Freitag, 25. Dezember 2009

Ich bin dann mal weg ...

... aus Delhi/vom Rechner!
Wünsche frohe Weihnachten gehabt zu haben,
und einen guten Rutsch nach 2010!!

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Kolonialwaren 2.0

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Flieger, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
den Rucksack es trug, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?



Zugestopft bis oben hin!
Doch war das gewünschte Schöne drin:
Käse, Shampoo, Magnesium und Plätzchen!

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Two close-ups and one arrival ...

Hier beschrieb ich die Kosten und Entfernungen zu unterschiedlichen Zielen, dabei verwies ich auf dieZugabteilkategorie "Sleeper Class" - dies ist die günstigste Kategorie für Züge die über Nacht fahren. Andere haben diese auch als "cattle class" bezeichnet, was vor einigen Monaten für Aufroor sorgte. Aber, ich kann mich Herrn Tharoor nur anschließen, Sleeper-Class reisen ist wunderbar: man kann an der offenen Tür die Landschaft vorbeiziehen sehen, trifft viele Leute, aber keinen Schaffner, um 22uhr spätestens schlafen alle und werden ab 6Uhr im fünf-Minuten-Takt von Chai-Whallas geweckt.

Hier beschrieb ich die spirituelle Erleuchtung Indiens mittels des Geheimnis schweizerischen Müslis - aber Achtung - Inder essen doch gar kein Müsli zum Frühstück - sondern Reis und Dal! Trotzdem verkaufen sie es - vermutlich nicht in jedem rural Village, aber in South Delhi gibt es mehrere "Le Marches": europäische Supermärkte.
Dort bekommt man alles: Barilla-Pasta, RitterSport-Schokolade, Ja!Scheiblettenkäse, importiertes schweizer Müsli, aber auch, wie meine aktuelle Packung, in Indien produziertes Müsli, Klopapier im Viererpack, Kaviar, französische Marmelade, Vegemite, italienisches Olivenöl, Weihnachtsdeko undundund -
nur kein Blondshampoo/Rindfleisch.

Diese doch gegensätzlichen Lebenswelten existieren hier wunderbar nebeneinander, ich bin für beide dankbar und mag keines dieser Extreme missen - bin gespannt, wie meine treueste Blogleserin/Kommentatorin, die heute Abend hier ankommt, diese und weitere Indien-Galaxien empfindet.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Das Geheimnis ewiger Jugend und Glückseligkeit

Warum sollte man nach Indien fahren und dort Erleuchtung, spirituelle Erkenntnis und körperliches Wohlbefinden in einer jahrtausende alten Kultur zu suchen?!
Um auf den Frühstückscerealien zu lesen:
"WHAT IS MUESLI ?
The Term Muesli is derived from the Swiss German word mus, which means 'mixture'. The secret behind the exceptional longevity and fitness of people inhabiting certain county areas of Switzerland is Muesli. Muesli is made from various combinations of whole grains, nuts, fruits, berries, seeds, honey, etc.
Bagrry's SoHealthy Muesli brings you the benefits of this age old recipe. A bowl of Bagrry's SoHealthy Muesli in breakfst, gives a healthy start to your day."

Montag, 21. Dezember 2009

That is the law too


Mit den besten Grüßen aus dem wartenenden Flieger in Mumbai -
mobiles Internet ist großartig!

Sonntag, 20. Dezember 2009

Es gibt Dinge ... 2

Taxi zum Flughafen in Delhi: 160Rps für 4,5km.
Flug Delhi-Goa-Delhi: 5980Rps für 3820km.
Zug (Sleeper Class) Thivim-Eranunkalam: 338Rps für 847km.
Riksha Eranunkalam Junction zum Hotel: 40 Rps für 3km.
Fähre Eranunkalam-Fort Cochi: 2,5Rps für 3km.
Zug (Stehplatz) Eranunkalam-Kotayam: 36Rps für 60km.
Hausboot in Kumarkom: 3600Rps für zwei Tage.
Zug (Sleeper Class) Alleppey-Thivim: 355Rps für 981km.
Taxi zum Flughafen in Goa: 645Rps für 50km.

