekt in Rurka Kalan.


Was machst Du vor Ort? Wie gestaltet sich Dein Alltag in Rurka Kalan?

MS Ich engagiere mich im  Youth Football Club, der Kindern und Jugendlichen aus der Region ein kostenloses Fußballprogramm anbietet. Dabei werden Perspektiven geschaffen und die Kinder und Jugendlichen werden vor Drogen, Gewalt und Missbrauch geschützt. Wir alle leben zusammen in der Akademie direkt neben dem Fußballplatz auf dem täglich trainiert wird.

Momentan arbeite ich zusammen mit dem Head-Coach vor Ort eine Philosophie für den Verein aus. Diese soll vor allem den teilweise gering qualifizierten indischen Trainern helfen, noch bessere Trainingseinheiten mit den Kindern durchzuführen. Meistens frühstücken alle gemeinsam um 8 Uhr, dann geht es für die Jugendlichen in die Schule und wir beginnen mit der Arbeit. Um 14 Uhr gibt es dann Mittagessen und um 16:30 Uhr wird trainiert. Das Training findet täglich, außer Sonntags statt.

Regelmäßig poste ich hier Berichte über meinen Aufenthalt, dort darf auch gerne noch gespendet werden :) Bilder und Eindrücke aus Indien und vom Fußballplatz finden sich hier.
Training in Rurka Kalan
Was sind Deine Ziele für die Zeit vor Ort? Was willst Du im Anschluss machen?

MS Ich kam mit einer geringer Erwartungshaltung nach Indien, weil Fussball hinter Cricket und Hockey nicht unbedingt die größte Sportart ist - doch bin ich vom Niveau in der Akademie begeistert. Das tolle an Sport ist, das man auf der ganzen Welt rum kommt und ich hier vor Ort wirklich auch, vor allem durch mein Studium, helfen kann.

Um meine Arbeit nachhaltig zu gestalten, macht es keinen Sinn, dass ich in dem halbem Jahr, in dem ich vor Ort bin, jede Trainingseinheiten leite. Viel mehr geht es darum, den indischen Trainern zu helfen und diese zu fördern. Sonst bin ich in einem halben Jahr weg und alles ist wieder beim alten. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich viele tolle Erfahrungen mit Land und Leuten erlebe, etwas tiefer in die Kultur eintauchen und auch etwas vom Land sehen kann. Nach dem Freiwilligendienst würde ich gerne noch weiterstudieren, aber bis dahin gibt es hier noch einiges zu tun!

Vielen Dank für das Gespräch - wenn ihr Mark unterstützen wollt, dann klickt hier!

Dienstag, 22. Dezember 2015

Know the difference - Tourist vs Traveller


Goa vs Gokarna

Die Grafik stammt aus einer Kampagne von Holidify, gute Idee, finde ich. Ob die App wirklich hält was sie verspricht, kann ich leider nicht beurteilen. Aber mir haben sowohl Goa als auch Gokarna gut gefallen.

Mittwoch, 13. November 2013

Souvenirs from India II

Eine der längsten Zugfahrten, die ich in Indien angetreten bin, führte mich Ende Oktober 2009 mit einen kleinen Zwischenfall nach nur knapp 18 Stunden nach Jaisalmer. Unweit der pakistanischen Grenze erhebt sich dort die "Goldene Stadt" aus der Wüste. Beliebte Aktivitäten sind Kamel reiten, in der Wüste übernachten, Bier bei Sonnenuntergang trinken und in teuren Hotels rumhängen, um endlich mal wieder schwimmen zu gehen. Außerdem kann man dort wunderbar einkaufen gehen.

Ich habe mir damals eine Kamelledertasche gekauft. Der Trageriemen ist mittlerweile etwas mitgenommen, aber die Tasche sieht weiterhin wunderbar aus und begleitet mich gerne. Was man dort nicht tuen sollte, ist sich die Haare schneiden zu lassen. Das kann man im Zweifel selber besser ...

Freitag, 17. Mai 2013

[viral] Bollywood Pony

Das #DancePonyDance gibt es in vielen Varianten - diese gefällt mir am besten. Das Original hier.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Got stared at?

Delhi und Indien waren in der Vergangenheit auch wegen Vergewaltigungen und anderen Verbrechen gegen die Weiblichkeit immer wieder in den Schlagzeilen. Das größte Aufsehen erregte dabei wohl dieses Ereignis. Die anschließenden und andauernden Proteste zeugen aber davon, dass so ein Verhalten in Indien nicht akzeptiert wird - aus Erfahrung kann ich sagen, dass wenn etwas öffentlich wird, dann folgen Proteste, Lynchmobs und Strafen.
















