Der 1. November ist den Meisten wohl als "Allerheiligen" bekannt, und in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ein Feiertag. In Amerika (und damit im RoW) wird an diesem Datum ein obskures Fest namens "Halloween" zelebriert.
In Indien ist der 1.November in diesem Jahr der Geburtstag von Guru Nanak, dem ersten Sikh-Guru.
Um diese wichtigen Daten angemessen zu zelebrieren, fahre ich morgen Nachmittag (19h Zugfahrt!) nach Jaisalmer, Kamelreiten.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Dienstag, 27. Oktober 2009
Kopp zu, Buch auf.
"Ich hatte mich vorbereitet, meine Kunstbücher ebenso gelesen wie die Geschichte Indiens vor und nach der Unabhängigkeit 1947. Ich kannte die Berichte der in Indien arbeitenden deutschen Journalisten. Ich hatte Angst vor dem Elend. Dennoch versuchte ich, mich den Erfahrungen unbefangen zu stellen, täglich Buch zu führen."
Ingeborg Drewitz: "Mein indisches Tagebuch"
"Wer nach Indien reist, bereitet sich vor. Zwei wollen nach Calcutta reisen und lesen. Er liest Allgemeines über Indiens Wirtschaft, Politik, Kultur und was in Widersprüchen über Calcutta geschrieben steht; sie liest Fontane, wie immer irgendwas von Fontane."
Günther Grass: "Zunge zeigen"
"Aber als ich vor elf Jahren eine Reise nach Indien machte, da sah ich wohl die Palmen und Tempel stehen, roch den Weihrauch und das Sandelholz, aß die herben Mango und die zarten Bananen; aber zwischen alledem und mir war noch ein Schleier, und mitten in Kandy unter den Buddhapriestern hatte ich nach dem wahren Indien, nach Indiens Geist, nach einer lebendigen Berührung mit ihm das ungestillte Heimweh wie vorher in Europa."
Hermann Hesse: "Besuch aus Indien"
"Denke Dir Varietékulissen, Kulissen aus 'Aida' von Verdi, rote, lila Lianen, braune nackte Körper und grelle blindmachende seidene Kleider, orangefarben und indigoblau, mit schneeweißen Schleiern unter der bunten Seide, rote Scharlachpunkte zwischen die Augen gemalt, oder gelbe auf die Ohren oder weiße. Und denke Dir pechdunkle, ewig sanfte, phantastische Augen, die nichts wissen, als von der Nacht, wo sie glücklich waren, noch den ganzen Tag schweigend und heiß zu schwärmen; denke Dir Frauen und Männer wie Äffchen graziös und gewandt - so sind die Leute, die jetzt um mich herumlaufen."
Max Dauthendey: "Briefe an meine Frau"
Alles aus Veena Kade-Luthra (Hrsg.): "Sehnsucht nach Indien", München 1991.
Ingeborg Drewitz: "Mein indisches Tagebuch"
"Wer nach Indien reist, bereitet sich vor. Zwei wollen nach Calcutta reisen und lesen. Er liest Allgemeines über Indiens Wirtschaft, Politik, Kultur und was in Widersprüchen über Calcutta geschrieben steht; sie liest Fontane, wie immer irgendwas von Fontane."
Günther Grass: "Zunge zeigen"
"Aber als ich vor elf Jahren eine Reise nach Indien machte, da sah ich wohl die Palmen und Tempel stehen, roch den Weihrauch und das Sandelholz, aß die herben Mango und die zarten Bananen; aber zwischen alledem und mir war noch ein Schleier, und mitten in Kandy unter den Buddhapriestern hatte ich nach dem wahren Indien, nach Indiens Geist, nach einer lebendigen Berührung mit ihm das ungestillte Heimweh wie vorher in Europa."
Hermann Hesse: "Besuch aus Indien"
"Denke Dir Varietékulissen, Kulissen aus 'Aida' von Verdi, rote, lila Lianen, braune nackte Körper und grelle blindmachende seidene Kleider, orangefarben und indigoblau, mit schneeweißen Schleiern unter der bunten Seide, rote Scharlachpunkte zwischen die Augen gemalt, oder gelbe auf die Ohren oder weiße. Und denke Dir pechdunkle, ewig sanfte, phantastische Augen, die nichts wissen, als von der Nacht, wo sie glücklich waren, noch den ganzen Tag schweigend und heiß zu schwärmen; denke Dir Frauen und Männer wie Äffchen graziös und gewandt - so sind die Leute, die jetzt um mich herumlaufen."
Max Dauthendey: "Briefe an meine Frau"
Alles aus Veena Kade-Luthra (Hrsg.): "Sehnsucht nach Indien", München 1991.
Freitag, 23. Oktober 2009
Es gibt Dinge, ...
- Lassi und French Toast 12Rps.
- Pedicure 600Rps.
- neuer mp3-player 750Rps.
- Boxen mit Subwoofer 400Rps.
- Medium Café Latte 85Rps.
- 111SMS pro Woche 11Rps.
- Fancy Dinner mit Campari 800Rps.
Zu dem neuen mp3-player, von dem nur 500MB der 2GB benutzbar sind, die aktuellen Hindi-Popsongs dazu zu bekommen - unbezahlbar.
Eine Stunde nach Beendigung der Öffnungszeiten immer noch mit der ehrenamtlichen Führerin im Bahá'í-Tempel einen Dialog über Religion und Architektur führen und anschließend den Tempel bei Nacht photgraphieren - unbezahlbar.