Gestern Abend bemerken, dass der Abflug aus Goa nach Delhi erst morgen und nicht heute ist: unbezahlbar!

Freitag, 18. Dezember 2009

God's own country


Für drei ganze Tage und zwei lange Nächte (im Zug) verliess ich Goa gen Süden: Kerala.
234 Fotos dokumentieren diesen Ausflug.
Nach einem langen Nachmittag in Cochi trafen wir Eleonara, Maria und Lorenz in Kotayam, und mieteten, von Kumarakom aus, ein Hausboot.

Neben dem Bestaunen der Landschaft verbrachten wir unsere Tage im absoluten Chill-Modus: lesen, ein wenig schwimmen, frischen Toddy zum Frühstück trinken, sehr gutes und üppiges Essen, fotographieren, philosophieren und die Verbesserung unserer ornithologischen Kategorien.
In Kerala spricht man übrigens Malealam, so daß mir mein "thorathora Hindi" keine Hilfe mehr war. Malealam wird in der Malayalam Schrift notiert, diese Schrift ist eine Abugida-Schrift, d.h. ein bestimmter Typus der Silbenschrift, der eine Zwischenstufe zwischen echter Silbenschrift und Alphabet darstellt und sehr hübsch ausschaut.
An dieser Stelle noch mein Dank an Tanya, Studentin an der JNU, gebürtig aus Kotayam und Muttersprachlerin des Malealam. Ohne sie, wäre der ganze Trip ins Wasser gefallen.

Samstag, 12. Dezember 2009

Nie war ich froa, als wie in Goa


Eine Woche Strandurlaub. Sonne. Sonne. Sonne.
Palmen. SCHWIMMEN!!! Gutes Essen. Roller fahren.
Kirchen anschauen. Tauchen. Adler sehen.
Interviews für Research machen. Bier trinken.
Schwimmen. Sonne. Wunderbar.


Und morgen gehts weiter gen Süden: Kerala. Backwaters ...

Dienstag, 8. Dezember 2009

Things I study III

Alternate Title: Research in Goa (as mentioned earlier)

Hier klicken um endlich mal mehr zu erfahren,
als immer nur meine Story von wegen:
"Also damals in den 1920ern kam ein Inder nach Deutschland, holte vier Deutsche nach Indien und es entstand die erste deutsch-indische Co-Produktion, namens Die Leuchte Asiens, eine Verfilmung des Leben des Buddha. In den 1930ern gingen abermals vier Deutsche nach Indien um das erste Bollywoodstudio mit aufzubauen und den Indern in sprichwörtlicher deutscher Wertarbeit zu zeigen, wie man das denn so macht. Einer der Deutschen blieb nach 1939, bzw. auch nach dem Ende seiner Internierung durch die Briten 1947, in Indien, machte weiter Filme und starb auch dort. In Goa treffe ich seinen Sohn und seinen Enkel und schaue mal was es denn so alles da "kulturwissenschaftlich Relevantes" zu finden gibt".

Sonntag, 6. Dezember 2009

School's out

Ein weiterer Parcours ist absolviert, das MonsoonSemester an der JNU ist vorbei, Klausuren und Hausarbeiten sind geschrieben, Mission Memory-Clear ist dank Erics Geburtstag und Glühwein auf dem deutschen Weihnachtsmarkt ebenfalls abgeschlossen.

Die folgenden Gespräche fassen die wichtigsten Themen der letzten Tage exemplarisch zusammen.

Gespräch mit einem Inder

I: Hi, how are you?
P: Good, yourself?
I: Tik hai. You finished your exams?!
P: Yes, finally! How about you?
I: Yes, I had two exams, three presantation and three papers. I did not sleep in the last two weeks. Are you going home to your country?
P: No, I am going to Goa to do research, and my mom is coming for Christmas.
I: Wow, your mom! I am going home to Pune/Varanasi/Patna/Trivandum. When is your flight? Are you in JNU next semester?
P: Sunday, at ten and yes. So - merry Christmas and a happy new year, see you!

