Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ganesha und New Generations Filmfestival #12restaurants2017 #10

Im zweiten Anlauf konnten Emi und ich beim zehnten #12restaurants2017 einen ganz besonderen Ehrengast begrüßen. Petra Klaus, kreativer Kopf hinter dem indischen Filmfest in Frankfurt, Mitgründerin der taz, legendäre Partyveranstalterin und begeisterte Kuba-Reisende.

Doch bevor wir im Ganesha in der Niddastraße hinterm Bahnhof schlemmen konnten, legte uns der "Remover of Obstacles" erstens ein paar Regentropfen und zweitens die blöde Wegführung für Fußgänger und Fahrradfahrer rund um den Frankfurter Hauptbahnhof in den Weg - aber im Rahmen des akademischen Viertels waren dann doch alle beisammen.

Ganesha - Remover of Obstacles

Von außen würden die meisten wohl eher nicht ins Ganesha gehen - die Gegend und die Aufmachung sind eher etwas schrammelig, aber einmal drin ist es mollig warm und voll mit Indern und Sri Lankesen - ein gutes Zeichen. Auch die Bewertung im Netz ist durchweg positiv. Die Karte gibt eine gute Auswahl an authentischen Nord- und Südindischen Speisen und als kleines Extra auch noch Spezialitäten aus Sri Lanka!
Petra und ich wählten jeweils einen Dosa - einen Pfannkuchen aus Linsen- und Reismehl, sehr dünn gebacken, lecker gefühlt und serviert mit scharfem Kokosdipp und Gemüsesüppchen. Emi entschied sich für Aloo Ghobi - also Kartoffel Blumenkohl mit Chapati - auch in der scharfen Variante. Zuletzt hatte ich ja bemängelt, dass in den meisten Restaurants scharf nicht wirklich scharf ist. Bei Ganesha muss man sich da aber keine Sorgen machen - scharf heißt hier, dass einem warm wird und in meinem Fall sogar Schluckauf einsetzt. Sauber!

New Generations Filmfestival

Bevor das Essen jedoch serviert wurde, hatten wir Zeit über das New Generations Filmfestival, das nächstes Wochenende vom 3.-5. November im Orfeos Erben-Kino gezeigt wird, zu sprechen. Petra hatte das Programmheft dabei und es entsponn sich eine lebhafte Diskussion rund um die indische Kinokultur, die Existenz von Filmen die jenseits von Bollywood ganz ohne Tanz fesselnde Geschichten erzählen und die indische Community in Frankfurt - gesprenkelt mit Erinnerungen an Indienreisen und Planungen für meine nächste Woche in Delhi!

Besonders empfehlenswert ist natürlich der Short Film Wallah, bei dem ich dieses Jahr mit in der Jury sitzen durfte. Am 4. November ab 18:30 werden die besten Filme gezeigt und der Siegerfilm gekürt! Das Programm ist aber auch insgesamt sehr vielseitig und absolut sehenswert: mit Newton (Trailer), dem indischen Beitrag für Oscars, dem Politthriller An Insignificant Man (Trailer), der RomCom The Big Sick (Trailer) und vielem mehr!
Short Film Wallah: Sanyog - ein Episodenfilm in einem Shot

Short Film Wallah: Tears of Autumn - Kashmirkonflikt aus einer besonderen Perspektive

Essen ist fertig!

Wir mussten nicht lange auf das Essen warten, welches sehr stilecht auf Edelmetall.Thalitabletts serviert wurde - für einen Dosa nicht ganz das richtige Format, aber egal. Hauptsache lecker. Petra und ich waren sehr zufrieden mit der feinen Speise - Emi war eher enttäuscht von ihrem Aloo Ghoobi - merke: beim Sri Lankesen eher nicht nordindisch bestellen.

Fazit

Das Essen bei Ganesha ist absolut authentisch, die Küche ist frisch und lecker - das merkt man auch an den Besuchern - sehr viele Südasiaten genießen dort die Originalrezepte und Zubereitung. Weiteres Plus: die Preise sind sehr günstig - der Dosa und eine große Mangolassi zusammen waren dann ganze 9€ - läuft! Der Gastraum ist allerdings etwas eng und wenig attraktiv gestaltet - ein Fernseher zeigt aber fortlaufend aktuelle Bollywood-Clips und im Sommer kann man auch draußen sitzen. Also, wenn ihr mal Lust auf scharf und gut habt und euch in die Straßen hinterm Bahnhof traut, geht zu Ganesha und lasst es euch schmecken! Gezahlt wird dann an der Theke!

vlnr The Holy Trinity Ganesha, Maria und Bollywood!