Die Organisation GS.A (www.gotstared.at) ist aus dem Wunsch etwas gegen die Gewalt gegen Frauen und gegen die teilweise verachtende Haltung der Gesellschaft gegenüber Opfern von sexuellen Übergriffen erwachsen. Mit provokanten und sehr direkten Postern und viralen Memes nutzen sie das Internet und vor allem soziale Netzwerke um ihre Botschaft zu vermitteln und die Verlogenheit der Gesellschaft aufzuzeigen. Hoffen wir, dass es nicht beim slactivism bleibt, sondern was bringt!  

 

Mittwoch, 27. März 2013

Das Indien der Maharadschas

Kürzlich in Wien sah ich zwischen Mélange, Prater, Albertina und unterem Belvedere dieses Plakat vielerorts angeschlagen. Verzückt dachte ich zurück an meine Reise durch Rajasthan nach Jaipur, Udaipur und Jaisalmer. Leider war der Aufenthalt in Wien zu kurz und zu früh um eine Fahrt nach Westen zum Schloß Schallaburg einzubinden. Dabei hätte ich zu gerne sowohl die Schallaburg selbst als auch das zur Ausstellung gehörige Safrangärtchen und den Indien-Shop besucht. Indischen Touristenkitsch bekommt man im Bahnhofsviertel in Frankfurt ja leider nicht ...

Sonntag, 10. März 2013

Paulindiana und die Wunder der Technik

Zu Recherchezwecken zog es mich in das niedere Sachsen, genauer in die Hauptstadt Hannover. Dort gab es auf der CeBIT neben der "League of Legends"-Weltmeisterschaft und einer beeindruckenden Präsentation der Bundespolizei zur akkuraten Fälschung von Ausweisdokumenten auch eine Präsentation aus "God's own country". Bei der damaligen Reise hatte ich sie nicht gesehen - aber dort, wo sich die IT-Welt die Klinke in die Hand, sah ich meine ersten echten Kathakali-Tänzer - auf Socken. Ihre Mission: Kerala nicht nur als Urlaubsdestination mit Ayurveda-Expertise, sondern auch als freundlichste indische IT-Region zu fördern. Sie haben mir  einen gebrandeten Rucksack geschenkt. Vielleicht packe ich den bald und steuere noch mal die Backwaters an ...

Sonntag, 27. Januar 2013

Lunch-Geschichten I

Ab und zu gehe verschlägt es mich in der Mittagspause in die B-Ebene der Hauptwache. Dort gibt es neben einem Türken, einem Burger-King, einem Obststand, Straßenmalern und einem SB-Bäcker auch das "New Deli - indische Delikatessen".

Freundliche Thailänderinnen packen dort Reis und nach Wahl ein authentisches indisches Gericht eins bis acht (etwa Palak Paneer, Sabji oder Vindaloo Chicken) in zwei verschiedene Größen Styropor-Becher. Dazu gibt's Besteck und Servietten - der Preis ist unschlagbar, das Essen schmeckt. Sitzen kann man nur im Gang auf festgeschraubten Stühlen an schmudeligen Tischen — zum essen geht man also lieber woanders hin, etwa zum Rossmarkt.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

An Idiot abroad: India

Die Idee, die hinter der scripted-Reality Serie "An Idiot abroad" steht, ist es einen angeblich ignoranten und definitiv leicht cholerischen Briten (Karl Pilkington) mit der großen weiten Welt zu konfrontieren.

Dort wird der Anti-Held per Handy von seinen Freunden (Feinden?) (Rick Gervais und Stephen Merchant, alle drei Typen haben in ihren Gesprächen das Niveau von Schulhofteenagern) ferngesteuert von einem Punkt zum nächsten geschickt. Welches Land würde sich dabei besser eignen, um jemand mal so richtig an seine Grenzen zu treiben als Indien?

Karl war 2010 dort, feierte zunächst Holi in Delhi, fuhr dann nach Haridwar zur Kumb Mehla und beendet seine Reise natürlich am Taj Mahal.Er trift viele interessante Babbas und besucht auch einen Kuh(scheiße)-Tempel - das ganze ist durchaus witzig, gibt dabei aber auch einen überraschend authentischen Einblick in die indische Wirklichkeit.

Wer nicht die Originalfolgen aus dem Netz streamen will oder sich die DVD's kaufen möchte, kann derzeit bei DMAX übrigens die deutschen Versionen von der Südsee bis zum Fuyijama anschauen. 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Paulindiana Jones (oder was es mit diesem Namen auf sich hat)

Damals - bevor ich nach Indien ging und diesen Blog plante, war der erste und wenig kreative Namensentwurf "PaulainIndia" - aber der war leider schon weg.

So scrabbelte ich ein wenig mit den Buchstaben rum und landete schließlich bei Paulindiana. Damit vermied ich zum einen die unschöne Dopplung des "in", zum anderen klingt es bisschen wie Indiana Jones - und der ist cool. Während meiner Zeit in Indien unternahm ich dann auch einige Abenteuerreisen als Paulindiana Jones zum Tempel der Mogule und zum Goldenen Tempel der Sikhs.