Gespräch mit einem Foreigner

F: Hi, how are you?
P: Good, yourself?
F: Thanks, you had exams?
P: Yes, three. And you?
F: I need to finish a paper, then I'm done./I don't have exams, my Uni just wants to know that I went to class./I am not a student, I just enjoy the atmosphere on campus.
P: Oh, ok. Your going to travel somewhere?!
F: Yes - Nepal/Thailand/Tamil Nadu/Kerala/Australia/home to the US/Germany/Japan.
P: Are you coming back to Delhi?
F: Yes, for a day/in January/maybe next year. How about you?
P: Yes - and I am going to Goa to do research, and my mom is coming for Christmas.
F: Wow - research in Goa?! So - we'll catch up there/next year in Delhi/Paris/Berlin/on facebook.
P: Right. See you again, nice to meet you.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ganz großes Kino

Ein historischer Gigantenepos, eine Mischung aus "Gladiator", "Troja" und "Romeo und Julia", vor dem Hintergrund der Rebellion/Mutiny 1857 in Indien - ein MUST-SEE!!
Coming in 2010!!

Q:"As the British enslave India with their devious Divide and Rule policy, kings and nawabs fall to their guile and cunning, and entrust their precious kingdom to the foreigners. Except for the brave Pindaris, who prefer death to dishonour and will fight to their last breath to save their land ..their mother. The bravest, the toughest, the strongest of the Pindaris is Veer. As Veer takes on the might of the British Empire, he also has to fight the conniving King of Madavgarh as well his own jealous tribesmen. But then the stakes are high .. At stake is his love for princess Yashodhara, daughter of his sworn enemy."

Sonntag, 29. November 2009

Halbzeit

Heute vor vier Monaten bin ich zum ersten Mal in Indien aufgewacht.
Übermorgen in vier Monaten wache ich zum ersten Mal wieder in Deutschland auf.

Glauben kann ich das alles aber irgendwie nicht.

Anyway: Frohen ersten Advent!
Immerhin ist es nachts jetzt auch hier kalt, festliche, i.e. weihnachtliche Stimmung wird man aber wohl auch noch am 24.12. vergeblich suchen, wenn man sie denn überhaupt finden will ...

Freitag, 27. November 2009

Friede, Freude, Eierkuchen

Nach all der Aufregung: Alles ist gut.
Süße Kätzchen und Hündchen. Oh - und ein Baby - Tessa!
Oi, wie niedlich!

Mittwoch, 25. November 2009

Me in a tabloid

Ein "Tabloid" im Gegensatz zum "Broadsheet" passt auf einen Tisch, ist also leichter zu handhaben als eine echte Zeitung. Auch inhaltlich ist ein "Tabloid" eher auf Sex, Crime und sonstigen Trash ausgelegt, so dass es nicht verwunderlich ist, mich mit einer niemals so von mir formulierten Aussage, nebst meinem "Sonntagabend-ichwargesterntanzen"-Gesicht dort wiederzufinden. Das am nächsten Tag mein Name noch einmal dort auftaucht, diesmal mit einer wahren Aussage, mag daran liegen, dass meine Bestürzung auf Grund der Zustände am Sonntagabend im krassen Gegensatz zur Reaktion des randalierenden Mobs stand - oder daran, dass ich mich ausgiebig mit dem Editor besagten "Tabloids", namens "Mid-Day", unterhalten habe und ihm meine "TII"-Strategie erläutert habe.
Bilder anklicken, dann erkennt man mehr!!

Dienstag, 24. November 2009

Tränengas und Schlagstöcke ...

So und so wird weiter berichtet ...
und so wird "hausintern" [JNUTA - Jawaharlal Nehru University Teachers Association] reagiert:















More Muzak!

Montag, 23. November 2009

Randale, Krawall und Remmidemmi on Campus


Muzak an!

Gestern Abend gegen 19Uhr wollte ich den Campus verlassen, ein Abendessen in Vasant Vihar geniessen. Allerdings war das Haupttor geschlossen, eine Menschenmeute versammelt, ein Auto war demoliert, dies war passiert - bzw. handelte es sich bei den Ruhestörern wohl um Söhne wichtiger Polizeibeamter, die nach indischer Sitte natürlich straffrei die Polizeiwache verlassen können ... als ich nach einem Umweg zum anderen Gate und einem großartigen iranischen Chickendinner nach 23Uhr zurückkehrte, war das Haupttor immer noch gesperrt, die Straße davor voll von Polizei, überall Reporter und Ü-Wägen, Tränengas und Schlagstöcke waren eingesetzt worden und in drei Tagen jähren sich die Anschläge von Mumbai ...

