Donnerstag, 23. Juni 2011

Fronleichnam

Die allseits belachte Übersetzung des "Happy Cadaver" macht dem "Dear Mr. Singing-Club" gerne Konkurrenz - und doch liegt in diesem Fall die wahre Bedeutung nicht in der Übersetzung offenbart. Nachdem ich aus Indien die scheinbar seltsamsten Feiertage, wie etwa #2876, gewöhnt war - überraschte mich heute morgen an der Seestraße ein Altar, vor dem Blumenmuster den Boden schmückten.
In Uhldingen dann war der Eingang zum Friedhof mit diversen Mandala und Opfergaben dekoriert. Menschen in seltsamer Tracht ließen mich kurz wundern ob der 11.November schon wieder nah wäre. Eine umgehend eingeleitete repräsentative Umfrage im engen Umkreis der Fahrradfahrer ergab eine ordentliche Portion Nichtwissen, kombiniert mit Mutmassungen die auf Versuchen der Bedeutungsableitung aus dem Namen des heutigen Tages fußten.
Aber das waren alles nur haltlose Proklamierungen der Auferstehung - und die wird ja bekanntlich dem Osterhasen angerechnet.
Also - was bitte feiert man an diesem Tag in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, NRW und sonstwo?

Antwort Wikipedia:
"Das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, regional auch „Prangertag“ oder „Blutstag“ [genannt] feiert die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie*."


Zur Erinnerung - *Eucharistie und Transubstantation beschreiben den Übergang vom Körper und Blut Jesu in Brot und Wein, was den kollektiven Verzehr von Gottes Sohn erlaubt. Wer jetzt an den Vatermord, Freud und das erste Semester EuropaSchmuMedien denkt, der ißt auch kleine Kinder!

Donnerstag, 9. Juni 2011

'No negative news from India'


"I have been told quite openly by several correspondents of international newspapers, [...] that they have instructions – 'No negative news from India' – because it's an investment destination. So you don't hear about it. But there is an insurrection, and it's not just a Maoist insurrection. Everywhere in the country, people are fighting."
sagt Arundhati Roy hier.

Dienstag, 31. Mai 2011

Bang Bang Bangalore



Eine Simpsons-Folge, die das echte Indien zeigt: Bangalore, Kühe und Götter.

Als Bonbon:Apokalypse Now,
sowie MacGyver.

Dienstag, 17. Mai 2011

Der Weg ist ...

"Obwohl ich viel gereist bin, bin ich ein schlechter Reisender. Ein guter Reisender besitzt die Fähigkeit, sich überraschen zu lassen. [...]
Wenn er einen ausgeprägten Sinn für das Absurde besitzt, wird er steten Grund zum Lachen darin finden, daß die Menschen um ihn herum nicht die gleichen Kleider tragen wie er, und nie wird er das Erstaunen darüber verwinden, daß sie womöglich mit Stäbchen essen statt mit Gabeln oder mit einem Pinsel schreiben statt mit einem Stift. [...]

Ich aber nehme die Dinge so schnell als gegeben hin, daß es mir nicht gelingen will, in meiner neuen Umgebung irgend etwas Ungewöhnliches zu entdecken. [...]
Mir scheint es ebenso selbstverständlich, mit einer Rikscha zu fahren wie mit einem Automobil, auf dem Boden zu sitzen wie auf einem Stuhl, daß ich vergesse, etwas Seltsames und Ungewöhnliches zu tun.
Oft bin ich meiner selbst überdrüssig und habe das Gefühl, daß ich durch das Reisen meine Persönlichkeit erweitern und mich dadurch ein wenig verändern kann.
So bringe ich von einer Reise nie das gleiche Selbst wieder zurück mit dem ich aufgebrochen bin."

Maugham, W. Somerset: "Von Rangun nach Hai Phong" in "Tintenfass" 27, Zürich 2003, S.283.

Samstag, 30. April 2011

Mittwoch, 20. April 2011

Shooting an Elephant

"In Moulmein, in lower Burma, I was hated by large numbers of people – the only time in my life that I have been important enough for this to happen to me. [...]

[A]t that time I had already made up my mind that imperialism was an evil thing and the sooner I chucked up my job and got out of it the better. Theoretically – and secretly, of course – I was all for the Burmese and all against their oppressors, the British. As for the job I was doing, I hated it more bitterly than I can perhaps make clear. In a job like that you see the dirty work of Empire at close quarters. The wretched prisoners huddling in the stinking cages of the lock-ups, the grey, cowed faces of the long-term convicts, the scarred buttocks of the men who had been Bogged with bamboos – all these oppressed me with an intolerable sense of guilt. But I could get nothing into perspective. I was young and ill-educated and I had had to think out my problems in the utter silence that is imposed on every Englishman in the East. [...]

One day something happened which in a roundabout way was enlightening. [...]Early one morning the sub-inspector at a police station the other end of the town rang me up on the phone and said that an elephant was ravaging the bazaar. Would I please come and do something about it? I did not know what I could do, but I wanted to see what was happening and I got on to a pony and started out. I took my rifle, an old 44 Winchester and much too small to kill an elephant, but I thought the noise might be useful in terrorem."

Orwell, George: "Shooting an Elephant", The Literature Network.

Samstag, 9. April 2011

We want to go to West Bengal

"The bazaars of Canning were [...] a jumble of narrow lanes, cramped shops and mildewed houses. There were a great many stalls selling patent medicines for neuralgia and dyspepsia - concoctions with names like 'Hajmozyne' and 'Dardacytin'.
The only buildings of any note were the cinema halls; immense in their ungainly solidity, they sat upon the town like sandbags, as though as to prevent it from being washed away."

Ghosh, Amitav: "The hungry tide", London 2005, S.24.