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte und zuletzt im HimalayaLaternchen im Ostend. 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir mache auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Himalaya Laternchen #12restaurants2017 #9

Manche Ideen sind so genial, dass sie am nächsten Morgen schon wieder vergessen sind. Andere Ideen reifen über Monate und Jahre, sammeln Energie und verlaufen im Sand. Bei unserem #12restaurants2017 war die Idee sehr einfach und funktioniert bis heute: wir gehen also seit neun Monaten regelmäßig indisch essen und denken jetzt schon darüber nach, diese schöne Sache auch in 2018 weiter zu führen. Aber erstmal zur #9: das Himalaya-Laternchen im Ostend, direkt bei der U-Bahn und beim Frankfurter Garten.

Mit dem Fahrrad ins Ostend


Los ging es mit dem Fahrrad - Emi hat jetzt ein eigenes! Endlich mobil - ein großer Fortschritt. Allerdings war mit dem Ostenend unsere Destination kein Frankfurter Neuland - Emi kannte sogar schon die kleinen Nebenstraßen, die sich mit dem Fahrrad so gut anbieten. 
Außerdem hat Fabian uns Gesellschaft geleistet - seines Zeichen erfahrener Indienrestaurantkenner aus Konstanz. Bei Ankunft im Restaurant wurden wir freundlich begrüßt und konnten uns einen Tisch aussuchen - viel war noch nicht los in dem modern aber dennoch dekoriert eingerichteten Restaurant. Im Vergleich zu vielen anderen Restaurants war die Deko eher dezent und gekonnt mit zeitlos schönen Möbeln kombiniert. Also weder zu spartanisch, noch zu dick aufgetragen.

Als Starter gab es wie schon so oft leckeren Chai - dieses Mal in der Variation Kashmiri-Chai  mit Pistazien und anderen leckeren Nüssen.
Die Auswahl des Hauptgerichts war nicht einfach - eine Vielfalt  nordindischer Köstlichkeiten in vielen Variationen. Ich entschied mich für Chicken Vindaloo - laut Fabian etwas, das so scharf ist, "dass die Kehle brennt". Bei der Bestellung habe ich allerdings nicht erwähnt, dass es wirklich scharf sein soll. So war es dann zwar lecker und feurig, hat aber weder Schluckauf ausgelöst noch die Nebenhöhlen frei geblasen.
Die Portionen waren reichlich und auch durchweg lecker - trotzdem gab es in meinem Nachtischmagen noch ein bisschen Platz - für ein köstliches hausgemachtes Kulfi. Wie schon beim Kashmiri Chai hatte die Küche im Himalaya-Laternchen ein gutes Gespür für die leckeren Nüsse. Mjami! Das Himalaya-Laternchen ist seit fünf Jahren im Ostend - vorher waren sie oben an der Berger Straße. Die Wurzeln dieses Restaurants liegen abermals im Punjab - es scheint, als würde man von dort Köche und Gastronomen bevorzugt nach Frankfurt exportieren.
Ein sehr gutes Kulfi!

Fazit 

Gutes Essen, angenehme Atmosphäre - gutes Preis-Leistungsverhältnis, sehr freundliche und informative Bedienung. Kein Abenteuer - aber man muss ja auch nicht immer Grenzen überschreiten. Reservierung unter der Woche nicht nötig. Außerdem gut erreichbar mit dem Fahrrad oder der U-Bahn. Im Sommer auch als nette Option nach einem Spaziergang am Main! 

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste und zuletzt in der einzigartigen Eintracht Gaststätte (Geheimtipp!). 

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Montag, 28. August 2017

Gaststätte Eintracht #12restaurants2017 #8

Nachdem wir bereits im März die Fusion-Food-Szene-Location des Oeder Wegs getestet und für gut befunden hatten, führte uns ein Hinweis von Franzi, einer Arbeitskollegin von Emi erneut ans untere Ende der Lebensader des Nordends. 

Abenteuer im Hinterhof

Versteckt in einem Hinterhof besuchten wir die "Gaststätte Eintracht" - die im Look ihrem Namen alle Ehre macht: Bilderbuchbiergarten mit hohem Gemütlichkeitsfaktor, funktionalen Toiletten im Vereinsheim - eine Kegelbahn gibt es sogar auch. Das Wetter war auf unserer Seite und wir konnten einen lauen Sommerabend draußen verbringen - zur Abkühlung erst mal eine Mango Lassi - stilecht Deutsch-Indisch im Apfelsaftglas.