Zur Beruhigung aller: ich bin bei der Botschaft auf der Evakuierungsliste registriert, don't panic!

Muzak aus!

Sonntag, 22. November 2009

Für Oma: Meine roten Freunde


Damit Du siehst, mit wem ich so im Bett rumliege.

Freitag, 20. November 2009

Yoga [accoustic version]

"Oooooooooooooooooooooommmmmm shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, ooooooooommmmmm."
"Palvati kria, breath in, breath ooooouuuuuut. Fai diridiri."
"Put your right hand on your left nostril, inhaaaaale, exhaaaale. Fai diridiri."
"Put your legs up sixty degrees and hold."
"Shuria Namaskar. One, two, three, four, five. six, seven, eight, nine, ten, eeeeleven, twelve."
"Put your right foot to your left ear, slowly slowly."
"Relax, totally relaaaaaax."
"Oooooooooooooooooooooommmmmm shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, shantiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeiiiiiiihhhh, ooooooooommmmmm."
"Rub your hands, thank you, good morning."

Samstag, 14. November 2009

Things I study II

Als ich Donnerstag ein Date im Leseraum mit Regi Siriwardena hatte, kam Karl Marx vorbei und postulierte: "Men make their own history, but they do not make it just as they please; they do not make it under the circumstances chosen by themselves, but under circumstances directly encountered, given and transmitted from the past."1

Danach ging Karl seines Weges, aber nur um am Freitag bei meiner Verabredung mit meinem guten, alten Freund Edward Said, mit folgenden Worten, reinzuplatzen:
"Sie können sich nicht vertreten, sie müssen vertreten werden."2

Da der olle Kalle sich in beiden Fällen auf den "18. Brumaire des Louis Bonaparte" bezog, beschloß ich Nägel mit Köpfen zu machen, ging mit mit ihm in den Buchladen und erstand für 20Rps. eine speziell subventionierte, englische Ausgabe seines Traktats. [Der Versuch das deutsche Original in der Bibliothek zu finden, scheiterte wie immer kläglich.]

Seitdem sind wir unzertrennlich: erst Kaffee bei Barista, dann Dinner in JiaSarai, und heute verbringen wir den ganzen Tag im Bett.

___________________________________
1 Siriwardene, Regi: "Ideologies of Language" in Coomaraswamy, Radhika/Wickramasinghe, Nira (Eds.): "Introduction to Social Theory", Colombo 1994, S.29.
2 Said, Edward: "Orientalism", Noida 2001, S.21.

Mittwoch, 11. November 2009

Tag der deutschen Einheit

SMS (Paula to Hannes, 09.11.09, 15:44 IST):
"Czesc!MrLechWalesa&thePope were the gateopeners of the BerlinWall.Höre grade F.Pflügler(JoschkaFischer krank inDeutschland)zum 20.Jahrestag sprechen im Anschluss Tee:)LG aus Delhi und frohe Einheit."

SMS (Hannes to Paula, 10.11.09, 1:11 PST):

"Czesc, jetzt geht auch hier der TDDE zu Ende. Laut Harvard Historian war das sächsische Plauen der gateopener u der Ehemann der Polnischdozentin hat im Monolog mit mir seinem Unmut über die Nichtberücksichtigung der Rolle Polens Platz gemacht - so viel zum Thema Außenperspektive!Großartig!"

Dienstag, 10. November 2009

Ein Konzert, ein Konzert!

Sie sorgten bereits am Samstag Abend in der Schweizer Botschaft fast für mehr Aufmerksamkeit als ich in Highheels.
In Chucks im IIT galt dann die ganze Aufmerksamkeit der "SlumDogMillionaire"-Adaption der BigBand der ETH Zürich.