Allerdings hatte ich mir die finale Referenz nach meinem Blick durch indische Brille nie wirklich abgerufen. Früher hatte ich natürlich alle drei vier (sic!) Filme auf Video gesehen.

Neulich dann degoustierte ich zufällig auf einem großartigen Kabelsender mal wieder den teilweise slapsticklastigen, aber doch spannenden und gut durchkomponierten "Indiana Jones und der Tempel des Todes". Dabei bemerkte ich tatsächlich einen Haufen Referenzen auf Indien: die schwarze Göttin Kali, Elefanten, Devanagri-Schrift, Affenhirn zum Abendessen, Männer mit Turban und Krummsäbel, Dschungel in Sri Lanka, ein Shiva-Lingam und anderes. Aber trotz aller herbeigezogenen Haare und Unwahrscheinlichkeiten der Waghalsigkeiten: ich war gut unterhalten.

Übrigens gibt es auch noch einen Ort in Indiana, USA namens St.Paul, der trotz seiner grade mal 1.003 Einwohner eine eigene Wikipedia-Seite hat.

Montag, 3. Dezember 2012

Original-Bollywood im Kino in Deutschland

Zeitgleich zur Premiere in Indien gibt es in Deutschland die Möglichkeit, den ewigen Action-Helden Akshay Kumar in seinem neuesten Streifen Khiladi 786 zu sehen. Khiladi bedeutet übersetzt etwa "Betrüger" und ist der siebte Teil einer Reihe von Khiladi-Filmen aus den 1990er Jahren.

Der Film wird im Hindi-Original mit englischen Untertiteln gezeigt.Neben Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin und auch in Offenbach gibt es am kommenden Wochenende jeweils eine Vorstellung - weitere Termine und Spielstätten finden sich hier

Samstag, 10. November 2012

Kali, die blaue Göttin des Todes im Schwarzwald


Halloween vorbei,
bezaubernde Lydia
Kali die Göttin.



"Die Ikonographie zeigt Kali meistens schwarz, manchmal blau dargestellt. Sie hat mehrere Arme, meist vier oder zehn, und trägt eine Halskette aus Schädeln, einen Rock aus abgeschlagenen Armen, manchmal hängt ein totes Kind an ihrem Ohr. Die Attribute in ihren Händen können variieren: Meist hält sie einen abgeschlagenen Schädel, eine drohend erhobene Sichel und eine Blutschale." (Wikipedia)

Sonntag, 9. September 2012

Aus der exotischen Welt Indiens

Heute habe ich am Lauf für mehr Zeit erfolgreich teilgenommen und die 5km als 28. in meiner Altersklasse und als 286. Frau insgesamt mit 31,39 Minuten absolviert. Nach einigen Erfrischungsgetränken und Kuchen öffnete ich zu Hause meinen Goodie-Bag, den jeder Starter samt T-Shirt geschenkt bekommen hatte.

Darin fand ich "Endlich mal was Heißes zum Aufreißen!" - eine dreier Packung Probiertüten mit Chai-Pulver in den Geschmacksrichtungen "Sweet India", "Classic India" und "Fresh India". Das Faltblatt verspricht mich mit den Getränken in "die exotische Welt Indiens zu entführen" - dazu lädt auch eine extra Webseite ein, die zu trivialen Indien-Themen wie "Nightlife in Mumbai" und "Indien kurios"einen Haufen Klischees und Bilder zu nerviger Musik wahllos aneinandereiht und ein artifizielles Indienbild produziert, das kaum noch zu überbieten ist.

Zurück zum Werbegeschenk: dieses wird vorne (siehe Bild) von einer Tee-trinkenden, Bindi-tragenden, dunkelhaarigen Schönheit geschmückt, die zu 100 Prozent keine Inderin ist, aber jedem westlichen Klischee entspricht. Auf der Rückseite sorgt die Kontur des Taj Mahals für authentischen Geschmack. Selbiger vergeht einem aber erst dann gründlich, wenn man bedenkt, dass dieses Werbegeschenk bei einer Sportveranstaltung ausgegeben wurde und dann sieht dass die klassischen Zutaten für Chai (Tee, Milch, Ingwer, Nelken, Kardamom und Zucker) samt und sonders pulverisiert, extrahiert oder als E-Stoff ersetzt wurden - nur der Zucker ist Zucker geblieben (siehe Bild unten). Da fühlt man sich als Sportler richtig gut verstanden und unterstützt bei der Pflege seiner Gesundheit. Die anderen Sponsoren und der Rest der Veranstaltung waren jedoch sinnvoll und philantropisch geprägt und sollen wegen diesem einen besonders dummen Goodie nicht schlecht gemacht werden.