Eine Inder dabei haben, der einem sagt in welchen Bus man steigen muss, um pünktlich an der Delhi University anzukommen, um dann vor Ort eine Stunde nach dem Veranstaltungsort zu suchen - unbezahlbar.
- Pedicure 600Rps.
- neuer mp3-player 750Rps.
- Boxen mit Subwoofer 400Rps.
- Medium Café Latte 85Rps.
- 111SMS pro Woche 11Rps.
- Fancy Dinner mit Campari 800Rps.
Zu dem neuen mp3-player, von dem nur 500MB der 2GB benutzbar sind, die aktuellen Hindi-Popsongs dazu zu bekommen - unbezahlbar.
Eine Stunde nach Beendigung der Öffnungszeiten immer noch mit der ehrenamtlichen Führerin im Bahá'í-Tempel einen Dialog über Religion und Architektur führen und anschließend den Tempel bei Nacht photgraphieren - unbezahlbar.Eine Inder dabei haben, der einem sagt in welchen Bus man steigen muss, um pünktlich an der Delhi University anzukommen, um dann vor Ort eine Stunde nach dem Veranstaltungsort zu suchen - unbezahlbar.
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Just another T.I.I.-Moment
Gelegentlich habe ich wohl erwähnt, dass streiken sich hier großer Beliebtheit erfreut. Bisher waren mir zwei Formen des Streiks bekannt:
- Studenten streiken für bessere Gesundheitsversorgung, keine Studiengebühren, etc.
- Professoren streiken für Altersabsicherung und mehr Hilfskräfte.
Heute habe ich eine neue Form des Streiks kennen gelernt:
- Studenten können heute nicht, denn sie sind in der Bibliothek, aber vielleicht haben sie nächste Woche Zeit zum Filmseminar zu kommen, für das ich den Film bereitstellen wollte und mir auch den Nachmittag freigehalten hatte, was ich aber in bester Streiktradition erst merkte, als der Beamer einwandfrei funktionierte.
Dazu die Hymne des
Dienstag, 20. Oktober 2009
Nach Hause kommen ...
Freitag, 16. Oktober 2009
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Close up
Nachdem man jetzt also weiß, dass es hier manchmal auch Reis und Giabatti gibt, wiedermal genau hingeschaut: Womit wird eigentlich gegessen??!
Hat jemand irgendwo eine Gabel oder gar ein Messer gesehen?! Ich nicht, seit 2,5 Monaten nicht. Es wird also, wenn nicht mit der Hand, dann mit dem Löffel gegessen.
Dabei ist der Löffel ungefähr so vielseitig wie mein guter Freund, der Eimer. In Deutschland wird der Löffel verwendet um Kaffee umzurühren und um Joguhrt zu essen.
In Indien rührt man seinen Chaj nicht um, er kommt schon gezuckert und mit Milch, aber man löffelt Suppen. Weiter Einsatzmöglichkeiten des Löffels: Bananen schneiden, Butter/Marmelade auf Toast verteilen, die verschiedenen Daals, Gemüse, Reis vermischen und vermatschen, kleine Tiere aus dem Zucker/Reis fischen und Hustensaft dosieren.
Häufig wird der Löffel aber auch durch die Hand ersetzt, in meinem Fall, wie schon kritisch bemerkt,
die linke und die rechte. Wobei ich zu meiner Verteidigung anführen möchte, dass hier mit der rechten Hand photographiert wurde und diese, meine linke Hand rein illustrativen Charakter hat. Kombiniert wird die Hand mit einem kleinen Stück Giabatti, dass alsdann die Löffelfunktion übernimmt. Die wirklich Fortgeschrittenen verzichten auf das Giabatti und schaufeln einfach alles per Hand rein. Dabei ist wichtig anzumerken, dass es in jedem Essraum, sei es Restaurant, Mensa oder sonstwo, immer ein Waschbecken zum Händewaschen gibt - für vorher - und nachher (Curry macht ganz schön gelbe Findernägel).
Hat jemand irgendwo eine Gabel oder gar ein Messer gesehen?! Ich nicht, seit 2,5 Monaten nicht. Es wird also, wenn nicht mit der Hand, dann mit dem Löffel gegessen.
Dabei ist der Löffel ungefähr so vielseitig wie mein guter Freund, der Eimer. In Deutschland wird der Löffel verwendet um Kaffee umzurühren und um Joguhrt zu essen. In Indien rührt man seinen Chaj nicht um, er kommt schon gezuckert und mit Milch, aber man löffelt Suppen. Weiter Einsatzmöglichkeiten des Löffels: Bananen schneiden, Butter/Marmelade auf Toast verteilen, die verschiedenen Daals, Gemüse, Reis vermischen und vermatschen, kleine Tiere aus dem Zucker/Reis fischen und Hustensaft dosieren.
Häufig wird der Löffel aber auch durch die Hand ersetzt, in meinem Fall, wie schon kritisch bemerkt,
die linke und die rechte. Wobei ich zu meiner Verteidigung anführen möchte, dass hier mit der rechten Hand photographiert wurde und diese, meine linke Hand rein illustrativen Charakter hat. Kombiniert wird die Hand mit einem kleinen Stück Giabatti, dass alsdann die Löffelfunktion übernimmt. Die wirklich Fortgeschrittenen verzichten auf das Giabatti und schaufeln einfach alles per Hand rein. Dabei ist wichtig anzumerken, dass es in jedem Essraum, sei es Restaurant, Mensa oder sonstwo, immer ein Waschbecken zum Händewaschen gibt - für vorher - und nachher (Curry macht ganz schön gelbe Findernägel).
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