Vielen Dank fürs Filmen und Knipsen an Emanuel.

The Librarydiaries II

Nachdem ich heute morgen eine weitere Nahtoderfahrung hatte, fiel mir auf, dass ich bisher noch nicht wirklich ausgeführt habe, dass ich hier in einem Dschungel lebe. Wie angekündigt, sieht man diesen am besten aus dem achten Stock der Bibliothek.In besagtem Dschungel leben Pfauen, Mungos, Echsen in verschiedenen Größen, Katzen, Hunde, Stachelschweine, Papageien, Kühe und seltsame Kühe, indische Eichhörnchen, Ameisen, Mücken, und und und ...Als ich dann heute morgen fast auf eine Kobra trat, hatte ich leider keine Kamera dabei, denn die liegt mit leeren Batterien in der Schreibtischschublade.

Freitag, 6. November 2009

Things I study.

"It seems positively unnatural to travel for pleasure without taking a camera along. Photographs will offer indisputable evidence that the trip was made, that the program was carried out, that fun was had.
Photographs document sequences of consumption carried out outside the view of the family, friends, neighbors. But dependence on the camera, as the device that makes real what one is experiencing, doesn't fade when people travel more. [...] A way of certifying experience, taking photographs is also a way of refusing it - by limiting experience to a search for the photogenic, by converting experience into an image, a souvenir. [...]
The very activity of taking pictures is soothing, and assuages general feelings of disorientation that are likely to be exacerbated by travel.
Most tourists feel compelled to put the camera between themselves and whatever is remarkable that they encounter. [...]
The method especially appealss to people handicaped by a ruthless work ethic - Germans, Japanese, and Americans.
Using a camera appeases the anxiety which the work-driven feel about not working when they are on vacation and supposed to be having fun. They have something to do that is like a friendly imitation of work: they can take pictures."
Susan Sontag: "On Photography", St.Ives 1977, S.9f.

Dienstag, 3. November 2009

Sterben für Fortgeschrittene


- beim photographieren von einer Kuh, mit besonders eindrucksvollen Hörnern, von derselben aufgespießt werden.
- in einer Kurve bei Vollbremsung aus dem offenen Jeep geschleudert werden.
- zum falschen Zeitpunkt in einen Jain-Tempel gehen.
- beim Klettern in einer ungesicherten Ruine abrutschen.
- versehentlich zu früh aus dem noch fahrenden Zug abspringen.
- einen Autounfall verursachen und ihn überleben.
- beim Klettern im Wasserfall ertrinken.

WARNING: These stupid things are only performed by JackAssGirls or CrashKids in India under the supervision of a lot of grateful gods. Please do not try them at home as they might result in severe injuries or death.

Montag, 2. November 2009

How to become ...

.. a hairdresser in India:
- Buy a pair of scissors and a comb.
- Paint a sign that says "Hairdresser".

And that is it.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Feiertag #2876

Der 1. November ist den Meisten wohl als "Allerheiligen" bekannt, und in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ein Feiertag. In Amerika (und damit im RoW) wird an diesem Datum ein obskures Fest namens "Halloween" zelebriert.
In Indien ist der 1.November in diesem Jahr der Geburtstag von Guru Nanak, dem ersten Sikh-Guru.
Um diese wichtigen Daten angemessen zu zelebrieren, fahre ich morgen Nachmittag (19h Zugfahrt!) nach Jaisalmer, Kamelreiten.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Kopp zu, Buch auf.

"Ich hatte mich vorbereitet, meine Kunstbücher ebenso gelesen wie die Geschichte Indiens vor und nach der Unabhängigkeit 1947. Ich kannte die Berichte der in Indien arbeitenden deutschen Journalisten. Ich hatte Angst vor dem Elend. Dennoch versuchte ich, mich den Erfahrungen unbefangen zu stellen, täglich Buch zu führen."
Ingeborg Drewitz: "Mein indisches Tagebuch"

"Wer nach Indien reist, bereitet sich vor. Zwei wollen nach Calcutta reisen und lesen. Er liest Allgemeines über Indiens Wirtschaft, Politik, Kultur und was in Widersprüchen über Calcutta geschrieben steht; sie liest Fontane, wie immer irgendwas von Fontane."
Günther Grass: "Zunge zeigen"