Zuviel Auswahl - wir lassen uns überraschen

Etwas komplizierter wurde es mit der Speisekarte - extrem viel Auswahl spannender, kreativer Gerichte - wir konnten uns nicht entscheiden und baten den Chef um Rat oder Empfehlung. Der machte kurzen Prozess, nahm uns die Karten aus der Hand, erfragte unseren Schärfegrad (3 von 4) und Fleischwunsch (Chicken and Veg) - und versprach uns eine Überraschung!

Eine sehr gelungene Überraschung - Feigen-Köfte, sehr leckeres Hühnchen und auch einen feinen Paneer, dazu Kokos-Naan (!), Raita, Reis ... es war ein Gelage. Wir waren sooo satt - es war sooo lecker - und einfach aufregend.

Im Gespräch erfahren wir, dass es das Restaurant seit 28 Jahren gibt - aber es war nicht schon immer Deutsch-Indisch - das wurde nach und nach eingeführt. Die Küche kreiert laufend neue Gerichte und variiert die klassischen Gerichte mit neuen Ideen. Wir sind beeindruckt! Die kulinarischen Wurzeln stammen auch hier wieder aus dem Punjab - wie schon neulich in Sachsenhausen beim Bombay Palace.

Fazit

Gemütliche Location im traditionellen Sinn - kein unnötiger Dekokitsch. Sehr ruhig trotz zentraler Lage und leckeres, etwas ausgefallenes und passend scharfes indisches Essen. Auch geeignet für Besuche mit nicht indifizierten Menschen - für die gibt es Schnitzel, Grüne Sosse und Co. Preislich nicht ganz günstig - aber dafür gibt es einen Schnaps für den Heimweg und hervorragende Beratung - einfach mal hingehen!

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Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach und in Niederrad im Tandoori Taste

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Mittwoch, 26. Juli 2017

WHAT AM I DOING HERE - Bruce Chatwin und André Malraux


Manche Bücher sucht man sich selber raus und manchmal findet Dich ein Buch. Bruce Chatwins Bücher haben mich schon mehrfach gefunden, aber seine Geschichte war mir bis dato nicht geläufig. Ein echter Abenteurer, der nicht nur Australien und Patagonien bereiste, sondern auch in Afrika und Indien unterwegs war. Als Journalist und Autor traf er zudem viele spannende Zeitgenossen - wie etwa André Malraux, der mir in meinem Bachelor-Studium als Begründer des imaginären Museums begegnete.

Es folgt ein Zitat, in dem Malraux die Geschichte Indiens und seiner Herrscherkultur sehr pointiert zusammenfast:

'You must not run down the Mogul Empire,' he said and then rapidly outlined how Akbar the Great was the first Muslim ruler to break the islamic anathema and encourage portraits of himself (because any likeness must show the essential beauty of the soul); how this potent symbol proved him a universalist in the manner of the French Revolution; how therefore, like Napoleon he was, and how unlike Queen Victoria; and how this explained why the Muslims made a great civilization in India and the British never did, comparing the Mogul cities like Agra, Delhi and Lahore with the Anglo-Indian Bombay, Calcutta and Madras, which he described as 'transplanted British building suffocated by bidonvilles'. [1]
Ich kann die Lektüre von "WHAT AM I DOING HERE" sehr empfehlen: eine beeindruckende Illustration eines Lebenswerks, die durch ihre fragmentarische Art genug Raum für Imagination lässt und eine große, weite Welt der Abenteuer eröffnet.
_____
[1] Chatwin, Bruce: "What am I doing here", London 1990, S. 122.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Tandoori Taste #12restaurants2017 Frankfurt #7

Nach krankheitsbedingten Terminverschiebungen klappte es doch - an einem warmen Sommerabend radelten Emi und ich gen Niederräder Bürostadt - bis dato für uns beide Terra incognita.

Dank den Irrwegen von Google-Maps wurde unsere Reise zum kleinen Abenteuer - aber nach einer kleinen halben Stunde fanden wir im Schatten des Sheraton Hotels unser Ziel: das Tandoori Taste Restaurant - auf Empfehlung meines Frisörs auf Grund eines Kommunikationsfehlers.