"Aber als ich vor elf Jahren eine Reise nach Indien machte, da sah ich wohl die Palmen und Tempel stehen, roch den Weihrauch und das Sandelholz, aß die herben Mango und die zarten Bananen; aber zwischen alledem und mir war noch ein Schleier, und mitten in Kandy unter den Buddhapriestern hatte ich nach dem wahren Indien, nach Indiens Geist, nach einer lebendigen Berührung mit ihm das ungestillte Heimweh wie vorher in Europa."
Hermann Hesse: "Besuch aus Indien"

"Denke Dir Varietékulissen, Kulissen aus 'Aida' von Verdi, rote, lila Lianen, braune nackte Körper und grelle blindmachende seidene Kleider, orangefarben und indigoblau, mit schneeweißen Schleiern unter der bunten Seide, rote Scharlachpunkte zwischen die Augen gemalt, oder gelbe auf die Ohren oder weiße. Und denke Dir pechdunkle, ewig sanfte, phantastische Augen, die nichts wissen, als von der Nacht, wo sie glücklich waren, noch den ganzen Tag schweigend und heiß zu schwärmen; denke Dir Frauen und Männer wie Äffchen graziös und gewandt - so sind die Leute, die jetzt um mich herumlaufen."
Max Dauthendey: "Briefe an meine Frau"

Alles aus Veena Kade-Luthra (Hrsg.): "Sehnsucht nach Indien", München 1991.

Freitag, 23. Oktober 2009

Es gibt Dinge, ...

- Lassi und French Toast 12Rps.
- Pedicure 600Rps.
- neuer mp3-player 750Rps.
- Boxen mit Subwoofer 400Rps.
- Medium Café Latte 85Rps.
- 111SMS pro Woche 11Rps.
- Fancy Dinner mit Campari 800Rps.

Zu dem neuen mp3-player, von dem nur 500MB der 2GB benutzbar sind, die aktuellen Hindi-Popsongs dazu zu bekommen - unbezahlbar.
Eine Stunde nach Beendigung der Öffnungszeiten immer noch mit der ehrenamtlichen Führerin im Bahá'í-Tempel einen Dialog über Religion und Architektur führen und anschließend den Tempel bei Nacht photgraphieren - unbezahlbar.

Eine Inder dabei haben, der einem sagt in welchen Bus man steigen muss, um pünktlich an der Delhi University anzukommen, um dann vor Ort eine Stunde nach dem Veranstaltungsort zu suchen - unbezahlbar.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Just another T.I.I.-Moment


Gelegentlich habe ich wohl erwähnt, dass streiken sich hier großer Beliebtheit erfreut. Bisher waren mir zwei Formen des Streiks bekannt:
- Studenten streiken für bessere Gesundheitsversorgung, keine Studiengebühren, etc.
- Professoren streiken für Altersabsicherung und mehr Hilfskräfte.

Heute habe ich eine neue Form des Streiks kennen gelernt:
- Studenten können heute nicht, denn sie sind in der Bibliothek, aber vielleicht haben sie nächste Woche Zeit zum Filmseminar zu kommen, für das ich den Film bereitstellen wollte und mir auch den Nachmittag freigehalten hatte, was ich aber in bester Streiktradition erst merkte, als der Beamer einwandfrei funktionierte.

Dazu die Hymne des Tages Magens.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Nach Hause kommen ...


... und damit Delhi und die JNU meinen. Seltsames Gefühl. Aber auch gut, vor allem, wenn der Briefkasten voll ist, es darin wie zu Hause ausssieht und sich auch noch so anfühlt.

Freitag, 16. Oktober 2009

Diwali! Everyone!


Join the Party for the first time, with me and Barack, let's all meet up in Rajastan!!

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Close up

Nachdem man jetzt also weiß, dass es hier manchmal auch Reis und Giabatti gibt, wiedermal genau hingeschaut: Womit wird eigentlich gegessen??!
Hat jemand irgendwo eine Gabel oder gar ein Messer gesehen?! Ich nicht, seit 2,5 Monaten nicht. Es wird also, wenn nicht mit der Hand, dann mit dem Löffel gegessen. Dabei ist der Löffel ungefähr so vielseitig wie mein guter Freund, der Eimer. In Deutschland wird der Löffel verwendet um Kaffee umzurühren und um Joguhrt zu essen.
In Indien rührt man seinen Chaj nicht um, er kommt schon gezuckert und mit Milch, aber man löffelt Suppen. Weiter Einsatzmöglichkeiten des Löffels: Bananen schneiden, Butter/Marmelade auf Toast verteilen, die verschiedenen Daals, Gemüse, Reis vermischen und vermatschen, kleine Tiere aus dem Zucker/Reis fischen und Hustensaft dosieren.
Häufig wird der Löffel aber auch durch die Hand ersetzt, in meinem Fall, wie schon kritisch bemerkt, die linke und die rechte. Wobei ich zu meiner Verteidigung anführen möchte, dass hier mit der rechten Hand photographiert wurde und diese, meine linke Hand rein illustrativen Charakter hat. Kombiniert wird die Hand mit einem kleinen Stück Giabatti, dass alsdann die Löffelfunktion übernimmt. Die wirklich Fortgeschrittenen verzichten auf das Giabatti und schaufeln einfach alles per Hand rein. Dabei ist wichtig anzumerken, dass es in jedem Essraum, sei es Restaurant, Mensa oder sonstwo, immer ein Waschbecken zum Händewaschen gibt - für vorher - und nachher (Curry macht ganz schön gelbe Findernägel).

Montag, 12. Oktober 2009

Bhaya, what's for dinner??!

Krankheitsbedingt ist mein kreativer Geist etwas medikamentenverhangen, weshalb es keine aktuellen Statements zu möglicher/notwendiger Zensur, dem "Brand Obama", einem weiteren Streik an der JNU, dem nahenden Diwalifest oder eine Auswahl meiner Indienlektüre gibt. Sondern endlich mal was essentielles: Essen - auf Hindi "khana".
Urteilt selber
- Mudschee parat-khana pasand hai.
- Mudschee parat-khana nahi pasand hai.

Freitag, 9. Oktober 2009

Newspaper! Newspaper!

Wenn man in Deutschland eine Zeitung abonnieren möchte, bedeutet das einen langwierigen Prozess: man muss sich für eine Zeitung entscheiden, dann dafür ob man sie täglich haben will, oder vielleicht nur die Sonntagsausgabe. Ist das einmal entschieden, geht der eigentliche Spaß erst los: nimmt man den Wasserkocher, den i-pod-Halter, den 100€-Einkaufsgutschein oder die Jahreskarte für die Mainau dazu und will man viertel-, halb-, ein- oder zweijährig zahlen - oder doch lieber den billigen Studenten-/Rentner-preis? Das alles will gut überlegt und ausgewertet sein, auch muss man sein Abo pausieren oder umleiten, wenn man in den Urlaub geht. Des weiteren ist man immer in Sorge, dass ein frühaufstehnder Nachbar einem die Zeitung wegmopst und damit den Morgenkaffee vergrätzt.

In Indien gibt man dem Zeitungs-Wallah, der jeden morgen zum Hostel kommt 100Rps. Jeden Morgen bekommt man dann, je nach Wahl, die "Times of India" oder den "Hindu" in den Briefkasten gelegt (Einzelpreis pro Zeitung 3Rps ~ 4cent). Ist einem das noch zuviel Commitment, kann man auch einfach am Lesepult vor der Hostelkantine beide Zeitungen einfach so lesen.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Some pictures ...


Mit diesen Jungs haben wir die meiste Zeit in Manali verbracht - mit der Zipfelmütze haben sie aber nichts zu tun - was es damit auf sich hat, erfahren wir erst, wenn es Winter wird.

In Delhi ...