Location, Location, Location

Die Bürostadt als solche beeindruckt ja durch viel Protz aus verspiegeltem Glas und schiere Größe - das Restaurant setzt mit eher minimaler Deko und schlichter Aufmachung da einen Gegenpunkt. Der auf der Webseite angepriesene Biergarten ist eher eine Terrasse und der Speiseraum für bis zu 75 Personen, wäre bei Vollbetrieb vermutlich sehr authentisch indisch vollgestopft - man denke an die notorischen Bilder von indischen Zügen. Aber wir hatten Glück - außer uns war nur ein weiterer Tisch besetzt. Entsprechend schnell wurden wir bedient und freundlich begrüßt.

 खाना खाने - Essen essen

Das Menü bietet eine große Vielfalt nordindischer Currys und Beilagen - zu vernünftigen Preisen. Emi entschied sich dieses Mal für das Veg-Thali und ich nahm ausnahmsweise mal kein Chicken Korma sondern ein boneless Chicken in Joghurtsoße mit einem Muglai Naan. Alles gut gewählt - lecker gewürzt, nicht zu scharf und ordentliche Portionen.  
Zur Stärkung gab es dann noch ein echt indisches Kingfisher Bier - dabei denke ich immer, dass der namens gebende Kingfisher soviel passender die herrlichen Alcedinidae beschreibt als unser Eisvogel. In Indien laufen unter der Marke Kingfisher übrigens diverse Unternehmungen - neben dem Bier gibt gab es eine Airline samt Reiseveranstalter. Einmal flog ich mit eben dieser Airline von Chennai nach Colombo - also ein internationaler Flug und siehe da - an Bord der Kingfisher Airline wurde Kingfisher Bier serviert. Aber zurück zum TandooriTaste.

Fazit

Schon während des Essens sagte Emi: "Das wird vermutlich nicht unser Lieblingsrestaurant." - und da gebe ich ihr recht. Das Essen schmeckt authentisch und lecker und stimmt in Preis und Leistung. Drumherum gibt das Lokal aber wenig her was Deko oder Details angeht - es gab etwa kein Pan Massala, das die wilde My im Saravanaa Bhavan so faszinierte - eher funktional alles (was jetzt nicht unbedingt unindisch ist). Aber wer in der Bürostadt arbeitet und nicht erst eine kleine Weltreise dorthin unternehmen muss, kann dort sicher ein gutes, geschmackvolles Mittagessen verspeisen.
Sehr lecker, alles aufgegessen.
Der Rückweg war dann übrigens deutlich einfacher und wir haben noch einen scenic Abstecher ins LiLu gemacht - Emi war begeistert von der friedlichen Atmosphäre auf der Maininsel - vor allem wenn man bedenkt, wie sich die Leute am Mainufer ab dem Holbeinsteg quetschen! Ein gelungenes kulinarisches Frankfurter Abenteuer! Weiter geht es Ende August!

Noch mehr #12restaurants2017?

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße und zuletzt im White Elefant im fernen Offenbach. 

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Dienstag, 11. Juli 2017

Sangeetha Sabha e.V. - die Vina ist in Frankfurt angekommen


Am 17. Juni hatte ich die einmalige Chance als Ehrengast beim ersten Konzert des neu gegründeten Vereins Frankfurt Sangeetha Sabha e.V. dabei zu sein und erstmals bewusst der so genannten karnatischen Musik zu lauschen. Bei "Strings Attached" spielten Kumaresh Rajagopalan und Jayanthi Kumaresh Geige und Vina, begleitet von Trommeln - den südindischen Doppeltrommeln Mridangam und Tabla. Ich war wirklich beeindruckt - ein umwerfendes Konzert auf höchstem Niveau mit farbenprächtigem Rahmenprogramm- dafür bin ich gerne in den Saalbau nach Fechenheim geradelt. In der Folge kamen bei mir ein paar Fragen auf - dankenswerterweise haben mir die Präsidentin von Sangeetha Sabha und Leiterin der indischen Musikakademie Frankfurt Sudha Kommuri (SK)sowie die Generalsekretärin und leidenschaftliche Vina-Spielerin Varsha Vasudevan (VV) in einem Interview Rede und Antwort gestanden.

Strings attached - live in Concert in Frankfurt!
(Foto: Kalyan Kommoju)

Vor kurzem habt ihr Euer erstes Event mit „Strings Attached“ veranstaltet. Wie kam es zur Gründung des Vereins Sangeetha Sabha - eines Vereins für indische Musik in Deutschland?