... nach 15h Busfahrt in der Nacht von Sonntag auf Montag, erwachte ich am Dienstag mit Husten, Schnupfen und Müdigkeit - das kommt davon, wenn man direkt unter der AC sitzt, die mal an und dann auch mal wieder ausgeht.
Zur Belohnung, für die Fahrt, gab es am Montag meine Klausur "Indienimaginationen in der deutschen Literatur" mit einem A+ zurück, und heute eine Buchung nach Calangute, Goa - 6.12.-21.12.: "Strandurlaub" "research im Resort". Dort wartet nämlich hoffentlich die Konkretisierung meines Masterarbeitsthemas auf mich ...

Fazit:
Studieren und Reisen lässt sich in Indien optimal kombinieren.

Samstag, 3. Oktober 2009

A little homework ...

Liebe Fans,
da ich grade Urlaub, d.h. auch Urlaub vom Internet mache, wuerde ich mich freuen, von Euch die Geschichten zu hoeren, die Charis und ich hier mutmasslich erleben. Schreibt einfach einen Kommentar und lasst eurer Phantasie freie Bahn -
nicht mehr als fuenf Saetze bitte.
Einige Stichworte zum Einstieg:
Chai, Saphir, Wasserfall, Yoga, Zipfelmuetze ... viel Erfolg!

Jeder Text wird mit Paula-Points™ belohnt!

Mittwoch, 30. September 2009

Immerhin reimt es sich ...

Rishikesh, Rishikesh,
Shanti, shanti, wenig Stress.

Chandigarh, Chandigarh,
wollt nicht hin, war doch da.

Manali, Manali,
gruenes Berg und Tali.

Donnerstag, 24. September 2009

The Librarydiaries I

Das Herz des Campus hier an der JNU, bildet wie auch in Konstanz, die Bibliothek. Hier rechts im Bild, links mein Fahrradparkplatz.Man geht bekanntlich in die Bibliothek um Lektüre zu recherchieren. Wenn es Strom gibt macht man das am PC in der CyberLibrary. Dort bekommt man eine Signatur, deren Standort aber nicht vermerkt ist, so dass man jemand fragen muss. Die Auskunft erfolgt allerdings nicht anhand der Signatur, sondern anhand des Titels "German book? 4th or 5th floor."Gibt es keinen Strom, so bleibt nur die old-school Variante der Recherche im Karteikartenkasten. Wenn man den in der richtigen Sprache findet, braucht man auch nur noch jemand fragen, der die veraltete Signatur in eine aktuelle umwandeln kann (an einem PC, der an einem anderen Stromkreislauf hängt) um die Antwort "4th or 5th floor" zu bekommen.Hat man also eine gültige Signatur und das entsprechende Stockwerk gefunden, betritt man den Vorraum der eigentlichen Bücherkollektion.Hier liegen Bücher in Stapeln sortiert, die eigentlich in die Regale der Kollektion gehören, aber derzeit lieber dort liegen. Nach dem Betreten der Kollektion orientiert man sich an logisch durchorgansierten und grade frisch produzierten Regalbeschreibungen.Ist man bis hierhin gelangt, muss man sich erstmal die Nase putzen (Staub der Jahrhunderte), zum Fenster gehen (tief Luft holen, die Nerven) und eine Pause einlegen. Dabei bemerkt man den großartigen Blick, den man bereits in der vierten Etage über den Campus hat, und beschließt dass das Buch noch ein wenig warten kann ... mehr vom Panorama in und um die Bibliothek bald - fahre morgen erstmal nach Rishikesh zum whitewaterrafting mit meiner Schwester!

Mittwoch, 23. September 2009

Indira Gandhi International Airport


Muzak an

Du merkst, dass Du in der Einflugschneise eines Flughafens wohnst, wenn Du
1.) bei Stromausfall zum skypen nach draußen gehst, weil es dort kühler ist, und Du alle fünf Minuten eine Flugzeugpause (Lärm) machen musst.
2.) ein Theaterstück siehst bei dem alle fünf Minuten auf der Bühne ein Standbild ("Freeze") zwangsläufig eingebaut ist.
3.) keine drei Minuten warten musst und keinen Zoom brauchst, um das begleitende Bildmaterial zu diesem Beitrag zu erstellen.
4.) Angst vor (wann?!) kühlerem Wetter hast, weil der Fan dann den Fluglärm nicht mehr übertönt.

Muzak aus