SK For the past 5 years, I have been dreaming to start a non-profit association for South Indian classical or “Carnatic” music. With time, I found the right team, and subsequently, we founded the association in November 2016 and are perhaps the first non-profit association in Germany dedicated for Carnatic classical music. Our tightly-knit team consists of four dedicated members. Before we knew it, we were contacted to organize this beautiful concert, “Strings Attached” featuring first-line musicians.

VV Sudha’s Indian Music Academy Frankfurt, a voluntary initiative to teach Carnatic music to residents in Frankfurt, has been in existence since the summer of 2011. Since its beginning, I have been her student, and so when she expressed her desire to establish an official platform to promote Carnatic music and its students in Germany to an international audience, I was excited to be. Both of us are very passionate about music, and so we found it only natural that after so many years, we take Carnatic music to the next level in Germany.

Maestro Dr. Jayanthi Kumaresh an der Saraswathi Vina
(Foto: Kalyan Kommoju)
Varsha, Du spielst die Vina, ein sehr altes, indisches Saiteninstrument, das mindestens seit 4000 Jahren in der indischen klassischen Musik gespielt wird. Schon in den Veden ist diese Instrument als Liebling der hinduistischen Göttin der Weisheit Sarasvati vermerkt. Ist die musikalische Prägung Familientradition oder woher kam bei Euch das Interesse für dieses Instrument und seine Musik?

VV In Indian families, it is usually a tradition to learn an art form from a young age. Thus, I began vocal training in Carnatic music at the age of 6, which was interrupted after two years, when we moved to Germany. My mother’s love for playing the Veena when I was younger induced me to learn the art myself at the later age of 11 years when we moved back to India. Since moving to Frankfurt, however, I have had the luck of learning vocal Carnatic music from Sudha, and for the past year, continuing Veena classes under my uncle’s guidance, too!

SK I am a vocalist hailing from a musical family and I was introduced to Carnatic music at the tender age of 5 by my mother who is also a singer. Alongside school, I ardently attended music classes nearly everyday, and practiced for at least 2 hours every day. Eventually, I pursued music academically, by doing my Bachelors and Masters of Arts in Indian Classical music. For the past years, I have been teaching Carnatic classical music as a hobby, balancing music, business and family.
Strings Attached and friends (vlnr):  Jayachandra Kulur Rao, Pramath Kiran, Kumaresh Rajagopalan, Jayanthi Kumaresh, Sudha Kommuri, Varsha Vasudevan, Vijayalakshmi Ramakrishnan, Padmanabhan Ananthanarayanan und Vasudevan Raghavan (Foto: Kalyan Kommoju)
Welche Veranstaltungen habt ihr für die Zukunft geplant? Warum sollten auch Deutsche und Europäische Ohren Euren Konzerten lauschen?

SK We have plans to organize vocal and instrumental concerts by inviting leading professional classical musicians from India. To integrate music students into Indian classical music, we are also planning to organize lecture demonstrations, workshops and musical festivals with local and visiting musicians. The initiation of such events here would offer Germans and Europeans a great opportunity to understand and appreciate the beauty, similarities and differences of carnatic classical music in comparison to European classical music. It would facilitate integration between the Indian and German communities. In fact, during the small inauguration event of the association, we did invite a German violinist, Ms. Gisela Ziegler, to accompany us with some Carnatic classical performances and this was greatly appreciated.

VV At the moment, when the European audience hears the word “Indian classical music”, usually they think of the instruments Sitar, Tabla and Harmonium. All three are wonderful instruments used in Hindustani classical music, a genre parallel to Carnatic music. However, Hindustani music differs largely from Carnatic music in its rendition and style of singing. Hence, the idea is to establish Carnatic music in Germany, so that people also become familiarized with Carnatic classical instruments like Veena, Mridangam, Ganjira and Morching. The German audience, especially, shows great appreciation for classical music, regardless of its subtype. We hope to take advantage of this preference, and show them the unique beauty of Carnatic music.

Wenn Ihr das nächste Konzert nicht verpassen wollt, liked Sangeetha Sabha auf Facebook und dann sehen wir uns dort! Danke an Sudha und Varsha für das Interview - das übrigens hier auf Englisch notiert ist, um es einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Habt ihr noch Fragen? Postet Sie gerne in den Kommentaren! 

Donnerstag, 8. Juni 2017

White Elefant #12restaurants2017 #6

Die Idee hinter dem #12Restaurants2017-Projekt ist ja zum einen auf eine Ausweitung der kulinarischen Optionen ausgelegt, zum anderen geht es aber auch darum, der Neu-Frankfurterin Emi ein bisschen was von der Stadt zu zeigen. Aber die Rhein-Main-Region ist einfach zu dicht besiedelt, als das man sich auf den Kernbereich konzentrieren könne, und so haben wir unser sechstes (!!) indisches Abendessen dieses Mal in eine andere Stadt verlegt und Emis Jungfernfahrt nach Offenbach gemacht.

Offenbach - ist ja gar nicht so weit weg


Der White Elefant war mir von mehreren Leuten empfohlen worden, und auch wenn es keine Online-Reservierung dort gibt, ist auch das Internet voll von Lob. Bevor wir uns aber auf den Weg machen, droht ein Sturm und wir entscheiden uns für die S-Bahn. Dabei hatten wir kurz vergessen, dass man von Sachsenhausen-Mühlberg zwar nur zwei Stationen bis Offenbach-Ledermuseum in unter fünf Minuten fährt - wir aber die Stadtgrenze überschreiten. Deswegen kostet diese Fahrt vier Euro und fünfundachtzig Cent. Jetzt noch mal in Zahlen: 2 Stationen, 4 Minuten Fahrtzeit kosten fast 5 Euro. Vermutlich wären wir mit dem Taxi, zumal zu zweit, genauso ungünstig hingekommen. /RantRMVEnde.
Beim Betreten des Restaurants gibt Emi schon mal Pluspunkte für die Dekoration und das zu Recht. Jeder Winkel ist verziert, bebildert, verparavent, mit Deckchen belegt und so weiter. Man könnte hier auch von Kitsch sprechen - authentisch ist anders, aber es gefällt uns. Am Tisch fällt auf: alles ist gebrandet: die Servietten, die Teller, das Glas mit der Mangolassi, der Zuckerbeutel für den Chai und das Gästebuch. An dieser Stelle gibt es auch nochmal Pluspunkte für die Sauberkeit und das Dekor der Toilette - dort ist natürlich auch alles gebrandet: Seifenspender und Tücherboxcover aus Leder!

Breite Auswahl an Speisen


Wir haben beim Bestellen wieder die Qual der Wahl - eine enorme Auswahl an Speisen von "Kashmiri" bis "Ceylon" und von "aryuvedisch" (=vegan) bis richtig fleischig. Wir tippen auf insgesamt eher eine nordindische Restaurantleitung - können das aber nicht abschließend aufklären. Die freundliche Bedienung, die passend zum Ambiente tatsächlich einen (natürlich gebrandeten) Sari trägt, spricht Empfehlungen aus und ermuntert und unsere Gerichte "mittelscharf" zu bestellen.
Tatsächlich ist "mittelscharf" für uns beide ok - wobei Emi auf unsere trainierten Gaumen verweist: wir gehen schließlich einmal im Monat indisch essen - hah! Außerdem haben wir ja in Delhi gelebt. Neben scharf kommt auch noch viel guter Geschmack durch - das Essen ist wirklich lecker und Emi muss nur eine kleine Portion in ihren Doggi-Bag packen lassen. Im Dessertmagen ist natürlich noch ein bisschen Platz und wir gönnen uns wunderbar weiche, nicht zu süße Gulab Jammun. Mjammjammjamm!

Fazit


Abgesehen von den Anreisekosten wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis: sehr leckeres Essen, freundliche Bedienung und wunderbar ausgestaltete Räumlichkeiten - wenn man das mag. Gerne wieder.

Wildes Offenbach?


Während des Essens wurden wir über Twitter beraten, wo man denn im wilden Offenbach noch einen guten Absacker trinken kann. Wir entscheiden uns gegen eine Shisha-Bar und landen dann im Försters, dem selbsternannten Wohnzimmer Offenbachs und trinken noch einen schönen Grauburgunder. Es ist sogar noch ein bisschen hell als wir nach 22 Uhr Richtung S-Bahn ziehen.
Emi befindet: "Ist schon irgendwie anders hier als in Frankfurt. Eher so ein bisschen wie Berlin."
Jetzt könnte hier wieder der Rant von stehen, aber ich ziehe pflichtbewusst mein Ticket und zahle still 4,85 € für 4 Minuten Fahrt. In Frankfurt angekommen gibt es dann noch eine Überraschung - Branding bis ins letzte: kurz vor zu Hause steht dann tatsächlich noch ein White Elefant Taxi:
Viel hilft viel?! Marketing und Branding :White Elefant.
Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße und zuletzt beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße. Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Schreib es in die Kommentare - vielen Dank!